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Bauch an Rücken

Veröffentlicht 13/06/2014 von Pseudorebell

Wir treffen uns vor dem Bürogebäude und nur ganz hinten am Horizont lugt ein Sonnenstrahl vor. „Da hinten wird es hell, gleich scheint die Sonne“ sage ich und sie lächelt zurück. Wir treten den Weg zu unserem Ausflugsziel an.

Als wir ankommen sind die Wolken in Fetzen zerrissen und es sieht nach einem schönen Abend im frühen Sommer aus. Es ist ein kleines Waldstück, ein bisschen außerhalb der Stadt. Die Bäume sind hoch, es gibt Tümpel und den Kanal. Ein bisschen ziellos sind wir und machen einen Baum aus, der recht weit abseits vom Weg steht und mit hohem Gras drum herum. So richtig sicher bin ich mir nicht, also gehen wir weiter und finden schließlich die Stelle, an der wir beim letzten Mal waren als wir das hier besuchten.

Zwischen den Bäumen ist eine freie Stelle. Ich knicke ein paar Äste weg und es ist Platz für die Decke. Mein Shirt fällt und wir sitzen uns in dieser kleinen Höhle gegenüber, bis Miss Universe ihre Bluse auszieht und wir uns aneinander schmiegen. Ein wunderbares Gefühl ist das. Die Luft ist ein ganz kleines bisschen kühl und ihre Haut fühlt sich warm auf meiner an. Wir küssen uns und berühren den Körper des anderen mit den Lippen. Und schließlich bin ich hinter ihr und wir vögeln. Ich mag es, ihren Arsch zu greifen, fahre mit den Händen die Rückseite ihrer Oberschenkel ab und finde sie geil. Sie stelle ein Bein auf und es überkommt mich dieses gute, intensive Gefühl und ich spüre, dass ich gleich komme.

Noch will ich nicht. Ich lasse von ihr ab und bitte sie auf mich. Schon wieder rollt der Orgasmus an. Sie bewegt sich ein wenig auf mir und ich komme. „Und es war nicht mal einer da“ kommentiert sie. Drei Minuten später halte ich Finger auf ihrer Klitoris und meine Zunge spielt mit ihren Brüsten. Sie stöhnt und windet sich und als sie kommt, hört sie nicht auf zu grinsen – und ich tue es ihr gleich.

Ich möchte mehr. Ich will nackt sein und Wasser um mich spüren, es ist schließlich Sommer. Miss Universe hat einen Bikini einstecken und zieht praktischerweise gleich an. Und dann stapfen wir mit je einem Bier in der Hand 500 Meter in Richtung Wasser. Ich in voller Montur, sie im Bikini mit Rucksack auf. Die letzten Wolken haben sich verzogen, es ist klar, warm und man muss alle Nase lang blinzeln, weil die Sonne tief steht.

Wir finden diese Stelle mit einem Stück Wiese direkt am Kanal. Miss Universe hat schon den ersten Fuß im Wasser als ich beschließe meine Badeklamotten eingepackt zu lassen und stattdessen nackt baden zu gehen. Das Wasser ist kalt, ich starkse an Miss Universe vorbei und lasse mich zurückfallen. Augenblicklich finde ich es total schön endlich draußen im Wasser zu sein. Sie sieht wie gut es ist, kommt hinter mir her und wir planschen. Und dann stehen wir im hüfthohen Wasser und küssen uns. Die Sonne spiegelt sich auf der Wasseroberfläche, die Tropfen auf Miss Universe Haut glitzern und plötzlich freue ich mich wie ein kleines Kind, sie so zu sehen.

