Wie es sich anfühlt

Veröffentlicht 24/07/2013 von Pseudorebell

Schon als wir das Gebäude von weitem sehen pocht mein Herz. Warum eigentlich? Wir sind vielleicht keine alten Hasen, das erste Mal Sexparty ist es aber auch nicht. Miss Universe merkt es und lässt eine Anspielung fallen zu der ich nichts sage. Wir gehen rein.

Es ist voller Menschen. Die meisten in Leder, ein paar Herren in Anzügen, ein paar Frauen in Kleidern, einige wenige in Verkleidung mit Maske, ganz selten ist jemand nackt. Wir ziehen uns um. Ich trage Anzug, Miss Universe eine knappe Korsage, Slip, hohe Schuhe, das Lederhalsband und knallroten Lippenstift. Ich hole Bier und als ich zurückkomme ist das erste Männchen schon bei ihr. Einer, Marke alternder Porsche Fahrer, Haare nach hinten gekämmt, Anzug, irgendwie schäbiges Lächeln. Ich möchte mich nicht mit ihm unterhalten und hätte nichts dagegen, wenn er abhaut. Das merkt er wohl und trollt sich. Und überhaupt: Frauen werden hier ungehemmt angeschaut, angegraben und zum Ficken aufgefordert. Natürlich Miss Universe, die heiß, sexy und willig aussieht. Mal sehen ob ich mich daran gewöhne und vielleicht sogar Beschützerinstinkt und Besitzerstolz ablegen kann…

Eigentlich sind wir aber wegen etwas anderem hier – oder doch nur ich? Ich will Sex mit Miss Universe und ich will, dass uns jemand dabei zusieht. Wir landen neben dem DJ Pult. Ganz in Swingerclubmanier steht dort ein Bett, recht groß und sogar ein bisschen gemütlich. Miss Universe steht mit dem Rücken zu mir und ich streichle sie zwischen ihren Schenkeln. Sie dreht sich herum und macht sich bereit für einen Blowjob. Um uns herum sammeln sich Männer. Einer sitzt neben ihr und fasst sie an. Sie wiegelt ihn ab. Hinter uns steht einer und fragt mich, ob er sie anfassen dürfe. Nein, darf er nicht. Sie nimmt meinen Schwanz in den Mund und an der Stelle, wo er sich normalerweise sofort aufrichtet und hart wird passiert: gar nichts. Ich kann nicht. Und es fühlt sich nicht mal so an, als könnte ich gleich. Aber sie ist so gut, bemüht sich und irgendwann habe ich eine Erektion. Der nächste Typ sitzt neben ihr und fasst sie an, einer steht hinter hier und streichelt ihren Arsch ohne zu fragen. Das Schöne ist: Ein „Nein“ ist hier auch wirklich „Nein“, trotzdem sinkt mein Gemächt wieder in sich zusammen. Will ich das vielleicht doch nicht. Was treibt mich dazu?

Ich lehne mich zurück, überlasse mich ihr und schließe die Augen. Ich höre die Musik und blende den Rest aus. Und dann vögeln wir. Hinter ihr sechs Typen, neben uns nochmal zwei – und ich finde es geil. Warum? Sie alle starren uns an, sie mehr als mich. Wie gerne würde sie wohl anfassen, ihr gierigen Finger an ihre Brüste und zwischen ihre Beine legen. Spüren, was ich spüre und es mir gleich tun. Ob sie es mit Absicht tut, kann ich nicht sagen aber Miss Universe stöhnt laut. So laut, dass sie die Musik übertönt. So, dass der Typ neben ihr wahrscheinlich gleich wahnsinnig vor Geilheit wird. Ich: strecke ihr meine Hüfte entgegen, greife ihr Becken, treibe sie zum nächsten Orgasmus. „Schaut her, ergötzt euch an uns. Wie findet ihr das?“
Das einer hinter uns lag merke ich erst, als er mir ein Stück Küchenrolle reicht, damit ich mein Sperma runterwischen kann. Irgendwann nach diesem Abend denke ich: Haben die es so nötig und suchen sich auf einer Sexparty einen Partner zum vögeln? Oder wollen die meisten dann doch nur schauen? Sind das arme Schweine? Miss Universe frage mich ob mir gefallen hat. Hat es, aber ich kann es nicht artikulieren – nicht richtig zumindest.

An gleicher Stelle passiert das Gleiche nochmal, nur mit nicht mal halb so vielen Zuschauern. Der Effekt ist wieder der gleiche. In dieser Orgie sind wir beiden die Geilsten und ich genieße es, wie sie schauen, wie sie sich gierig die Lippen lecken.

Die Show auf dem Lederhocker. Es ist tatsächlich wie ein Wald von Menschen. Ich knie vor ihr, um uns herum wird des dunkel und das macht es ein wenig bedrohlich. Herren in Anzug und in Leder. Viele davon. Aus dem Augenwinkel sehe ich, wie einer an seinem Schwanz spielt. Die anderen gaffen uns an, sind keinen Meter von uns entfernt. Wieder ergötze ich mich daran, fühle mich gut, beneided und ich meine sogar mir kommt Respekt entgegen, dass wir es so und schon wieder tun. Mit jedem Mal mit dem ich in sie eindringe windet sie sich. Sie stöhnt und klammert sich am Hocker fest. Komm Miss Universe, wir machen sie bis zur Unkenntlichkeit scharf.

Danach passiert es noch zwei mal. Miss Universe wird angequatscht und ohne Umschweife gefragt, ob sie ficken möchte – mein Besitzerstolz meldet sich. Der Typ, der gerade noch mit ihr Sex vor 15 Menschen hatte ist nicht mehr da. Es missfällt mir. Ich fühle mich uncool und dem nicht gewachsen. Ich bin froh, dass sie sie schnell abfertigt. Heute ist nicht die Zeit dafür. Später denke ich: Na ja, schauen wir mal.
In diesem Moment empfinde ich wenig. Später entsteht Dankbarkeit. Dafür, dass sie mitmacht – diese schmutzige Fantasie. Dafür, dass sie (instinktiv) zu wissen scheint, wann ich mich nicht wohl fühle und es respektiert.

Erst zwei Tage später fällt mir auf, dass ich etwas nicht getan habe. Ich habe mir keine anderen Frauen angeschaut. Mein Instinkt, der normalerweise recht schnell merkt, wenn eine im Ansatz interessiert ist, war nicht da. Ich wollte nicht und ich habe es nicht vermisst. Vielleicht weil ich aufgeregt war. Oder weil ich nichts anders als Zuschauer wollte. Oder beides. Wie auch immer. Und es ist immer noch unwirklich.

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