Auf dem Tisch

Veröffentlicht 18/11/2012 von Miss Universe

Der Pseudorebell ist immer Ready to Go. Er steckt voller Impulse, setzt sie um und hat mich garantiert in die nächste Stellung geworfen, bevor ich weiß, wie mir geschieht. Das ist schnell, spontan und endlos geil. Das ist seine Natur, das ist seine Stärke; und das ist auch, warum er diese Rolle so perfekt füllt. Wild, verschwitzt und ungestüm. Immer bei 120%. Immer auf die 12.

Umso erstaunlicher ist, was passiert, wenn man ihm Seile in die Hand gibt. Eigentlich nimmt er sie selber. Und dann  dehnt er diese Intensität scheinbar mühelos auf die Zeitachse. Auf einmal versteht er, dass die Erwartung der Berührung genauso heiß sein kann wie ihr Empang. Plötzlich bewegt er sich mit tranceartiger Präzision. Schlagartig vergrößert die Ruhe seine Kraft. Ein letztes Mal lächle ich belustigt, weil ich feststelle, dass er mit dem nackten Oberkörper, den tiefsitzenden Jeans und den leicht geschürzten schönen Lippen im gedämpften Licht wirklich aussieht wie eine auf Hochglanz produzierte Erotikphantasie. Dann entgleiten mir Wille und Fähigkeit zur Reflexion.

Allein schon wie ich ausgezogen werde, ist vollkommen anders. Anstatt die Klamotten möglichst schnell und effektiv vom Leib zu zerren und in die Ecke zu feuern, entkleidet er mich sorgsam Stück für Stück. Es ist die bewusste und bedächtige Vorbereitung dessen, was noch kommen wird. Immer wieder rührt er mich mit dem Arm oder den Fingern an. Immer wieder nimmt er Abstand und betrachtet. Und schon in diesem Moment erfüllt es mich beinahe mit Bestürzung, das Objekt so brennend fokussierter Aufmerksamkeit zu sein. Er handelt mit solcher Intensität, dass ich vollständig darin aufgehe, diese Aufmerksamkeit zu empfangen.

Seine klaren ruhigen Gesten bedeuten mir, die Hände vorzustrecken. Das Seil schnurrt mit sanftem Ton von seinem Hals, als er es um meine Gelenke legt, genau so fest, dass ich es spüre. Dann lässt er mich rückwärts an den Tisch treten und breitet mich darauf aus. Hände und Füsse werden sorgfältig mit den Tischbeinen verbunden. Mein Blickfeld beschränkt sich auf einen Teil der oberen Raumhälfte und meine Füße haben den Grund verloren. Er ist vollkommen ruhig und sanft, aber auf dem Rücken liegend gefesselt zu sein, erregt mich wahnsinnig. Mit gespreizten Beinen auf dem Präsentierteller zu liegen, ist nur genau jetzt und hier geil – das aber sehr. Es ist die kleine Schwester der Furcht, die meine Pussy schwitzen lässt.

Er lässt sich Zeit, betrachtet sein Werk – oder mich. Dann wendet er sich noch immer mit betörender Langsamkeit einzelnen Körperteilen zu. Ich kann ihn stehen sehen, während er mit Hingabe meine Beine massiert. Ich habe ihn hinter mir, als er meine Brüste knetet. Ich starre an die Decke und dann nirgendwo mehr hin, während er meine Zehen leckt, bis ich mich stöhnend in meinen Fesseln winde vor Wonne. Ich habe selten viel Zeit, mir intensiv zu wünschen, der Pseudorebell möge mich ficken, bevor er das tut. Aber beim Fesseln passiert genau das. Selbst als er mir schließlich die Finger zwischen die Beine schiebt, kostet er alle möglichen Wege aus. Als er endlich den Finger eindringen lässt, ist auch diese Berührung so ruhig und intensiv, dass ich spüren kann, wie sich alle Muskeln aktivieren, um ihm näher zu sein.

Ich werde genauso langsam wieder losgemacht. Falls das möglich ist, bin ich noch mehr ergeben in was immer passieren wird. Jetzt schiebt er mich vorwärts gegen die Tischplatte. Mein Oberkörper liegt vollkommen gestreckt und wird so fixiert, indem die über den Kopf gedehnten Arme vorn mit den Tischbeinen verschnürt werden. Meine Hüfte knickt mit der Platte. Und die wiederum gespreizten Beine berühren dieses Mal zwar den Boden, müssen aber in dieser Haltung auch einen Teil meines Gewichts tragen, während sie an den hinteren Tischbeinen festgebunden sind. Der Kopf liegt leicht unbequem auf dem Holz, und ich fühle mich mit so brennender Hingabe ausgeliefert, dass ich schon so beinahe anfange zu zittern.

Er kommt in mein sehr eingeschränktes Blickfeld, legt den Flogger vor mir auf den Tisch und sieht mir mit einer Ernsthaftigkeit in die Augen, die mir den Atem raubt. Dann verschwindet er hinter mir und beginnt mich zu schlagen, rhythmisch, ruhig. Ich weiß nicht, woher er weiß, wieviel noch gut ist. Ich weiß nicht, ob meine Tränen Ausdruck des Schmerzes sind oder der Dankbarkeit, die mich erfüllt, wenn er wieder genau den richtigen Punkt erwischt und mir beruhigend die gerötete Haut streichelt. Er legt die Hand auf meinen Hinterkopf; und ich weiß gar nichts mehr, aber ich spüre alles.

Irgendwann später holt mich die Realität wieder ein, als ich feststelle, dass man sich gefesselt nicht die Nase putzen kann, nachdem man sich das Herz aus dem Leib geheult hat, wovon die mit Wimperntusche verkrusteten Salzseen auf der Tischplatte zeugen. Noch später werde ich endlich lachend katarthisch gefickt.

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2 Kommentare zu “Auf dem Tisch

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