Als sie aus dem Wasser steigt bietet sie zuerst mir ein Handtuch an, damit ich es mir um die Hüfte wickeln kann und bestimmt auch damit nicht gleich jeder der vorbei kommt, mit meinem nackten Körper konfrontiert ist. Wir legen uns nebeneinander und trinken Bier. Unser Gespräch geht darüber, wie schön es doch hier draußen ist und über Kanutouren in Schweden bis irgendwas sie motiviert sich auf mich zu legen. Also liegen wir beide bäuchlings, ich spüre ihr Gewicht auf mir und von rechts scheint uns die untergehenden Sonne aus. Ich schließe die Augen und dieser Moment ist so schön, dass ich sie mehrere Minuten lang geschlossen halte um nur uns und das Stück Natur zu spüren. Als sie runter krabbelt protestiere ich und sie steigt wieder auf. Es entsteht wieder das gleiche Gefühl und wir halten mehrfach fest, dass das hier fast Urlaub ist und das Beste, was uns an diesem Tag passiere konnte – mindestens.

Auf dem Rückweg steht die Sonne tief und im T-Shirt wird es frisch und Gänsehaut zeigt sich auf meinen Armen. Wir kommen wieder am Baum von Anfang vorbei und möchten es diesmal wagen. Das Gras geht mir bis zum Bauchnabel. Nach 15 Metern Gestapfe ist da plötzlich mitten in der Wiese eine Lichtung die aussieht wie mit der Sense bearbeitet. Perfekt. Über uns der blaue Abendhimmeln, von allen seiten so hohes Gras das keiner einblicken kann und eben ist es hier auch noch. Wir überspringen das Vorspiel und ficken. Miss Universe über mir, der blaue Himmel hinter ihr. Es ist nicht mit Worten zu beschrieben welche Glückgefühle das weckt. Wir sind draußen, es ist Sommer, wir sind nackt und fühlen uns gut, wir stehen aufeinander und haben gerade unverschämt guten Sex. Dann bin ich über ihr und bedeutet ihr die Augen zu öffnen damit sie das auch sehen kann. Und sie sieht und findet es toll.

Und auf dem Weg nach Hause finden wir das Geschehene wieder mehrfach und einstimmig wunderbar und fahren Hände ineinander gelegt und schweigend mit der Bahn heim.

Vierter Streich

Veröffentlicht 06/11/2013 von Pseudorebell

Ich muss grinsen als ich die Ecke betrete. Du warst vor vielleicht drei Wochen hier und seit dem wahrscheinlich niemand. Ich ziehe die Jacke aus und hänge sie an die dafür vorgesehene Stelle. Und sofort wird mir kalt. Mit Sicherheit, weil es Herbst ist, aber mit viel größerer Sicherheit, weil Dein Körper nicht da ist um mich mit garantierter Sicherheit zu erhitzen. Ich stelle mich an die Wand und schließe die Augen.

Ich würde Deine Flanke fassen, Dich vielleicht zuerst ganz leicht mit den Lippen berühren aber spätestens dann über Dich herfallen. Meine Hände würden Deinen Rücken und Deinen Hintern fassen, mein Körper Deinen gegen die Wand drücken, wahrscheinlich sogar ein paar wenige Zentimeter nach oben drücken. Ich würde Dich küssen, dafür Sorge tragen, unsere Zunge wild umeinander kreisen zu lassen und Dich deines Lippenstiftes entledigen. Meine Finger suchen Dein Geschlecht und ich glaube fühlen zu können, wie Du mich freudig heiß erwartest. Ich würde Dich herumdrehen und Dich von hinten fassen. Meine pochende Lende drängt sich gegen Deinen Arsch, meine Hand fasst eine Brust und streichelt ihren aufgerichteten Nippel. Die Finger der anderen Hand liegen auf Deiner Pussi, Zeige- und Ringfinger drücken Deine vor Geilheit geschwollen Lippen zusammen, der Mittelfinger streichelt Deine Klit und hält sie. Du würdest leise Stöhnen wenn ich Deinen Nacken küsse und Dir ins Ohr flüstere „Ich will mit Dir ficken.“

Das Licht geht aus, hier ist niemand. Ich öffne den Gürtel und die Knöpfe der Jeans. Wieder muss ich grinsen als ich mir vorstelle, wie Du ab und zu Problem hast, das zu tun. Du stehst vor mit und hälst mich mit einem Arm auf Abstand. Ich öffne mein Hemd und drücke meine Brust zusammen so wie Du es tun würdest. Mein Schwanz liegt steif in meiner Hand und ich schiebe sie langsam vor und zurück. Nichts kann mir jetzt das Gefühl geben, dass ich hätte, wenn Du das jetzt tun würdest. Es ist nicht Deine Hand die ihn begierig streichelt und schon gar nicht kann ich Deinen warmen Gaumen fühlen, die ihn liebkosen würden. Ich beschwöre ein Bild herauf in dem Du in die Knie gehst und ihn in seiner vollen Pracht betrachtest und mit den Lippen umschließt. Du knetest meine Hoden und streichelst meinen Bauch.

