Weichgeklopft

Veröffentlicht 22/03/2014 von Miss Universe
In einer Sekunde denke ich noch darüber nach, ob es in der Fetischburg eigentlich eine Putzbeleuchtung geben mag. In der nächsten versenkt er mich in die Dunkelheit und birgt mich an seiner Brust, dem sichersten Ort der Welt. Einerseits werde ich sofort still und aufmerksam. Andererseits schlägt mir seine Aufregung klopfend und irgendwie rührend entgegen. „Hab keine Angst. Wir machen das ganz langsam und vorsichtig.“

In dem Moment, in dem ich die Arme vorstrecke und sich die erste Schlinge um meine Handgelenke zuzieht, könnte ich weinen, so schön ist es. Die Andacht, mit der er seine Seile zieht, die Berührung, die schöpferisch arbeitend nicht mich meint und doch auf so eindringliche Weise die Präsenz meines Körpers herausstellt, versetzen mich augenblicklich in diesen seilseligen Glückszustand, der gleichzeitig still und prickelnd ist.

Ich möchte ewig spüren, wie das Seil über meinen Körper läuft, wie er sich über meine Schulter beugt, um den Weg zu prüfen, wie er einen Knoten über meine Haut verschiebt. Aber irgendwann ist es fertig. Er nimmt Abstand und schaut mich an – oder vielmehr sein Werk, und ich sehe Freude, Schöpferstolz und die gleiche Spur von überwältigender Zärtlichkeit wie schon einmal. Ich sehe auch ein bisschen Scham, dass ich das sehen kann.
Die hinter meinem Kopf verschnürten Arme werden gelöst und an die Decke gebunden. Es folgt der Teil, vor dem ich keine Angst haben soll. Und er tut es tatsächlich ganz langsam und vorsichtig. Mit der kleinen, breiten Springgerte bearbeitet er meinen Hintern. Das Werkzeug kann nur laut, nicht kräftig. Das Echo hallt durch die Burg, aber die Finger, die sich immer wieder prüfend in das Fleisch meiner Hinterbacken graben, suchen vergeblich nach der Hitze ernsthaft erregter Haut.
Er greift zum Flogger, und schon die ersten Schläge haben eine ganz andere Intensität. Sie sind von der Stärke, dass der Schmerz aus meinem Po direkt hell in mein Genick hoch blitzt. Mir bricht dort instantan der Schweiß aus. Viele Pausen mit beruhigenden Berührungen bringen meinen krampfenden Körper sofort wieder herunter. Und irgendwann hat er den Rhythmus, fließen die Schläge gleichförmig auf meine Haut, passt sich mein Atemrhythmus an. Der Schmerz wird mein Freund. Es ist Schluss, kurz bevor ich anfange zu heulen, bevor ich es als Erlösung empfinden kann, dass es vorbei ist.
Der Wechsel zurück zur Gerte läutet die nächste Phase ein. Das Leder streichelt eindeutig über meine Haut, es tut mir nicht weh. Aber die Art und Weise, wie er dicht vor mir steht, mit aller Spannung im Körper, verrät, dass sich das jeden Moment ändern könnte. Mal entlockt der Stab meiner heiß aufgeschäumten Haut die zartesten Empfindungen, mal drängt er sich unters Kinn, damit ich den Kopf hebe und noch mehr Verletztlichkeit offenbare. Das Ende bohrt sich in meinen Unterbauch und findet einen Punkt, der mich aufstöhnen lässt.
Natürlich lässt er den Lederlappen auch in meinem Dreieck streifen. Diese latente Bedrohung meiner empfindlichsten Teile gefällt mir so gut, dass ich ihn ermuntere fortzufahren. Es braucht keinerlei Überredung, dass er mich dort mit dem Werkzeug schlägt. Ich erinnere mich kurz daran, wie schwer es mir fiel, und preise still die Entdeckernatur des Pseudorebellen. Wir tasten uns gemeinsam an diese spannende Grenze zwischen lustvoller und schmerzhafter Berührung heran. Es gefällt mir, wie jetzt auch meine Vulva langsam äußerlich heiß wird.
Ich bitte ihn, mich von der Decke zu lösen, weil ich will, dass er wirklich die blutgefüllten äußeren Lippen trifft. Vornüber gebeugt spüre ich das Werkzeug nun von hinten das geschwollene Gewebe klapsend ertasten. Es ist sowieso schon heiß und nass und empfindlich. Jeder Schlag bringt die Blutzirkulation weiter in Gang. Irgendwann benutzt er endlich seine Finger und bekommt das Ergebnis zu spüren. Ich bin unfassbar scharf und er wird später behaupten, er hätte das fühlen können.
Ich packe ihn jetzt erst aus. Bevor ich ihn überhaupt in den Mund geschoben habe, ist er fast zu dick dafür geworden. Er scheint von einer Sekunde auf die andere von Konzentration auf Geilheit umzuschalten. Vernebelt von allen Eindrücken will ich nur noch von diesem Schwanz ausgefüllt werden. Er lässt mich einfach vornüber gebeugt stehen und nimmt mich. Es fühlt sich schon wieder an wie die Erfindung der Welt. Es ist, als schöbe er sich bis zum Hals in mich, als würde er meine Wirbelsäule ersetzen. Ich existiere nur um dieses pulsierende Glied in meiner Mitte herum.

Dieses Mal kann ich spüren, wie er hin und wieder bremst. Wie immer rührt mich, wenn er seine Lust nicht ganz und gar kontrolliert. Ich weiß nicht, was ihn dazu treibt, noch einmal die Position zu wechseln, mich auf die Pritsche zu schieben und über mich zu kommen. Von hinten ist es für uns beide so intensiv, dass ich gar nicht genug bekomme. Aber im Nachhinein wird mir klar, wie gut es tut, doch ein bisschen Nähe zu spüren. Ich sehe ihn zum ersten Mal an und ich kann ihn berühren. Als er über mir kommt, kämpfe ich zum dritten Mal mit den Tränen.

Ich bin so herrlich ermattet, dass ich mich wieder einmal frage, wie um alles in der Welt es jetzt weiter gehen soll. Zu meiner großen Verwunderung stimmt der Pseudorebell zu aufzubrechen auf ein Bier zum herunter kommen. Er löst mein Seilkleid, während ich mich langsam zurück verwandle. Meine Weltwahrnehmung kommt wieder ins Lot, als er auf dem Heimweg doch noch einen Blowjob in einer dunklen Ecke mitnimmt.

Advertisements

2 Kommentare zu “Weichgeklopft

  • Kommentar verfassen

    Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

    WordPress.com-Logo

    Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

    Twitter-Bild

    Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

    Facebook-Foto

    Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

    Google+ Foto

    Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

    Verbinde mit %s

    %d Bloggern gefällt das: