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Dusche

Veröffentlicht 26/03/2012 von Miss Universe

Mein freundlicher Arbeitgeber stellt nicht nur einen Fahrradkeller, sondern auch nach Geschlechtern getrennte Umkleideräume mit jeweils einer Dusche. Dieser kleine Raum wird besonders im Sommer intensiv von Radfahrern und Joggern unter der Belegschaft genutzt und auch von uns, denn es ist – wenn man einmal von den gänzlich ungeeigneten Toilettenkabinen absieht – der einzige uns zugängliche abschließbare Raum im Gebäude.

Wenn’s mal wieder dringend ist und sich zeitlich arrangieren lässt, treffen wir uns dort. Wir brauchen 15 Minuten und keine Worte: Rein, Tür zu, ansehen, einatmen, küssen, ausziehen – also ich wenigstens, denn Mann kann ja mit heruntergelassenen Hosen. In der Dusche geht der Klassiker im Stehen „Bück Dich, Miss Universe“, wobei ich mich an irgendwelchen Armaturen festhalten kann, und eine dort entdeckte Position: Wenn ich mich auf den Rand der Duschwanne stelle und die Beine öffne, bis ich sie an den Wänden abstützen kann, dann bin ich trotzdem noch groß genug, dass der Pseudorebell nicht mein ganzes Gewicht tragen muss, während er sich in meinem Arsch festkrallt und ganz gegen seine Gewohnheit mit wenigen Stößen zum Ziel kommt. Wenn das ganze nicht ohnehin schon aufregend, spaßig und geil wäre, würde ich dieses Ding auch einzig und allein für den Ausdruck unverfälschter Lust und Freude auf seinem hübschen Gesicht tun, den ich so auf Augenhöhe studieren kann.

Wie praktisch, dass es sich um eine leicht zu reinigende Nasszelle handelt, denn in dieser Haltung landet jedes Mal ein ansehnlicher Klecks Sperma auf dem Fußboden – jedenfalls wenn man daran gedacht hat, seine Klamotten aus dem Weg zu räumen. Fehler, die man nur zweimal macht…

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Stundenhotel

Veröffentlicht 26/03/2012 von Miss Universe

Was macht man, wenn man permanent das dringende Bedürfnis verspürt, eine Stunde in Ruhe zu vögeln, „zu Hause“ aber ausscheidet, es draußen zu kalt und in der Stadt nie einsam ist und man auch nicht über unbegrenzte Mittel verfügt?
Man erinnert sich an das Konzept von Stundenhotels. Und lässt sich von freundlichen Bekannten, die „so etwas schon mal für auswärtige Gäste der Firma organisiert haben“ (Gruß an den bisher einzigen Mitwisser), über Lokalitäten und Modalitäten informieren.

Und dann kann man an den Mädels am Eingang vorbei einfach hineinlaufen und eine Beherbungsdienstleistung in Anspruch nehmen. Alle anderen sind ja Profis und mit Sicherheit einiges gewöhnt. Aber als ich das erste Mal dem schweigsamen Glatzkopf an der Rezeption durch die verwinkelten Gänge folgte, mischte sich meiner Aufregung und der diebischen Freude gepaart mit Staunen, dass ich das gerade wirklich erlebe, doch ein leicht mulmiges Gefühl bei.

Natürlich ist alles an Inneneinrichtung noch original aus den 70ern und von immer mehr Ausfallerscheinungen betroffen. Es gibt diese coolen Betten mit UKW-Radio im Kopfteil, das natürlich schon lange nicht mehr funktioniert. Man ist jedes Mal dankbar dafür, dass die Beleuchtung so funzelig ist, dass man den Teppich nicht ansehen muss. Es gibt diesen einen Wasserhahn, der nicht mehr ohne rohe Gewalt zu schließen ist, und eine Pappwand, bei der ich jedes Mal fürchte, damit in die Dusche zu krachen, wenn der Pseudorebell mich dagegen drückt. Wo gibt es sonst noch Damenklos ohne Waschbecken? Aber es gibt immer ein frisch gemachtes Bett und ein sauberes Handtuch – und das zählt.

Mittlerweile haben wir alle Zimmer durch. Wir wissen, welche die tollsten Rotlichtleuchten haben (Wahnsinn, wie überirdisch hübsch das machen kann!), in welchem Zimmer es eine Kommode in der richtigen Höhe gibt, wo welche Spiegel hängen, für die man sich idealerweise wo positioniert. Die Chefs wissen inzwischen, dass wir am liebsten da sind, wo das Andreaskreuz steht. Der Pseudorebell hat seine innere Uhr beinahe perfekt auf eine Stunde eingestellt; und wenn doch mal das Klopfen mit „Verlängert ihr?“ kommt, erschreckt das auch keinen mehr.

Wir wissen zum Glück nicht, wieviel Geld wir dort schon abgegeben haben (in bar, logo, jeder ’nen Zehner), aber das Stundenhotel gibt uns schließlich genau das, was wir brauchen: schnelle Erreichbarkeit, unkomplizierte Handhabung und vor allem einen Ort, an dem man es bequem und in Ruhe tun kann.
Es ist schon fast ein bisschen, als käme man nach Hause: Der Chef lächelt und freut sich, wenn die 7 gerade für uns frei ist. Wir würdigen, wenn es einen neuen geschmacklosen Blumenstrauß an der Theke gibt. Und ich habe angefangen, den absonderlichen Gestank von Duschgel mit Perlenextrakt zu mögen, von dem es dort irgendwo eine Europalette geben muss.