Das Licht geht an und das Bild ist weg. Zwei Frauen kommen lachend den Gang entlang, ich höre wie Autotüren zugschlagen werden. Allein kommen möchte ich nicht.

Zweiter Streich

Veröffentlicht 03/11/2013 von Miss Universe
An diesen Ort ohne dich zu gehen, fühlt sich ein bisschen an, als besuchte man das Freibad seiner Kindheit wieder: Irgendwie ist alles ein bisschen kleiner und öder als man es in Erinnerung hat, nur die guten Gefühle von damals sind auf unklare Weise trotzdem abrufbar. Und wieder muss ich mir eingestehen, wieviel weniger mutig ich ohne dich bin. Was mich sonst als dreiste Heimlichkeit zum Schmunzeln bringt, ist mir jetzt eher unangenehm. Ich drücke mich in die Nische, ziehe die Jacke aus und hänge sie an die gewohnte Stelle, froh in der bekannten Höhle angekommen zu sein.

Dann stehe ich ein bisschen verloren im Raum. Die rechte Hand greift in die Hose, klar, aber die linke? Ich führe sie ohne nachzudenken an die Lippen. Seltsamerweise ist dies der Körperteil, der dich am meisten vermisst. Ständig kribbeln sie. Die Hände an den Lippen – oben und unten – schließe ich die Augen und wiege mich im Raum. Es rauscht vielversprechend in meinen Adern, und es fühlt sich gut an. Ich streiche mit einer Hand an meinem Brustkorb herunter und merke da erst, wie wild flatternd mein Herz klopft. Kurz denke ich an die wenigen Situationen, wo ich deins durch die Rippen pochen fühlte, Momente in denen du aufgeregt und in meinen Fingern warst. Unter deinen Händen wäre mir jetzt nicht so unheimlich hier…

Bisher stand ich der Wand gegenüber. Jetzt drehe ich mich um und lehne mich mit dem Rücken dagegen. Wie schön wäre es, könntest Du mich hier ein wenig einklemmen. Stattdessen dränge ich mich auf Zehenspitzen dem Phantom meiner eigenen Hand entgegen. Die andere reibt dabei die Innenseite meines Oberschenkels – so wie du es gerne bei dir tust. Dann rutscht sie hoch und der Daumen drückt tief in die Leiste – so wie du es oft bei mir tust, weil ich dich einmal glühend gebeten habe dort bloß nicht loszulassen. Ich stöhne ganz leise und selbst meine eigenen Lustgeräusche erregen mich. Mein Atem wird flacher und beginnt zu stocken.

Da kommt jemand ganz dicht heran an der Längsseite der Nische. Mir klopft das Herz bis zum Hals, zum einen weil ich so erregt bin, zum anderen, weil ich so wirklich von niemanden gefunden werden möchte. Ich beneide dich in diesem Moment brennend um das von dir gar nicht so geliebte Feature, in einer bedrohlichen Situation einfach mal sofort zu kommen. Ich stattdessen schramme an meinem Höhepunkt vorbei, halte die Luft an und beginne, nachdem die Luft rein ist, von vorne.

Als ich erneut die Hand in die Hose schiebe, bemerke ich, wie nass es zwischen meinen Beinen bis oben zum Kitzler ist. Es geht schnell, bis ich wieder an diesem Punkt kurz davor bin. Ich wünsche mir deine Gegenwart glühend herbei, denn jedwede Berührung von dir, würde mich jetzt mit Leichtigkeit über den Gipfel schieben. Ich versuche mit aller Macht mir vorzustellen, wie du meine Brustwarze mit der Zunge hart gegen deinen Gaumen presst. Aber meine Phantasie ist zu schwach.

