Unfälle

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Kein Treffer

Veröffentlicht 22/12/2013 von Miss Universe
Der Tag war vollgepackt gewesen, und so habe ich auf dem Weg zum Treffpunkt zum ersten Mal Zeit mir vorzustellen, was werden könnte. Ich weiß nur, dass er vor mir da sein wird. Ohne dass ich danach gefragt hätte, ersinnt mein Hirn ein Geschichtchen, in dem ihn seine Nachbarin dreist verführt. Ich weiß, dass er auf diese Sorte Rollenspiel steht, aber ich weiß auch, dass er dafür ein Briefing braucht. Also sende ich eine Nachricht mit der Frage, ob er Lust auf eine Szene hat. Dann weiß er schon, was ich meine.

Die postwendende Antwort enthält zwei Stichwörter: Spielen und Seile. Alles in mir springt auf das erste an. Schon länger weiß ich, dass er Schmerzen meint, wenn er Spielen sagt. Seit dem letzten Mal habe ich erhöhten Respekt. Dieses Wort bedroht mich geradezu, gänzlich seiner eigentlichen Bedeutung entrückt. Mir sinkt das Herz augenblicklich in die Hose. Statt der frechen sexy Nachbarin erreicht ihn ein demütig furchtsames Wesen.

Aus diesem Modus komme ich auch nicht heraus, während er mich zu Beginn fesselt – obwohl ich mehrfach feststelle, dass er gar nicht hinterhältig lächelt und auf die gleiche konzentriert ruhige Weise mit den Seilen beschäftigt ist wie sonst auch. Ich bin keine stolze Leinwand für Fesselkunst, ich beuge mich zahm der Immobilisierung. Zu tief sitzt die Erinnerung an hilflose Bewegungsunfähigkeit auf dem Tisch. Nicht einmal die trotz allem empfundene Schönheit des Kerzenlichts, das in ständig anderen Winkeln über seinen nackten Oberkörper tanzt und jeden Muskel maximal dramatisch illuminiert, nimmt mir die Furcht. Sind die Fesseln Schmuck oder Werkzeug?

Aber wie gut sich dieses Seilkleid anfühlt! Es ist auf diese angenehme Art fest, dass es sich mehr nach Schutz, denn als Einschränkung anfühlt. Und die Teile an Brust und Beinen sind auf eine Weise miteinander verknüpft, dass das Tragen gänzlich dem einer sich ineinander schiebenden, schwerelosen Rüstung gleicht. Er platziert mich unter die Stange, lässt noch ein paar Seile über mich und über sie laufen, und plötzlich hat er es wieder geschafft: Mein Körper schwebt gut auf mehrere Druckpunkte verteilt in der Waagerechten. Ich werde nie verstehen, mit welchem Augenmaß er das herstellt. Ich schwebe! Mir wird sich auch nie erschließen, wie er aus dieser fast meditativ handwerklichen Ruhe und Präzision heraus so schnell eine stattliche Erektion hervorzaubert, die er jetzt meinem mit dem Körper an den Seilen hin und her pendelnden Kopf einverleibt…

Erst als ich wieder auf den Füßen stehe, sagt er von hinten in mein Ohr: „Jetzt kannst du Angst haben.“ In diesem Moment bindet er mir ein Tuch vor die Augen. Ich nehme an, er weiß, dass ich dazu keine gesonderte Aufforderung mehr gebraucht hätte. Ich habe mich vorzubeugen. Erst wandern die Floggerschnüre leicht über meinen Rücken, immer wieder abgelöst von seiner streichenden Hand. Aber dann, sehr bald, landen die Lederriemen scharf und fest auf meiner Haut. So hart, dass ich die Spuren der wenigen Schläge noch drei Tage später deutlich sehe. Und vor allem so hart, dass es mir unangenehm weh tut. Es gibt diese wie auch immer definierte Grenze, an der ich nicht mehr annehme und an der es dann auch keinen Spaß macht. Es ist die gleiche, an der ich beginne auszuweichen.

Der Pseudorebell lässt kurz ab, aber nur um meine Hände an die Stange zu fesseln und die Augenbinde durch ein Tuch in den Mund zu komplettieren. Ich rede ja sonst auch nicht, und atmen und schreien kann ich auch so, wie ich bald feststelle. Trotzdem macht mich dieser kleine Knebel, den er mir zum ersten Mal anlegt, noch ein wenig hilfloser. Schläge landen auf meinem Rücken, die schmerzen und die ich nicht haben will.Es ist anders als sonst. Das Annehmen der Schwäche, die Aufgabe ist ein großes Geschenk, das am Ende einer Kette von durchlebtem Schmerz und Hilflosigkeit stehen kann. Für dieses Gefühl haben wir überhaupt angefangen. Aber die Art und Weise, wie es mir gerade aufgezwungen wird, bringt nur Ablehnung hervor. Ich winde mich so gut ich kann, ich brülle in mein Tuch, aber es nützt mir nichts. Der Pseudorebell wollte Hilflosigkeit herstellen und das ist ihm gelungen.

