Zu üben

Veröffentlicht 02/07/2014 von Miss Universe

Er liegt auf dem Bauch und ich liege auf seinem Rücken. Wie jedes Mal überkommt mich schon in dem Moment, wo er so friedlich hingestreckt ist und mir wehrlos seine Rückseite präsentiert, eine große Zärtlichkeit. Vielleicht liegt es an dem wilden Blowjob gerade, vielleicht an meiner Einbildung, dass ich tatsächlich das Gefühl habe, er liegt dort entspannt und empfänglich für meine Lippen, die über seinen Nacken, den Hals, das Ohr auf seine Wange wandern.

Ein bisschen versuche ich noch, die riesige Fläche seines Rückens mit meinen Händen zu erspüren, dann rutsche ich nach unten, denn wir wissen beide, was kommen wird.  Mein Gesicht taucht zwischen seine Hinterbacken, und augenblicklich winkelt er ein Bein an und zieht den Oberschenkel hoch, um mir Platz zu machen. Die nächste Welle Zärtlichkeit erfasst mich ob dieser schutzlosen Auslieferung. Dabei ist vollkommen klar, dass ich ihm nicht wehtun werde.

Meine Zunge sucht ihren Weg, nicht lang, und obwohl ich dort unten vergraben bin, höre ich ganz deutlich das erste ehrliche Genussgeräusch. Diese Laute sind wie Musik sein sollte: Sie erzählen so viel und rühren mich an. Es dauert nicht lang, bis sie sich so gesteigert haben, dass der kleine Mundmuskel nicht mehr reicht. Ich nehme den Daumen. Obwohl ich eben das Gefühl hatte, er wolle jetzt mehr, fühlt es sich nun fest und gespannt an. So tastet nur die Fingerkuppe weiter wie eben die Zunge, und bald kann ich wieder zuhören. Ich rutsche sogar ein Stück höher, um seinen Rücken küssen und mehr von diesen Klängen erhaschen zu können.

Ganz langsam steigern wir uns. Das Fingerglied muss sich wunderbar anfühlen beim hinaus Gleiten. Irgendwann ficke ich ihn mit meinem Daumen. Ich mag das, wenn ich innen ein bisschen rotieren und streicheln kann und dann wieder spüren, wie mein Gelenk sich durch diesen engen, sich aber immer mehr weitenden Ring schiebt. Die vier übrigen Finger umfassen seine Hoden. Ich habe das Gefühl, ihn in der Hand zu halten.

Ich bin so fasziniert und so zufrieden mit dem, was geschieht, dass er sich aufrichten und mich wieder daran erinnern muss, dass es noch eine Steigerungsstufe zu nehmen gibt. Einigermaßen unfallfrei schlüpfe ich in mein Geschirr, und er kommt mir auf die Knie entgegen. Dann kommt dieser Moment, der nach wie vor unheimlich ist: Diese ach so gefühllose Erweiterung meines Körpers dringt in den seinen – und ich spüre so gar nichts davon.

Vor mir breitet sich immer noch sein Rücken aus. Ich streichle ihn, während die Hände langsam an die Hüften wandern. Ich will ihn ja ficken, aber es ist, als hätte ich vergessen wie. Plötzlich scheint mir sein Körper so entfernt. Ich meine, nicht einmal mehr die Laute zu hören, die mir im Nebel der Unwissenheit den Weg weisen. Ich weiß nicht, wie tief ich in ihm stecke, ich habe kein Gefühl für den Winkel. Ich habe eine unsinnige Angst ihm wehzutun.

Der Pseudorebell lässt sich von meiner Verzagtheit nicht beeindrucken. Wenn ich es nicht tue, dann fickt er sich eben selbst. Sein Körper schwingt gegen mich, und langsam entwickele ich eine Wahrnehmung davon, wie weit die Wege sind und welcher Radius geht. Wenn er mehr will, greift er mit einer Hand nach hinten und zieht mich zu sich heran. Als er sich aufbäumt, weiß ich, dass er meine Arme an seiner Brust spüren will. Ich umklammere ihn von, greife beherzt in die Muskeln und habe endlich wieder das Gefühl von Nähe.

Irgendwann löst er sich und bedeutet mir mich auszustrecken. Es beginnt dieses Schauspiel, bei dem er sich selber fickt über mir. Ich kann ein bisschen mit dem Becken mitarbeiten, aber im wesentlichen liege ich da und staune. Er lehnt sich nach hinten, tanzt über mir. Wieder einmal beeindruckt mich, wie ganz offensichtlich geil er sein kann, während sein Schwanz vollkommen friedlich zusammengerollt in meiner Hand liegt. In seinem Gesicht aber steht die Begeisterung. Zum ersten Mal sehe ich, dass auch er die Augen vor Genuss verdreht. Und vor allem sehe ich ihn die ganze Zeit lachen.

Wenn ich die Töne des Genusses gerne gehört habe, sind mir die Bilder unerträglich. Er sieht so verdammt glücklich aus, dass es wehtut. In seinem Gesicht steht so echte, überbordende Freude, dass ich mich schon wieder schäme es anzuschauen. Er sieht mich an mit dieser haltlosen Mischung aus Begeisterung und Freude und dieser Dringlichkeit, die uns befällt, wenn wir etwas so existenziell Großes empfinden, dass wir es nicht nur teilen wollen, sondern sogar zu müssen scheinen. Aber das ist zu groß. So wie ich immer mal wieder mit Gewalt die Augen vor der Möglichkeit verschließen muss, diesem Menschen Schmerz zuzufügen, drehe ich jetzt den Kopf weg, weil ich nicht im Fokus von solcher Freude stehen will.

Er findet sein eigenes Ende. Ich bin aufgewühlt. Als er noch immer nicht still halten will, greife ich mir noch einmal seinen Schwanz. Dieses Mal brauche ich die Hand, um ihn noch einmal kommen zu lassen. Das fühlt sich gut und bekannt an. Als ich mir anschließend beim Waschen zwischen die Beine greife, bin ich unglaublich nass.

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