Trotzdem begleitet mich ein Abklatsch der gewohnten diebischen Freude auf dem Rückweg. Nur die Spiegelung dessen in deinem schlendernden Gang, dem fröhlichen Grinsen und einem obligatorischen Hach-geht’s-mir-gut-Seufzen aus deiner Brust fehlt dann doch.

Erster Streich

Veröffentlicht 30/10/2013 von Miss Universe

Ein bisschen unheimlich ist es hier alleine. Ich fühle mich wie ein Eindringling, denn ohne dich fehlt das konspirative Gekicher der Grenzüberschreitung. Aber gleich muss ich trotzdem lächeln, weil dieser Raum so beeindruckend deutlich mit deiner Präsenz durchtränkt ist, obwohl du hier nur wenige Stunden verbracht hast. Er passt nicht zu dir, aber ich habe ihn offensichtlich untrennbar mit dir verbunden. Ich kann gar nicht hier sein, ohne dass du da bist. Schon beim Ankommen hatte ich dieses erwartungsvolle Ziehen im Bauch. Mir blieb fast die Luft weg, so klar und deutlich konnte ich dich vor meinem inneren Auge warten sehen.

Ich ziehe mich aus, bedächtig und wahrscheinlich viel schöner als die allermeisten Male, wenn du mir zugesehen hast. Es ist ein grauer, trüber Herbsttag, die Dämmerung ist schon weit forgeschritten. Als ich mich auf dem Teppich ausstrecke, mit dem unsere Körper so innigen Kontakt hatten, dessen Fussel an meinem schweißnassen Rücken geklebt und sich in meine wild rutschenden Knie gebrannt haben, überläuft mich eine Gänsehaut. Es ist kühl. Aber wenn ich die Augen schließe, kann ich mir die schräg stehende Sonne vorstellen, wie sie durch das bodentiefe Fenster auf unsere nackten Leiber scheint. Hier habe ich zum ersten Mal ganz tief in deine voll ausgeleuchteten Augen gesehen.

Meine Hand gleitet zwischen die Beine. Die Haut fühlt sich weich, glatt und warm an. Aber du hast mich noch nicht um den Verstand geküsst, mich in Duldungsstarre geäugt oder in bebender Gier gepackt. Ich bin alles andere als feucht und heiß. Ich kann dich zwar spüren, aber eher als das, was fehlt, denn als Nachricht von Sam, mit der ich jetzt Sex haben könnte. Ich fasse meine Brust, aber auch diese Berührung, die von dir ausgeführt mit beinahe verstörener Verlässlichkeit meine Lust anzuknipsen vermag, ist ohne deine Freude daran nicht halb so aufregend. Kurz verliere ich mich gedanklich in der Frage, was Du da eigentlich mit meinen Nippeln tust, während ich begierig hinspürend die Augen schließe, den Kopf zurückwerfe und dir vor Begeisterung mein Becken entgegen strecke. Ich habe offensichtlich keine Ahnung.

Zum Glück habe ich den Vibrator dabei. Der funktioniert zuverlässig. Ich liege still und lasse mich von den hochfrequenten Erschütterungen langsam aufputschen. Die Idee, dir in Abwesenheit eine Show zu bieten, verwerfe ich. Mir dich vorzustellen, wie du dich an etwas berauschst, von dem du nichts weißt, um mich geil zu machen, scheint mir eine zu vertrackte Spiegelung über Bande zu sein, um so etwas Praktisches wie einen Soloorgasmus zu erreichen.

Um 180° gedreht lag ich hier, während du zwischen meinen Beinen hocktest, deine schönen Hände auf mein Geschlecht konzentriert. Einerseits war ich mental vollkommen weggetaucht und die Berührungsfläche zwischen uns beinahe verschwindend klein. Ich weiß, du warst im konzentrierten Experimentiermodus und auf einer ganz anderen Ebene unterwegs als ich. Andererseits drückt mir heute noch die Erinnerung an diese Szene die Kehle zusammen. Ich habe so tief alles geöffnet dafür. Du hast so fein auf mich gehört. Das war ein Kunststück aus Vertrauen gemacht, auf das ich unsinnigerweise stolz bin. Aber scharf macht mich dieser Traum nicht.

Auf dem gleichen Quadratmeter hast du mich entmachtet, mir alle Kontrolle geraubt und die süß rieselnde Furcht geschenkt. Schneller als ich denken konnte, lag mein Körper unter dir und das wild rauschende Adrenalin strafte alle Behauptungen Lügen, ich würde dir zu sehr vertrauen dafür. Ich habe wirklich aufgegeben, aus Not und aus Zwang, und auf einmal war ich so frei, dass das All mich hätte aufsaugen können in diesem Moment. Aber auch an diese Geschichte kann ich nicht denken, ohne von der immensen Dankbarkeit dafür geschüttelt zu werden, dass du das getan hast, nachdem ich es ausgeschlossen hatte.

Meine Erinnerungen sind irgendwie nicht zielführend. Ich beneide dich kurz für die neu zusammen gewürfelten scharfen Miniszenen, die deiner Vorstellungskraft täglich zuzufliegen scheinen und die du mir manchmal kurz mitstenografierst. Mein Kopfkino hat einen Filmriss. Stattdessen überlasse ich mich dem elektrischen Gesellen und der funktioniert auf angenehm mechanische Weise. Ich denke an nichts, schon gar nicht an dich, und dann geht es wie meistens ziemlich schnell.

Ich finde die richtige Stelle, drücke, halte fest und warte. Es geschieht wie eine unterbewusste Körperfunktion. Bevor ich so etwas wie Lust empfinde, baut sich plötzlich schon der Orgasmus auf. Mein Unterleib krampft heftig. Der Oberkörper bäumt sich auf – so wie bei dir, wenn du dabei auf dem Rücken liegst. Und mit der Erlösung schwappt auch diese Freudenwelle über mich. Instinktiv reiße ich die Augen auf, um diesen Moment mit dir zu teilen. Und tatsächlich sehe ich dein begeistertes Gesicht ganz kurz vor mir. Leider kannst du mich nicht am Hals packen und sanft wieder ablegen.

Ich stehe auf. Was passiert, wenn ich hier alleine ein Bier trinke, will ich nicht wissen. Die Fensterscheibe wirft eine Reflektion der gedämpften Beleuchtung auf meinem nackten Körper zurück. Es sieht hübsch aus. Für eine Sekunde meine ich die roten Seile daran zu erkennen. Dann ziehe ich mich an und die Tür hinter mir zu.

Unsexy

Veröffentlicht 06/10/2013 von Pseudorebell

Als ich ihr schrieb, dass ich mich unsexy fühle, schrieb sie mir mit einem Zwinkern zurück, dass das ja wohl nicht sein könne. Es ist Wochenende und wir wollen ausgehen. Der präferierte Plan die Schöne zu betören scheitert an ihrem Gesundheitszustand und wir müssen uns was ohne sie überlegen.

Seit ein paar Tagen manifestiert sich die Idee noch mal einen Club zu besuchen. Sie steht schon lange so da und wir einigten uns immer auf „Machen wir irgendwann mal“ – heute tun wir es. Als wir uns vorher treffen bin ich immer noch unsexy aber ein paar Striche über den Nacken und den Rücken von Miss Universe wirken. Ich will sie, am liebsten auf der Stelle. Und wie wir es immer tun wenn wir auf Entdeckungstour gehen, fantasieren wir, wie es wohl werden könnte. Meine Fantasie ist klar. Da ist ein kleiner Swingerclub mitten in den Stadt und es ist FKK Party angesagt. Wahrscheinlich werden wir umringt von einem Haufen ältere Menschen sitzen und keine Ahnung was machen – im besten Fall liefern wir ihnen ne Show.