Immerhin scheine ich einen Ausdruck der Verzweiflung zu produzieren, der ausreicht, um mir den Knebel wieder wegzunehmen. Als die Schläge weiter prasseln, nutze ich meine zurück erlangte Wortgewalt, um meiner aufsteigenden Wut Luft zu machen. Mein Körper scheint völlig anders auf die Situation zu reagieren. Als ich ihn mit an Verzweiflung grenzendem Ärger anzische: „Hör auf mich zu verprügeln“ ist das keine Provokation, damit er mich noch kleiner macht, sondern der wenig treffende Ausdruck dieses Unterschieds.
Es bewahrheitet sich meine Überzeugung, dass er mich schon versteht, wenn es darauf ankommt. Während ich noch überlege, ob ich jetzt wirklich mein Stop-Wort auspacken muss, ist das Spiel vorbei. Er wartet, bis ich einigermaßen darüber hinweg bin, dass ich gerade gegen meinen Willen geschlagen worden bin. Zweimal prüft er, dass dadurch nichts kaputt gegangen ist und es mir gut geht. Die Ursachenanalyse erschöpft sich an diesem Abend in: „Zu schnell. Man kann es nicht so schnell hoch fahren.“

Und dann tut er etwas, wofür ich ihn unendlich bewundere. Dann lässt er diese Erfahrung stehen, bereit aus Fehlern zu lernen, die Augen ganz weit nach vorn gerichtet, und macht einfach weiter und einen grandiosen Abend daraus.

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Unsexy

Veröffentlicht 06/10/2013 von Pseudorebell

Als ich ihr schrieb, dass ich mich unsexy fühle, schrieb sie mir mit einem Zwinkern zurück, dass das ja wohl nicht sein könne. Es ist Wochenende und wir wollen ausgehen. Der präferierte Plan die Schöne zu betören scheitert an ihrem Gesundheitszustand und wir müssen uns was ohne sie überlegen.

Seit ein paar Tagen manifestiert sich die Idee noch mal einen Club zu besuchen. Sie steht schon lange so da und wir einigten uns immer auf „Machen wir irgendwann mal“ – heute tun wir es. Als wir uns vorher treffen bin ich immer noch unsexy aber ein paar Striche über den Nacken und den Rücken von Miss Universe wirken. Ich will sie, am liebsten auf der Stelle. Und wie wir es immer tun wenn wir auf Entdeckungstour gehen, fantasieren wir, wie es wohl werden könnte. Meine Fantasie ist klar. Da ist ein kleiner Swingerclub mitten in den Stadt und es ist FKK Party angesagt. Wahrscheinlich werden wir umringt von einem Haufen ältere Menschen sitzen und keine Ahnung was machen – im besten Fall liefern wir ihnen ne Show.

Zum Club geht´s eine kleine Treppe runter. Wir klingeln und eine Dame in nackt öffnet uns die Tür – die Inhaberin wie sich herausstellt. Wir werden mit Handschlag begrüßt und auf die Frage hin, ob wir schon mal in Clubs waren antworten wir großmütig mit „ja“. Erfreulicherweise ist der Eintrittspreis sehr gemäßigt, 35 € für zwei und frei trinken – nicht schlecht. Und als ich an die Theke schaue weiß ich, dass ich frei trinken ausnutzen werde. Es ist wie befürchtet. Das ganze hat was Eckkneipe nur in nackt. Natürlich ist der Hauptteil der Besucher männlich – die sind hier, weil sie Titten und Muschis sehen wollen und vielleicht dürfen sie ja auch mal anfassen. Und wie in einer Eckkneipe wird sich über Alltagskram unterhalten. Irgendwas daran gefällt mir nicht, es wirkt zu bizzar, irgendwie bedrückend, eine „wir tun als würde wir uns alle total mögen weil wir nackt sind“ Szenerie. Die Musik ist zu leise als dass sie diese (für mich?) beklemmende Atmosphäre übertünchen könnte. Und so leid es mir tut: Sämtliche Besucher sind vollkommen unattraktiv. Kein hübscher Körper in Sicht, niemand der extrovertiert daher kommt. Es scheint, als verstecken sich alle- inklusive mir. Klischee bestätigt.

Wir lassen uns die Räume zeigen, spielen ein wenig mit Peitschen und Kreuzen aber ich merke da schon: das wird nix heute Abend. Und so ist es. Wir sitzen an der Bar und unterhalten uns mit einem älteren Pärchen über Urlaub machen an der See…. und beschließen die Spielwiese zu besuchen. Wieder ist da das Gefühl, dass das heute nichts wird. Ich komme über Miss Universe und begelücke ihre Brüste mit meiner Zunge. Dann drehe ich mich und lade sie zum Blowjob. Neben uns das Pärchen von gerade eben, an den Bettkanten je ein Männchen, dass mindestens glotzen möchte. Und es passiert… nichts. Ich kann nicht. Was früher die Aufregung tat erledigt jetzt diese unglaubliche Unsexyness. Es ist heiß, der Typ neben mir macht Geräusche als würde er gleich ohnmächtig und vor dem Bett gehen Menschen auf und ab.

Irgendwann kann ich dann und komme sofort. Zurück an die Bar, was trinken, noch ein Versuch. Ich kann wieder nicht aber schenke Miss Universe einen Ritt auf meiner Zunge und beglücke wieder ihre Brüste. Dann ärgere ich mich, dass ich mich so von dieser bescheuerten Location und Atmosphäre runter ziehen lasse und am Ende bieten wir zwei geneigten Zuschauern noch eine Blowjobshow. Und jetzt bitte raus hier. Es ist nicht kalt draußen und ich will noch ein Bier am Teich.

Wir gehen, dass Pärchen auch. Zurück lasse wir eine Haufen nackter Männer. Was die wohl noch allein gemacht haben?

Selbst gestört

Veröffentlicht 27/07/2013 von Miss Universe
Auf dem Hinweg habe ich versehentlich wieder das Thema vom Ende angefangen. Das habe ich zum einen schon letzte Woche ohne messbaren Erkenntnisgewinn, und zum anderen war es diesmal äußerst ungelenk. Es tut mir in dem Moment leid, in dem es meinen Mund verlässt. Wir bügeln darüber hinweg, die Ungewissheit gewohnt, aber vielleicht hat sich eine kleine Unsicherheit in unsere Knochen geschlichen.

Später tapere ich geduldig hinter dem Pseudorebellen her, bis er einen Platz gefunden hat, der ihm der lauen Sommernacht angemessen dünkt. Dass er letztlich einen findet, an dem er sich nachher wieder vor Spaziergängern erschreckt, ist mir schon jetzt egal. Irgendwie lege ich sowieso bemerkenswert wenig Leidenschaft an den Tag. Die schäumende Energie des Pseudorebellen bedrängt mich heute eher, als dass sie mich aufputscht. Ich befreie mich aus seinem Kuss. Ich klaube die Finger von meiner Brust, die mich in diesem Zustand eher schmerzen als erregen.

Aber ich habe gelernt, wie ich diese Ausnahmesituation fehlender Lust zu nehmen habe: Ich bitte ihn still zu sein.

In dem Moment, wo ich die Gewalt zur Entschleunigung an mich reiße, dreht sich alles: Ich ziehe mich aus, und der ganz leichte Wind, der immer noch die Hitze des Tages durch den Park treibt, streichelt über meinen Rücken, dem dieses Gefühl beinahe nie vergönnt ist. Der entblößte Oberkörper des Pseudorebells liegt unter mir wie Marmor im Licht des gerade voll aufgegangenen Mondes. Er leuchtet unwirklich hell und eben.

Meine Fingerspitzen fahren darüber und empfinden seine Haut nicht nur als glatt, sondern auch weich und ganz leicht warm. Meine Zunge taucht zwischen seine Beine, und er ist so brav still, dass nicht einmal sein nimmermüder Schwanz mir entgegen schlägt, während ich nur zärtlich über seine Hoden lecke. Irgendwann seufzt er wohlig, und erst dieses Geräusch erinnert mich wieder an Sex und weckt langsam und zart meine Lust. Ich nehme ihn in den Mund und stelle wieder fest, wie verdammt gern ich das tue und wie wohl ich mich dabei fühle. Ich meine, jede Reaktion auf winzigste Bewegungen spüren und verstehen zu können. Und dann kommt tatsächlich der Punkt, wo ich auch mehr will.

Ich rutsche an ihm nach oben, die Brüste über seinen Oberkörper streifend und nehme seinen Schwanz in mich auf. Während ich eben noch beinahe fürchtete, nicht in Stimmung zu kommen, wird mir urplötzlich klar, wie schön es ist, in diesem Moment nicht bereits vollkommen in meiner eigenen Geilheit abgetaucht zu sein. Ich spüre immer noch die warme Luft, die mich umfließt. Ich fühle das trockene Gras unter meinen Knien. Ich höre das Rauschen des Windes in der Blätterkrone des Baumes, unter dem wir lagern. Ich empfinde aufmerksam, wie wonnig sich unsere Geschlechter berühren. Ich nehme intensiv wahr, wie mein Inneres ohne Willen und Zutun sich schmiegt und windet. Wie wenig geschieht und wie wunderbar es sich anfühlt!

Der Pseudorebell ist immer noch ganz still. Nur ganz langsam und sanft streckt er sich mir entgegen, mit kleinen Bewegungen dieses seltsamen, eigenlebigen Stück Fleisches, deren Grad an Willkür und Muskelanspannung mir ewig verborgen bleiben wird. Aber im wesentlichen liegt er im Mondlicht und schaut mich an. Diesmal blicke ich von oben in seine hellen Augen, die offen stehen wie bei einem Kind. Der Kerl ist ausgewachsen, rational und mit ausreichend Selbstschutz- und -verteidigungsmechanismen versehen. Er ist erfahren genug, dass man ihn schwer überraschen kann. Und selbst wenn man ihn unerwartet packt, weiß er die Fassung zu wahren. Er ist ein Mann, er ist immer Herr der Situation und seiner selbst.

Aber jetzt gerade hat er alle Waffen und Schilder abgegeben. Jetzt sieht er mich an wie eine Erscheinung und als könne nichts Böses passieren auf diesem Planeten. Er richtet nicht nur alle scharfen Sinne auf mich, sondern macht seine Empfindsamkeit auf wie ein Scheunentor. Er will was hier mit uns geschieht mit einer Bedingungslosigkeit aufnehmen, die alles andere radikal außen vor lässt. Eine derart schutzlose Seele nimmt mir immer den Atem. Als jetzt die Spaziergänger in einigem Abstand vorbei laufen, bleibt er zwar notgedrungen unter mir liegen, aber der Kopf dreht hektisch, die Augen verengen sich und ich kann spüren, wie der Krieger zu den Waffen läuft. Ich muss lachen über den Kontrast. Und schon ist der Spuk vorüber, der Pseudorebell wieder auf Empfang.

Ich ziehe die Füße nach vorn und hocke in Froschmanier über ihm. Die Erfahrung weiß, dass ich das länger kann, als ich denken würde. Und ich weiß, wie sehr er es mag, wenn ich den ganzen Weg über die volle Länge seines Schaftes nehme. Es ist ein schöner langer Weg. Und man kann auf der Spitze neckend verweilen oder in kurzen und langen Intervallen wechselnd hoch und runter gleiten. Zumeist schaut er sich den Zaubertrick seines in mir verschwindenden Schwanzes auch gerne an. Aber als ich jetzt die Augen öffne, schaut er noch immer mit allen Sinnen geöffnet in mein Gesicht.
Während es mir die Kehle zudrückt, hinten von der Tränendrüse her, kann ich sehen, wie es ihm kommt. Wie der ganze Akt ist es nicht einer dieser erschütternden Orgasmen, bei denen brüllend der Teufel ausgetrieben wird. Stattdessen flirrt nur die Erlösung kurz über seine Netzhäute, während er die Augen nicht eine Sekunde von meinen nimmt oder auch nur blinzelt. Dann schwindet der heilige Ernst, mit dem er das hier betreibt, für kurze Zeit und macht einem Lächeln Platz, das kein Grinsen ist.
Ich klappe die Beine wieder um, froh die Froschposition verlassen zu können, und will eigentlich nur kurz über ihm sitzen bleiben. Er hält mich und schaukelt ein bisschen mit mir, wahrscheinlich bloß froh um diesen Moment. Aber der Pseudorebell wäre nicht der Pseudorebell, wenn er nicht plötzlich feststellte, dass es ja noch weiter gehen kann. Er animiert mich zu größeren Bewegungen, und tatsächlich kann ich spüren, wie sein Schwanz in mir wieder größer und fester wird. „Ja, komm, fick mich“ halte ich noch eine Weile durch, dann schmerzen irgendwann die Knie.
Ich rolle auf den Rücken. Er kommt über mich und frotzelt: „Ist schön, einfach nur im Gras zu liegen, ne?“ Und was dann kommt, fühlt sich tatsächlich irgendwann ein bisschen so an, als müsste er arbeiten. Er erklimmt Hügel um Hügel, der Atem stockt, dann sinkt er sisyphusgleich zwischen meine Schenkel um einen weiteren Anlauf zu nehmen. Irgendwann entwickele ich tatsächlich den Wunsch ihn zu erlösen. So wie ich liege, habe ich nicht viel Bewegungsfreiheit. Und für Wörter, die ein Übriges täten, bin ich nicht in der Stimmung. Also nehme ich die Dinge in die Hand.

In meiner Vorstellung setzt er sich auf meine Oberschenkel und lässt mich seinen Schwanz reiben, bis eine milchige Fontäne sich im Mondlicht über meine nackten Brüste ergießt. Er aber sagt, als ich ihn aus mir heraus gezerrt habe: „Das ist doch Verschwendung.“ Es ist vielleicht nicht die geschickteste Weise, berechtigtes Missfallen an einem Positionswechsel auszudrücken, aber es ist auch kein Grund für diese vollkommen sinnlose Diskussion, die wir im Anschluss führen, anstatt die Magie des Abends auf unserer Seite zu behalten.

Wir kommen vom ficken ins reden, und es ist nicht so, dass wir konstruktiv Wünsche und Bedürfnisse verhandeln. Wir finden auch den Weg zurück nicht, wie sonst aus jeder Störung heraus, einfach weiter zu machen. Es fühlt sich eher an, als würden wir Unsicherheiten austragen. Recht bald merken wir beide, dass es nichts bringt. Wir ziehen uns tatsächlich an und trollen uns nach Hause. Ich will für uns anrechnen, dass wir dem keine weitere Bedeutung zumessen und es nach zehn Minuten nicht mehr zwischen uns steht. Ein Paralleluniversum hat keine Risse.

Abschalten

Veröffentlicht 27/04/2013 von Miss Universe

Manchmal wundere ich mich schon, dass das Wunder sich gar nicht abnutzt. Klar wir sind Superhelden, wir existieren nur im Paralleluniversum, aber auf die Magie des Anfangs, den Zauber des Neuen können wir uns schwerlich noch berufen. Und trotzdem passiert es – jedes einzelne verfickte Mal!

Ich wusste nicht, dass ich dazu überhaupt in der Lage bin. Lässt man mich in Ruhe, können Wochen vergehen, bis mir von allein einfällt, dass Sex ein schöner Zeitvertreib und auch mal ein Bedürfnis ist. Lässt man den Pseudorebell auf mich los, macht er mich instant geil. Ich schaue einmal in diese vor Verlangen lodernden Augen, ich spüre eins dieser drängenden Knie irgendwo an meinem Bein, ich fühle an einer beliebigen Stelle meines Körpers diese gierige Hand – und schon springen mein Kopf und mein Körper einträchtig um auf Fortpflanzungsmodus. Manchmal reicht, dass er mir ein rauhes und wenig originelles „Ich will dich flachlegen“ ins Ohr raunt oder einfach nur mit seinem großen strahlenden Körper viel zu dicht herantritt. Guck mal – ohne Berühren! Der Effekt ist automatisch und unfehlbar: Ich werde willig, feucht und geil.

Wir haben so viele (Mittagspausen-) Quickies absolviert, dass wir das minimale Vorspiel kennen, und eigentlich bräuchten wir nicht einmal das. Unsere Körper sind darauf konditioniert, sich sofort aneinander aufzuschaukeln. Es ist wie eine sich zwingend immer wieder erfüllende Prophezeiung. Wenn die Zeit da ist, auch in Reihe. Immer und immer wieder.

Es ist wieder so eine geklaute halbe Stunde spät am Abend. Ich habe noch nicht einmal die Jacke abgestreift, da drängt er sich frontal gegen mich. Wie immer ist das eindeutig begehrt werden ein sehr angenehmes Gefühl, aber ich spüre, dass ich lieber Hautkontakt hätte. Ich mache mich los, entledige mich achtlos meiner Klamotten und stehe nackt vor ihm. Sofort umfangen mich seine Arme. Einige Sekunden lang entsteht Intimität zwischen unseren Körpern. Sie tauchen ein in die Wärme des jeweils anderen. Die Haut aktiviert alle Rezeptoren zur Wahrnehmung. Wir atmen uns ein und landen in diesem Moment beeinander, alles andere ist weg. Ganz kurz tasten seine Hände auf meinem Rücken nur auf der Suche nach Nähe, streicheln nur aus Freude, diesen Augenblick gefunden zu haben. Es ist die Sekunde, wo ich meine Wange kurz auf seiner Brust ablege, alles vergesse und ankomme.

Und im nächsten Augenblick müsste die Lust kommen, die Lust sich noch näher zu kommen, die Lust auf Hitze, Aufregung, Extase. Bei ihm kommt sie auch. Es ist schön, die Hände zu spüren, die dringlich werden. Es ist das gleiche beglückende Gefühl, mitzukriegen wie er hart wird. Ein Teil meines Körpers spielt mit, er kennt die Choreographie, weiß die Regeln. Es ist immer noch schön, keinesfalls unangenehm. Ich mag diesen Mann und das Schauspiel seiner Lust. Aber mein Kopf scheint nicht anzuspringen. Das wilde Wollen passiert nicht. Ich bin nicht abgetörnt, aber ich bin einfach nicht geil.

