Zwei Küsse

Veröffentlicht 21/04/2014 von Miss Universe

„Wir gehen jetzt eine rauchen“, schiebt er mich Richtung Ausgang, und mir fällt erst viel später auf, wie bestimmt er das tut und wie willig und selbstverständlich ich folge. Direkt im Eingangsbereich bleibt er stehen. Mein umsichtiger Schwung den Weg frei zu machen zerschellt an seiner Brust. Er steht einfach da, und innerhalb von Sekunden verwandelt sich mein Drang nach Höflichkeit in einen in eine ungestüme Anziehung an seinen Körper. Einen Moment lang genieße ich die Kraft dieses Magnetismus. Dann gebe ich nach, und meine Nase steuert geradeaus in seine Kehle. Ich beuge meinen Hals in den Nacken, bereit seinen Kuss zu empfangen trotz all der Menschen.

Während mein ganzer Körper zu spüren meint, wie sehr er mich will, erstaunt er mich maßlos, indem er Millimeter über meinem Gesicht verharrt, so dass ich seinen Atem heiß auf meiner Wange wahrnehme. Unsere Nasen gleiten aneinander vorbei, und wir atmen in dieses aufgeladene Kraftfeld zwischen uns. Ich bebe fast vor Begehren, als seine Lippen meinen Mundwinkel streifen. Schließlich küsst er mich doch, an diesem Ort, wo er das nicht soll. Aber es ist egal, der Sex steht uns ohnehin ins Gesicht geschrieben. Seine Zunge dringt in mich, ein Arm umfängt meinen unteren Rücken und zieht mich gegen ihn, die andere hält mich im Nacken. Dieser Kuss ist ein Versprechen von viel mehr, aber nicht hier und nicht jetzt. Das ist nur eine Zigarettenpause.

Auf dem Heimweg braucht er plötzlich keine dunkle Ecke, um mich hochzuheben und dann von unten wild zu küssen. Keine Ahnung, wie er es schafft, mein Gewicht plus Rucksack da oben zu halten und gleichzeitig eine derart ausdauernde Leidenschaft an den Tag zu legen, aber er hält mich minutenlang hoch, küssend als wolle er mich verschlingen. Irgendwann lässt er mich doch hinunter, aber nur, um mir die Hand in die Hose zu schieben, ohne den Bund zu öffnen.

Seine Finger drängen sich zwischen meine Lippen, suchen nach meiner Feuchtigkeit und zwängen sich hinein. Die andere Hand öffnet meine Jacke, drängelt in meinen Ausschnitt und greift meine Brust. Wir sind die einzigen an der Bushaltestelle, und ich stöhne leise vor mich hin, weil ich es mag so unvernünftig und heftig genommen zu werden. Das motiviert ihn weiter. Es fühlt sich ungeduldig, beinahe grob an, als er mich gierig herum reißt und mich nun mit dem Rücken gegen sich presst.

So kann er tiefer in mir wühlen, noch immer bei geschlossener Hose, und mehr Druck aufbauen an den Stellen, die darunter schmelzen. Die andere Hand hält meine Brust fest, irgendwo zwischen zärtlich, zwirbelnd und fixierend. An meinem Arsch kann ich seine Erektion spüren. Möglicherweise hänge ich schon wieder wie ein nasser Sack in seinen Armen, auf offener Straße. Meine Geilheit übersteigt meine Vernunft. Er merkt, dass er mich so tatsächlich zum Orgasmus bringen könnte und ist äußerst unwillig, als der Bus kommt. Ich bleibe wogend und bewegungsunfähig mit einem weiteren riesigen Versprechen zurück.

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