Zum Club geht´s eine kleine Treppe runter. Wir klingeln und eine Dame in nackt öffnet uns die Tür – die Inhaberin wie sich herausstellt. Wir werden mit Handschlag begrüßt und auf die Frage hin, ob wir schon mal in Clubs waren antworten wir großmütig mit „ja“. Erfreulicherweise ist der Eintrittspreis sehr gemäßigt, 35 € für zwei und frei trinken – nicht schlecht. Und als ich an die Theke schaue weiß ich, dass ich frei trinken ausnutzen werde. Es ist wie befürchtet. Das ganze hat was Eckkneipe nur in nackt. Natürlich ist der Hauptteil der Besucher männlich – die sind hier, weil sie Titten und Muschis sehen wollen und vielleicht dürfen sie ja auch mal anfassen. Und wie in einer Eckkneipe wird sich über Alltagskram unterhalten. Irgendwas daran gefällt mir nicht, es wirkt zu bizzar, irgendwie bedrückend, eine „wir tun als würde wir uns alle total mögen weil wir nackt sind“ Szenerie. Die Musik ist zu leise als dass sie diese (für mich?) beklemmende Atmosphäre übertünchen könnte. Und so leid es mir tut: Sämtliche Besucher sind vollkommen unattraktiv. Kein hübscher Körper in Sicht, niemand der extrovertiert daher kommt. Es scheint, als verstecken sich alle- inklusive mir. Klischee bestätigt.

Wir lassen uns die Räume zeigen, spielen ein wenig mit Peitschen und Kreuzen aber ich merke da schon: das wird nix heute Abend. Und so ist es. Wir sitzen an der Bar und unterhalten uns mit einem älteren Pärchen über Urlaub machen an der See…. und beschließen die Spielwiese zu besuchen. Wieder ist da das Gefühl, dass das heute nichts wird. Ich komme über Miss Universe und begelücke ihre Brüste mit meiner Zunge. Dann drehe ich mich und lade sie zum Blowjob. Neben uns das Pärchen von gerade eben, an den Bettkanten je ein Männchen, dass mindestens glotzen möchte. Und es passiert… nichts. Ich kann nicht. Was früher die Aufregung tat erledigt jetzt diese unglaubliche Unsexyness. Es ist heiß, der Typ neben mir macht Geräusche als würde er gleich ohnmächtig und vor dem Bett gehen Menschen auf und ab.

Irgendwann kann ich dann und komme sofort. Zurück an die Bar, was trinken, noch ein Versuch. Ich kann wieder nicht aber schenke Miss Universe einen Ritt auf meiner Zunge und beglücke wieder ihre Brüste. Dann ärgere ich mich, dass ich mich so von dieser bescheuerten Location und Atmosphäre runter ziehen lasse und am Ende bieten wir zwei geneigten Zuschauern noch eine Blowjobshow. Und jetzt bitte raus hier. Es ist nicht kalt draußen und ich will noch ein Bier am Teich.

Wir gehen, dass Pärchen auch. Zurück lasse wir eine Haufen nackter Männer. Was die wohl noch allein gemacht haben?

Auf dem Tisch II

Veröffentlicht 14/09/2013 von Miss Universe
Ich möchte diesen Händen ewig zusehen. Sie sind so genau zwischen stark und schön. Und wenn sie arbeiten, dann tun sie das mit dieser nachdrücklichen Präzision, ohne dabei die entspannte Grundhaltung zu verlieren. Er spinnt mich ein, und die Art und Weise, wie er an meinem Körper arbeitet, hat mich wieder sofort in den Bann gezogen. Ab und an kann ich den Blick auf die Fensterscheibe richten, wo sich das Kunstwerk von außen betrachten lässt. Die Hände sind über den Kopf auf den Rücken gebunden, ich kann mich nicht rühren. Eine Bahn verläuft über meiner Kehle und drückt. Mein Körper in den roten Seilen, in der unscharfen Spiegelung, im diffusen Licht ist abartig schön. Ich bin eine demütige Leinwand, und als er zurück tritt, um sich sein Werk zu betrachten, will ich so schön und brav sein, wie es eben geht. Um ein Haar wäre ich in die Knie gegangen und hätte meinen Kopf bettelnd in seinem Schoß vergraben.

