Zweiter Streich

Veröffentlicht 03/11/2013 von Miss Universe
An diesen Ort ohne dich zu gehen, fühlt sich ein bisschen an, als besuchte man das Freibad seiner Kindheit wieder: Irgendwie ist alles ein bisschen kleiner und öder als man es in Erinnerung hat, nur die guten Gefühle von damals sind auf unklare Weise trotzdem abrufbar. Und wieder muss ich mir eingestehen, wieviel weniger mutig ich ohne dich bin. Was mich sonst als dreiste Heimlichkeit zum Schmunzeln bringt, ist mir jetzt eher unangenehm. Ich drücke mich in die Nische, ziehe die Jacke aus und hänge sie an die gewohnte Stelle, froh in der bekannten Höhle angekommen zu sein.

Dann stehe ich ein bisschen verloren im Raum. Die rechte Hand greift in die Hose, klar, aber die linke? Ich führe sie ohne nachzudenken an die Lippen. Seltsamerweise ist dies der Körperteil, der dich am meisten vermisst. Ständig kribbeln sie. Die Hände an den Lippen – oben und unten – schließe ich die Augen und wiege mich im Raum. Es rauscht vielversprechend in meinen Adern, und es fühlt sich gut an. Ich streiche mit einer Hand an meinem Brustkorb herunter und merke da erst, wie wild flatternd mein Herz klopft. Kurz denke ich an die wenigen Situationen, wo ich deins durch die Rippen pochen fühlte, Momente in denen du aufgeregt und in meinen Fingern warst. Unter deinen Händen wäre mir jetzt nicht so unheimlich hier…

Bisher stand ich der Wand gegenüber. Jetzt drehe ich mich um und lehne mich mit dem Rücken dagegen. Wie schön wäre es, könntest Du mich hier ein wenig einklemmen. Stattdessen dränge ich mich auf Zehenspitzen dem Phantom meiner eigenen Hand entgegen. Die andere reibt dabei die Innenseite meines Oberschenkels – so wie du es gerne bei dir tust. Dann rutscht sie hoch und der Daumen drückt tief in die Leiste – so wie du es oft bei mir tust, weil ich dich einmal glühend gebeten habe dort bloß nicht loszulassen. Ich stöhne ganz leise und selbst meine eigenen Lustgeräusche erregen mich. Mein Atem wird flacher und beginnt zu stocken.

Da kommt jemand ganz dicht heran an der Längsseite der Nische. Mir klopft das Herz bis zum Hals, zum einen weil ich so erregt bin, zum anderen, weil ich so wirklich von niemanden gefunden werden möchte. Ich beneide dich in diesem Moment brennend um das von dir gar nicht so geliebte Feature, in einer bedrohlichen Situation einfach mal sofort zu kommen. Ich stattdessen schramme an meinem Höhepunkt vorbei, halte die Luft an und beginne, nachdem die Luft rein ist, von vorne.

Als ich erneut die Hand in die Hose schiebe, bemerke ich, wie nass es zwischen meinen Beinen bis oben zum Kitzler ist. Es geht schnell, bis ich wieder an diesem Punkt kurz davor bin. Ich wünsche mir deine Gegenwart glühend herbei, denn jedwede Berührung von dir, würde mich jetzt mit Leichtigkeit über den Gipfel schieben. Ich versuche mit aller Macht mir vorzustellen, wie du meine Brustwarze mit der Zunge hart gegen deinen Gaumen presst. Aber meine Phantasie ist zu schwach.

Trotzdem begleitet mich ein Abklatsch der gewohnten diebischen Freude auf dem Rückweg. Nur die Spiegelung dessen in deinem schlendernden Gang, dem fröhlichen Grinsen und einem obligatorischen Hach-geht’s-mir-gut-Seufzen aus deiner Brust fehlt dann doch.

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