Auf dem Haken

Veröffentlicht 12/03/2014 von Miss Universe
Es ist einer dieser Tage, der sich mittags schon anfühlt wie Sommer, aber als wir abends nach Sonnenuntergang am Wasser sitzen dann doch wieder wie März. Nach drei kalten Bieren schlottert der Pseudorebell langsam neben mir. Ich will ihn nur ein bisschen wärmen und setze mich auf seinen Schoß.
Der Reißverschluss der Jacke ist aufgezogen und ich spüre seine klammen Hände zwischen Anorak und Bluse kriechen. Schon dort muss es wärmer sein. Wie um ihre Beweglichkeit zu prüfen, tasten seine Finger von hinten an meinem Brustkorb. Ich liebe es, wenn sie sich dort bewegen, als würden sie jede Rippe und jeden Muskel sorgsam inventarisieren. Sie erfahren einfach nur mit großer Aufmerksamkeit, aber noch ganz ohne Drängen und Begeisterung.
Langsam wandern die Hände um meinen Leib und sind bald warm genug, sich unter die Bluse zu schieben. Sie spüren nach meinen Brüsten und einmal dort angekommen, gehen sie nicht mehr weg. Das liegt an meiner Reaktion. Ich bin so dermaßen empfindlich für diese Berührungen, dass er nicht mehr aufhören mag, mein leises Stöhnen zu stimulieren. Aber wenn ich jetzt mit all meiner Begeisterung hinunter in sein Gesicht blicke, dann ist es immer noch still und beinahe ehrfürchtig. Er schaut und staunt, was er auslöst.
Als schließlich doch eine Hand sich an meinen Gürtel und in meine Hose drängt, weiß ich, dass ich nicht aufhören will. Der Platz hinter den Büschen ist nur durch die Dunkelheit und durch keinerlei Blattwerk zu dieser Jahreszeit geschützt, aber es ist mir egal. Sein Kopf senkt sich auf meinen Lieblingsnippel und ich vergehe beinahe, seufzend direkt an seinem Ohr. Erneut sucht die Hand ihren Weg, findet erst den Hort der Feuchtigkeit und dann mit den Fingern die heiße Höhle.
„Schön warm?“ raune ich ihm ins Ohr. Aber wie so oft ist er zu klug, um zu reden. Stattdessen krümmt er die Finger – und hat mich. Mein ganzer Körper hängt gespannt auf diesem Haken. Die Berührung an diesem Punkt in meinem Inneren ist zugleich diffus – ich kann sie weder lokalisieren, noch benennen, wie er sie stimuliert – und rasend intensiv. Anders als an meinen Brustwarzen  oder der Klitoris ist es kein heller, spitzer Reiz, der manchmal in einen ebensolchen Schmerz übergeht, sondern ein dumpfer, tiefer, der sich trotzdem bis fast zur Unerträglichkeit steigern lässt.
Ich spüre, wie sich meine Muskeln an seinen Fingern abarbeiten. Gleichzeitig schickt seine Zunge noch immer Stromstöße der Lust durch meine Brust. Es ist so phantastisch und es dauert so eine gefühlte Ewigkeit an, dass ich fast eine Art schlechtes Gewissen entwickle, während ich langsam wieder zu mir komme. Wie genau er weiß, wie er mich anzupacken hat. Und wie unbeirrbar er damit fortfährt, egal wer kommt oder welcher Körperteil gerade einschläft.

Ich bin so tief in meinem Genuss abgetaucht und so weit weg von einem Austausch gewesen, dass ich ihn frage, ob er sich wie mein perfektes Masturbationswerkzeug fühlt. „Nö“, sagt er und lässt mich zu einem begeisterten Blowjob ansetzen, nach dem ich Halsschmerzen habe, weil ich immer noch mehr wollte. „Jetzt ist mir auch wieder warm.“

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