Aber er hat andere Pläne. Er knüpft das Kleid wieder auf. Wie jedes Mal, wenn die Fesseln fallen, erstaunt mich wieder, dass sich das nicht nach Befreiung anfühlt, sondern stets so, als würde ich plötzlich entblößt. Ich liebe meinen Seilpanzer, ich vermisse ihn in dem Moment, wo er mich verlässt. Erst denke ich, es gibt eine zweite Variation. Aber er bringt lediglich zwei Schlaufen an meinen Handgelenken an. Dann führt er mich zum Tisch und bedeutet mir, mich darauf auszustrecken. Ich muss die Arme über den Kopf strecken; und er ist so schlau, noch ein Stückchen daran zu ziehen, als er sie an den Tischbeinen festmacht, so dass mir kein Spielraum mehr bleibt, um den Zug der Seile an den Handgelenken zu mindern. Es ist genau so fies, dass es mich einschüchtert und mir den ersten Furchtschauer über den Leib jagt, aber auch genau so am Rande der Vernunft, dass ich mich nicht wehre, sondern darein ergebe. Als nächstes fixiert er meinen Leib mit mehreren Seiten einfach waagerecht auf der Platte.

Ich bin tatsächlich ausgeliefert und muss kurz an sein letztes Spiel denken. Als er mir die Hand um den Hals legt und zudrückt, habe ich Angst – offensichtlich genug, dass er mich fragt, ob er weiter machen soll. Ja, bitte, diese Furcht ist süß, ich fühle sie, weil ich sie fühlen will. Aber sie ist gänzlich grundlos, denn im Gegensatz zur letzten Episode macht er diesmal bewusst alles richtig. Mir ist schleierhaft, woher er das so genau weiß. Ja, wir machen das nicht zum ersten Mal; wir haben oft darüber gesprochen; und er kennt mich und meinen Körper – aber trotzdem beeindruckt mich die traumwandlerische Sicherheit, mit der mich durch Bereiche meiner Empfindungen führt, die mir selbst eher unklar sind.

Bevor es beginnt, läuft Gänsehaut meinen Körper herunter. Dann kommt der Flogger. Die Lederenden streifen zuerst beinahe streichelnd über meine Haut. Dann nimmt er Rhythmus auf. Das ganze geht in Sätzen vor sich. Eine Reihe von Schlägen klatscht auf meinen Oberbauch, dann folgt eine Pause. Das ganze steigert sich in der Intensität. Anfangs sind es leichte Schläge, und wenn er in der Pause einmal mit den Fingern über die wärmer werdende Haut streicht, dann weicht die Spannung sofort. Mal um Mal werden sie stärker, und mit jedem Schlag verhärtet sich mein Körper, während ich still daliege und weiter atme.

Wenn er mich jetzt anfasst – und dieses Erlebnis schenkt er mir in jeder Pause – dann nimmt meine aufgereizte Haut die Berührung um ein Vielfaches verstärkt wahr. Und so wie meine Oberfläche mit schreiend wachen Nerven auf auf den sanften taktilen Reiz reagiert, so nimmt mein eben noch widerständiges Inneres diese Geste der Zärtlichkeit so viel offener und williger auf vor dem Hintergrund aus Schmerz. Ich sauge den stillen Zuspruch hemmungslos ein, als hätte ich ihn durchs Erdulden der Schläge verdient. Die Berührung fühlt sich so allwissend und gütig an, dass mir vor Dankbarkeit die Tränen aus den Augen zu laufen beginnen. Zum Glück hat er lange gelernt, dass dies kein Zeichen ist aufzuhören. Er macht eine Runde weiter; vielleicht härter, ich kann es nicht mehr beurteilen. Dann streichelt er meinen Kopf und beginnt mich loszumachen.

Ich bin unsicher, ob es zuende ist, und vielleicht ist er es auch. Ich muss aufstehen und mich über den Tisch beugen. Das Prozedere beginnt von vorn, diesmal auf meinem Po. Es ist das gleiche Muster und es funktioniert genauso gut. Ich bin von der gleichen Dankbarkeit beseelt und felsenfest davon überzeugt, dass dies alles nur für mich und auf meinen Wunsch geschieht. In den Pausen spüre ich seine beschwichtigende Hand auf meiner Backe und fühle mich wie das Zentrum des Universums. Doch plötzlich drängt sich durch den Jeansstoff sein harter Schwanz gegen meinen Hintern. „Ich werde Dich jetzt ficken“, kündigt er an und zieht an meinen Haaren.

