Unvorbereitet

Veröffentlicht 16/08/2013 von Miss Universe
Wir sind nicht auf eine Stunde begrenzt und der Pseudorebell scheint keine natürlichen Grenzen zu haben. Ich weiß nicht, zum wie vielten Mal ich ihn gerade im Sturm geritten habe. Ich plumpse erschöpft von ihm herunter und bleibe halb zusammen gerollt auf der Seite liegen. „Kannst nicht mehr, ne?“ stellt er grinsend und halb amüsiert, halb nachsichtig fest. „Ich könnte noch soo lange“, strahlt er mich an. Das ist weder Prahlerei noch eine Drohung. Es ist die Wahrheit und ein Ausdruck von Freude.

Er rollt mich auf den Rücken und kommt diesmal über mich. Es ist so heiß und dicht zwischen unseren Körpern, dass wir schwitzen und schnell auf einem Schmierfilm aneinander entlang gleiten. Wie immer, wenn ich denke, ich kann nicht mehr, braucht er keine zwei Minuten, um doch wieder meine Lust zu wecken, die dann wächst und wächst, unaufhaltsam, bis sie wieder stöhnend kulminiert unter seinen gierigen Augen.

Ich liege aufs Neue schnaufend unter ihm, überzeugt vollkommen bedient zu sein. Plötzlich legt er den Flogger auf meinen Bauch. Ich habe die Hände über dem Kopf ins Kissen vergraben. Völlig ausgepumpt atme ich tief und gelöst. Es ist ein Moment der maximalen Entspannung – läge nicht das Gewicht aus schwarzem Leder auf meinem Bauch. Es kann nicht das bisschen Masse in Verbindung mit Schwerkraft sein. Wie ein Eisenteil unter einem Magneten richten sich meine Nerven wieder auf und zeigen auf das Peitschchen. In meinem Inneren kribbelt es, als erwachte mein Verlangen gerade erst. Wie ein großes Versprechen liegt das Werkzeug da und sieht zu, wie mein Begehren und meine Anspannung wachsen. Er stellt die Frage jetzt und nicht vor fünf Minuten: „Lust auf Flogger?“ „Ja“, bin ich nun sicher.

Ich dehne mich ihm entgegen, und es beginnt so herrlich zart. Die Lederenden schleifen über meinen Oberkörper, streicheln mich, kitzeln beinahe. Dann lässt er sie auf mich regnen. Ganz sanft tropfen sie auf meinen Bauch, meine Rippen, tasten nach meinen Brüsten. Mit einer Winzigkeit mehr Schwung trommeln sie auf meiner Haut, bis gefühlt meine gesamte Vorderseite ganz vorsichtig glüht. Ich bin in der Stimmung für mehr. Die Streifen dürften jetzt klatschen, ich möchte sie brennen spüren. Ich bin bereit.

Ich weiß nicht, was den Pseudorebell treibt. Er zerrt mich in die Senkrechte. Die Vorderseite hat er so schön vorbereitet, aber jetzt saust die Peitsche auf meinen Rücken nieder. Ich kann sie in der Luft hören. Der Aufprall hinterlässt ein Echo. Und der Schmerz ist scharf, zu scharf. Ein paar Mal versuche ich mich daran ihn anzunehmen, mich einzugewöhnen, in einen Rhythmus zu kommen. Aber der Pseudorebell will mir keinen Takt geben. Will er mir wehtun?

Ich ducke mich unsicher unter dem nächsten Hieb weg, verdrehe mich von ihm weg. Meine Hand streift versehentlich eine riesige heiße Erektion. Da wird mein Handgelenk gepackt, und der Pseudorebell setzt nach. Noch einmal landet der Lederschweif auf meiner schreienden Kehrseite. Dann reißt er mich herum und widmet sich meiner Vorderseite.

Und wieder tut er mir bewusst weh. Die Peitsche klatscht auf meine Brüste und auf meinen Bauch. Ein paar Mal schlucke ich den Schrei, dann entringt er sich mir und wieder weiche ich aus. Erneut spüre ich die Konsequenzen. Ich habe mein Vertrauen darin, dass alles nach meinen Wünschen geschieht, abgegeben. Ganz unwillkürlich schnellen meine Arme vor, um mich zu schützen. Die Schultern krümmen sich in Vermeidungshaltung. Aber ich habe noch keine Panik vor dem unkontrollierten Bösen. Ich stehe nackt im Raum; und mein Leib brennt. Mir ist mal wieder nicht klar, welches Spiel wir spielen.

Da stößt er mich rückwärts aufs Bett und es dauert lange, bis ich begreife, dass er sich friedlich neben mir ausstreckt. Sobald ich verstehe, dass es vorbei ist, krieche ich auf seine Brust und küsse seine Augen. Er hält mich fest, dass es keinen Zweifel gibt. Und dann kommt er über mich, in mich, in mir – so sanft und gefühlig und unspektakulär, dass mich gerade das nach der wilden Achterbahnfahrt mal wieder zu Tode rührt.

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