Ich spüre seine Hände an meiner Brust, ich fühle seinen Schwanz in mir, wie er die Punkte berührt, aber das Feuerwerk bleibt aus. In dem Moment, wo ich es bemerke, ist es auch schon zu spät. Ich bin verwundert und verwirrt. Das ist mir noch nie passiert! Wieso macht es nicht klick, so wie sonst immer? Es ist doch alles schön… Vielleicht habe ich es zu sehr gewollt, die Woche war nicht so toll. Jedenfalls fange ich an nachzudenken, und dann ist es erst recht vorbei. Vor allem bin ich erstaunt. Das kenne ich so gar nicht. Wieso springt der Motor nicht an?

Und was ist jetzt zu tun? Weiter versuchen? Abbrechen? Faken?! Er zieht mich über sich, wahrscheinlich weil er spürt, dass ich nicht seinen Rhythmus finde. Ich hocke über ihm, schließe die Augen und mache noch einen halbherzigen Versuch, meine Lust hervorzukitzeln, indem ich mich gegen ihn dränge, die Hüften kreise und den Punkt suche, wo es richtig gut wird. Aber wahrscheinlich bin ich schon zu verzagt. Es kommt nicht. Und ich kann nicht weitermachen, als wäre alles normal.

„Ich kann das gerade nicht. Irgendwie bin ich im falschen Film“, teile ich unbeholfen mit, während ich mich herunterrolle und an seine Seite kuschele. Er sieht mich an, mit aller Ernsthaftigkeit, die seine hellen Augen aufzubieten vermögen, und das ist manchmal erschreckend viel. Er will verstehen. Dabei habe ich doch selber keine Ahnung, was hier los ist. Ich habe totales Zutrauen in unsere sachliche Kommunikation. Das funktioniert meist ziemlich reibungsfrei. Aber meine Unsicherheit potenziert sich gerade in der Antizipation einer Diskussion über Ursachenforschung im Stundenhotel.

„Mach einfach was anderes“, stoße ich unentschieden hervor. Und er tut es tatsächlich. Er dreht mich, nimmt mich von hinten. Ich muss ihn nicht ansehen, das macht es ohnehin immer komplizierter. Stattdessen kann ich mich der Bewegung hingeben. Er kommt schnell und lautstark, und ich freue mich wahnsinnig, weil ich mich sowieso immer daran erfreue und weil das allemal die bessere Lösung ist, als jetzt zu reden.

Wir sprechen dann trotzdem kurz. „Sogar ich weiß, dass Orgasmus immer da drin passiert“, tippt er mir grinsend auf die Stirn. Und: „Manchmal kann man eben nicht. Ich kenne das. Beim nächsten Mal geht’s wieder“, sagt der Pseudorebell und liefert einfach trotzdem eine Runde zwei innerhalb dieser merkwürdigen 30 Minuten. Er versteht gar nicht, wie großartig ich ihn dafür wieder finde.

Abgebrochen

Veröffentlicht 06/04/2013 von Miss Universe
Er macht es mir leicht. Ich muss nicht einmal die Stimme erheben. Ein Blick genügt, und der Pseudorebell verwandelt sich in ein Gänseblümchen. Ein nacktes Gänseblümchen. Und ein sehr zahmes Gänseblümchen. Eigentlich hätte ich ihn schlagend ein wenig disziplinieren wollen, aber dieser Teil fällt kurz aus, denn er frisst mir freiwillig aus der Hand. Ich kann es nie ganz glauben, muss immer an Berichte von Großkatzendompteuren denken, die nach Jahren der Zusammenarbeit von ihren Tigern zerfleischt wurden.
Aber er hängt an meinen Wünschen wie ein Lamm an der Leine und folgt.Also keine Angst vor großen Gesten und ab in den martialischen Käfig mit ihm. Es gibt noch Dinge, die wir in der Fetischburg nicht ausprobiert haben. Ich spicke ihn mit ein paar bunten, hässlichen Plastikwäscheklammern und er kriecht folgsam in den niedrigen Käfig. Immerhin passt er tatsächlich hinein. Nicht alles, was ich mir vorher ausdenke, passt in der Wirklichkeit.
Das Teil ist oben mit einer Platte abgedeckt, auf der ich mich nun direkt über seinem Kopf entkleide. Ich hoffe, er kann es hören. Ein bisschen fühle ich mich wie die böse Hexe aus Hänsel und Gretel, als er den Finger herausstrecken und mir damit den Hals streicheln muss. Unfehlbar bringt es mich in Stimmung, und eigentlich würde ich es mir gerne vor dem Käfig selber machen. Soll er doch zuschauen mit seinen gierigen, aber braven Augen!
Aber nach kürzester Zeit langweile ich mich mit meiner eigenen Hand und mache nur weiter, bis ich ein paar Geräusche erzeuge, von denen ich annehme, dass sie ihn triezen. Mein stetig wachsender Wunsch, es ordentlich besorgt zu
bekommen interferiert irgendwie mit dem Plan, seinen gleichartigen Wunsch auszureizen und hinauszuzögern.
Soll er es mir doch machen! Ich bin selbst überrascht, wie tragfähig die Idee ist, mich nach hinten auf den Händen abzustützen, die Kniekehlen über den Käfigdeckel zu hängen und ihm den Unterleib auf halber Höhe zwischen den Gitterstäben hindurch entgegen zu drücken. Kniend reckt er mir die Zunge entgegen und beginnt zu lecken. Ich presse gegen die Streben und lasse ihn sich in mich wühlen. Es ist immer wieder erstaunlich, wie lange selbst unwahrscheinliche Posen halten, wenn man nur gut abgelenkt wird.
Aber nach kürzester Zeit will ich mehr und fordere ihn auf, mir zusätzlich einen Finger zu geben. Es tut gut, endlich
werde ich gefickt. Er keucht; wahrscheinlich ist es nicht so einfach, im Käfig zu knien und mich gleichzeitig mit Zunge und Fingern zu versorgen. Ich weiß, dass er sich jetzt gerne dafür anstrengt. Trotzdem ist das Bild alsbald ausgereizt.
Er darf hervorkommen und kurz sogar vor mir stehen – obwohl ich diese Konstellation nicht mag, wenn ich über ihn bestimmen soll. Seine mächtigen Brustmuskeln bilden dann meinen Horizont, und ich muss aufschauen, um seinen Blick gefangen zu nehmen. Aber ich will Zugriff auf meine Klammern und ihm dabei ins Gesicht sehen können. Ich löse die erste und kann sehen, dass mehr passiert, als er dachte. Das Blut schießt zurück unter die Haut und er muss zumindest die Nase heben und tiefer atmen, so spitz ist der Schmerz. Wie gern würde ich einen Seufzer hören! Aber er erträgt sie alle lautlos.
Es läuft so gut, auf zum nächsten Klischee. Ich besteige den Thron, knapp der Versuchung entrinnend mich dorthin tragen zu lassen. Ich bin nicht Jane. Dann muss er sich vor mir auf den Boden legen. Ich liebe diese Position! Er liegt mit so viel Abstand unter mir, dass ich mich seinem potenziellen Bannkreis und Zugriff entzogen fühle. Und ich bin jedes Mal wieder hingerissen davon, wie verändert der Ausdruck seiner hellen Augen wird, wenn er von unten kommt. Ich sehe Hingabe und Verletzlichkeit. Ich sehe plötzlich, dass dieser Körper nicht nur riesig, stark und gut gebaut ist, sondern von oben und mit Abstand betrachtet geradezu jungenhaft schlank und ansatzweise zerbrechlich.
Auf einmal hat er diese gebrochene Schönheit offen gezeigter Schwäche, die mich so viel tiefer berührt als seine sonstige plakative Jeansmodelästhetik. Ich schaue aus meiner gottgleichen Position hinunter in den blauen Himmel seiner Augen, die auf geradezu überirdische Weise mit einer Mischung aus roter Schummerbeleuchtung und letzten Tageslichtresten illuminiert werden, und packe diesen Moment ein, um ihn später genießen zu können.
Ich wärme meine Füße an seinem Bauch. Ein Klecks Gleitgel fällt aus einem Meter Höhe herab, und ich beginne, ihn mit den Zehen über seinen Leib zu verteilen. Es gefällt mir. Ich möchte das weiter tun. Und so könnte es tatsächlich gehen. Es gibt da nämlich dieses Thema mit Füßen, das er sich schon lange wünscht, mir aber nicht so leicht fällt. Natürlich will ich es trotzdem ausprobieren. Jetzt!
Aber irgendetwas stimmt nicht. Mein hingestrecktes Opfer sieht unglücklicher aus als es sollte. Ich will zwar über ihm sein, und er soll sich zurückhalten, was schwer genug für ihn ist, aber er soll nicht so leiden, wie er das gerade zu tun scheint. Es dauert eine ganze Weile, bis diese Erkenntnis sich in mir Bahn bricht, bis sie gewinnt gegen die Begeisterung, mit der ich mich gerade auf meinem Thron eingerichtet habe. Und dann muss ich noch verstehen, was hier möglicherweise gerade nicht stimmt. Ich steige vom Olymp und komme über ihn. Er ist steif und zittert ein wenig. „Dir ist kalt, oder?“ Er nickt. Ich lasse schweren Herzens von meinem Plan ab, lasse ihn vom Boden aufstehen und bette ihn neu unter ein Handtuch, das ich für andere Zwecke dabei hatte.
Erst weit im Nachhinein wird mir bewusst, was hier gerade passiert ist, und es beeindruckt mich. Normalerweise spiele ich so gern mit dem Pseudorebellen, weil ich mich ruhigen Gewissens und entspannt auf meine eigenen Bedürfnisse und Wünsche konzentrieren kann. Er weiß, was er will, er weiß, was ihm gut tut, und er hat keine Scheu genau diesen Impulsen zu folgen. Er tut das nie rücksichtslos, aber wenn er sich Kopf voran zwischen meine Beine wühlt, dann habe ich das gute Gefühl, das ist genau, was er jetzt tun will. In diesem Moment war es anders. Er muss sehr gefroren haben. Aber er hat es nicht geäußert, geschweige denn für Abhilfe gesorgt. Er war beseelt von dem Wunsch, mir Folge zu leisten, zu einem Grad, dass er einfachste Bedürfnisse unterdrückte.
Ich muss mich nicht wundern. Es ist genau diese Übergabe der Kontrolle, die mich selbst in ähnlichen Situationen dermaßen beglückt. Ich genieße es ungemein, alle meine Bedenken, Warnsysteme und Vorbehalte aufzugeben und mich in blindem Vertrauen hinzugeben. Und doch schreckt mich die Erkenntnis, wie viel Verantwortung ich in so einer Situation plötzlich habe. Das ist kein ganz einfaches Geschenk. Aber es ist eins.

Nach Gummi fischen

Veröffentlicht 28/01/2013 von Pseudorebell

Ich hielt meine Hand auf ihrem Bauch und sie wand sich unter mir. Dem vorausgegangen war ein Spiel mit Liebeskugeln, die ein Geschenk für Miss Universe waren. Ob sie ihre Wirkung beim Auflegen der Hand getan haben will ich nicht beurteilen.

Wir sind natürlich darauf bedacht unsere Tools sauber zu halten. Die Stunde im Stundenhotel ging auf ihre Ende zu und Miss Universe machte sich daran die Kugeln zu säuber. Nun ist das Interior höchstens als zweckmäßig zu beschreiben. Alles was notwendig ist findet sich, wenn auch nicht in gutem Zustand. Das Waschbecken in Zimmer 7 liefert zwar (mittlerweile wieder) heißes Wasser was aber fehlt ist der Ausgussverschluss. Durch Verwendung von Seife wurde das Gummi so rutschig, dass die Kugeln nicht mehr festzuhalten waren und verschwanden im Ausguss. Zu sehen waren sie zwar noch trotzdem reicht sämtliches Geschick von Miss Universe  nicht aus, um sie wieder herauszufischen. Als ich mein erstes Lachen hinter mir hatte versuchte ich also mein Glück. Meine Finger sind deutlich gröbere Werkzeuge als die von Miss Universe also baute ich zwei Kugelschreiber auseinander und versuchte mein Glück. Ähnlich wie beim ersten Versuch Reis mit Stäbchen zu essen ging es ein bisschen – aber nie genug um die Dinger fassen zu können.

Schlussendlich schaffte es Miss Universe mit scharfen Fingernägeln unter leichten Materialverlusten die Kugeln zu befreien. Mal sehen, wann sie nochmal zum Einsatz kommen.

Abgerutscht

Veröffentlicht 19/01/2013 von Pseudorebell

Miss Universe war bis gerade gezwungen still zu halten. Sie war auf einem Bock aus Holz, Leder und Eisenbolzen im Spielparadies festgemacht und diese Umklammerung ist nun gelöst. Ich habe die Peitsche weggelegt und widme meine Hände zuerst ihrem Arsch, dann ihrer Pussy.

„Na, willst Du gefickt werden?“. Sie nickt und ein leises, unterwürfiges „Ja“ ist zu hören. Ich stelle mich hinter sie und muss die Beine ein wenig spreizen, weil der Bock ein wenig zu niedrig für mich ist, streife ein Kondom über und stoße in sie. Sie windet sich und reckt mir ihr Becken entgegen. Ich greife sie in der Hüfte, kralle mich in ihre Schulter und ziehe an ihren Haaren… und plötzlich fühlt es sich nicht mehr so an, als in der Sekunde davor.

Ich höre auf mich zu bewegen und ziehe mich zurück: Das Kondom ist nicht mehr auf seinem angedachten Platz. Ich sage es ihr und sie fordert mich auf, danach zu suchen. Mein Mittelfinger wühlt sich in sie und in ihr herum was mal überhaupt nicht erotisch oder geil ist. Ich kann nichts finden und Miss Universe verschwindet auf der Toilette – sie wird fündig werden.

Zwei Tage später mache Witze darüber, dass ihre Beckenbodentraining wohl sehr gut wirkt.