Am Kanal

Veröffentlicht 27/08/2013 von Miss Universe
Wir verlassen den Laden, um an die frische Luft zu kommen. Ich will weder rauchen noch diskutieren über die weitere Gestaltung des Abends. Als ich dem Pseudorebell sage „dann eben hier irgendwo“, schaut er mich an wie ein überrumpeltes Schaf und grinst dann langsam: „achso!“

Ich bin mittlerweile recht betrunken und klappere furchtlos auf Pumps voran in die nächstbeste Stichstraße. Ehe ich es recht begreife, endet die Gasse abrupt am Kanal. Zwei Flache Stufen führen auf einen kleinen Balkon, dahinter Wasser und auf der anderen Seite unbeleuchtete Bürohäuser. Helle Scheinwerfer von hinten provozieren schon jetzt ein Gefühl von Entdeckung und Falle, dabei ist nur am Ende der Straße noch eine Tiefgarage. „Du darfst aber keine Angst kriegen, wenn einer parken will“, raune ich dem Pseudorebell unnötigerweise zu.

Er breitet tatsächlich seinen Pulli für mich aus: „Leg dich mal hin.“ Ich strecke mich auf dem Rücken aus, zugedröhnt genug, um es weder hart noch unsicher zu finden, aber klar genug, um es ohne Anfall von Übelkeit zu genießen. Die Schuhe habe ich schon ausgezogen, der Rock ist so kurz, dass er eh nicht ins Gewicht fällt, und die dunkle Jacke darf ich zur Tarnung und als Schutz vor der Kälte anbehalten. Trotz Kleidung spüre ich seine Hände einerseits überdeutlich, andererseits verschwimmt die Szene total. Ich schalte vollkommen ab unter seinen Fingern, überlasse mich der Dunkelheit und seinen Berührungen. Nur kurz registriere ich, dass er mir den Slip auszieht und auf die Brust wirft.

Kurz darauf spüre ich den über das Wasser blaseneden Wind an meinen steil aufgerichteten nackten Beinen. Mein Becken habe ich auf den eigenen Fäusten aufgebockt, so sehr will ich mich ihm entgegen stemmen. Wahrscheinlich ist es verdammt hart an seinen Knien. Jedenfalls bittet er irgendwann: „Steh mal auf, da drüben kannst du dich festhalten.“ Folgsam kralle ich mich in das angebotene Gitter, während er mich ungestüm von hinten nimmt. Mir fehlt in diesem Moment jede Kapazität für Außenbetrachtungen, aber wenn ich im Nachhinein versuche die Szene zu visualisieren, wie wir da stehen mit hochgeschobenem Röckchen und herunter gelassenen Hosen, links grafittiüberzogener Beton, rechts das Wasser und tote Bürohäuser, fasziniert mich das Bild.

Zum Glück kommt der nächste Autofahrer, der es hätte schießen können, erst, als der Pseudorebell seine Hose schon wieder hoch gerafft hat und mir einen gewissen Sichtschutz gewährt, während ich wahrscheinlich gucke wie ein bekifftes Reh und mir unsere Säfte an den Beinen hinunter rinnen. Ich muss mich konzentrieren, um meine Unterhose wiederzufinden, die ich anscheinend geistesgegenwärtig oben in meine Jacke gestopft und somit wenigstens nicht verloren habe.

Ich weiß nicht, wie es kommt, dass ich plötzlich mit dem Rücken an seine Brust gelehnt Sterne gucke. Es erscheint mir als Abschluss für einen nächtlichen Seitenstraßenfick etwas aberwitzig. Aber so wie die Stadt gehört uns heute eben auch der Himmel. Und ich glaube, wir haben das eine ganze Zeit nach dort oben geschaut, bevor wir wieder losgezogen sind auf die Jagd.