Anders gewettet

Veröffentlicht 05/03/2014 von Miss Universe

Es gibt diese Situationen, wenn ich zum Sex auf Termin laufe, in denen mir nichts ferner liegt als eben dieser Zweck des Treffens. Der Kopf ist gänzlich anderweitig beschäftigt, der Körper angespannt für vermeintlich wichtigere Vorgänge. Alle Sinne sind nicht auf Lustgefühle ausgerichtet. Die Vorstellung dessen, was jetzt kommen mag, löst nicht einmal Vorfreude aus.

Ich habe aber gelernt, diesem Gefühl zu misstrauen. Die Erfahrung hat mir beigebracht, dass die vorherige Zustimmung meines Gefühls gar nicht erforderlich ist. Ich muss keine Lust gehabt haben, um dann welche zu empfinden. Mein Körper reagiert wie konditioniert auf den anderen, und alles wird gut. Ich kann Wärme und Berührung unter beinahe allen Umständen als angenehm wahrnehmen. 
Diesmal ist das Gefühl besonders ausgeprägt, dass ich nicht wirklich genussfähig bin. Ich gehe trotzdem, meiner Erfahrung folgend, und erkläre dem Pseudorebell, dass es bei mir wahrscheinlich kein Tag für einen Orgasmus im Stehen in der Tiefgarage ist. Muss es schließlich auch nicht, eine kleine Körperauszeit ist fein genug.

Es kommt, wie es immer kommt. Der Kuss ist angenehm. Ich fokussiere auf seine weichen Lippen, ich kann seine Aufregung riechen, ich greife tastend in seinen Brustmuskel. Nach kürzester Zeit habe ich Lust auf seinen Schwanz und darf mich daran festsaugen. Es ist auf eine sehr ruhige Art befriedigend ihn im Mund zu haben. Ich freue mich festzustellen, dass er ausnahmsweise die Augen geschlossen hat.

Dass es nicht schwer ist, das so zu tun, dass es ihm gefällt, trägt weiter dazu bei, dass ich es gerne tue. Ich mag es, ihm Genuss zu verschaffen. Ich lege meine Brüste frei, weil er sie so gerne anschaut. Wenn ich nicht ganz so gierig bin, kann ich mich besser darauf konzentrieren, es für ihn hübsch zu gestalten.

Wie nicht anders zu erwarten, spüre ich ihn sich bald in meinem Rachen entleeren. Ich mag das, wie er noch ein paar Momente nachspürt und dann jedes Mal das dringende Bedürfnis entwickelt, mich wieder auf die Füße zu stellen. Zugegeben bin ich seiner hilfreichen starken Arme beinahe bedürftig, weil irgendein Teil meiner Beine dort unten immer eingeschlafen ist.

Zufrieden greife ich nach meinem Hemd. Es hat wieder einmal funktioniert. Ich hatte eine schöne kleine Auszeit und kann mir einen beinahe glücklichen Pseudorebell ansehen. Nur dass er noch nicht ganz zufrieden ist. „Ich will dich noch anfassen“, sagt er und räumt das Hemd wieder aus dem Weg. Ich werde den Verdacht nicht los, er will den Score ausgleichen, aber es ist alles andere als untypisch, wenn er sofort wieder will, und so lasse ich es geschehen.

Ich lasse mich packen und bäuchlings gegen die Wand stellen. Er schiebt eine Hand zwischen meine Beine, die andere sucht einen Platz an meinem Hals, dann meiner Brust. Ich spüre den Widerwillen mich hinzugeben. Wenn er mir jetzt wild ins Fleisch griffe, würde ich ihn wegschieben. Aber er steht da hinter mir, beinahe ruhig. Seine breite Brust strahlt warm gegen meine Schulterblätter. Seine Finger erzeugen mehr Druck als Reibung auf meinem Venushügel, und er ist klug genug, sich nicht den Weg direkt zur Klitoris zu erzwingen. Auch da wäre ich ausgewichen.

Stattdessen bleibt er mit Engelsgeduld in dieser Haltung. Sein Kopf ist über meiner linken Schulter und er atmet so ostentativ erregt in mein Ohr, dass der widerspenstige Teil von mir sich fragt, ob er gleich hyperventiliert. Insgesamt hält er aber so perfekt die Waage zwischen Anregung und Abwarten, dass sich meine Vorbehalte tatsächlich Stück für Stück auflösen. Ganz langsam beginne ich erst zu akzeptieren, dann hinzuspüren. Nach einiger Zeit fange ich an tiefer zu atmen. Noch später presse ich mich gegen ihn. Er findet den Zeitpunkt, ab welchem es angenehm ist, wenn seine Fingerkuppen meinen Nippel bearbeiten.

Und plötzlich bin ich so heiß, dass ich mich umdrehe und ihn an mich zerre. Meine eigene Hand drängt in meinen Schritt und stellt fest, dass alles ziemlich feucht ist. Ich will jetzt kommen, und ich weiß, dass es geht. Sein Mund senkt sich wie erhofft über meine nun wild empfindsame Brust, und gemeinsam produzieren wir mir einen Orgasmus, nach dem ich die Augen gar nicht wieder aufkriege. Während ich kaum darüber hinweg komme, dass ich mal wieder im Unrecht blieb und er es mir quasi gegen meine Überzeugung besorgt hat, ist der Pseudorebell angenehm wenig rechthaberisch. Er scheint sich einfach nur zu freuen, dass er zusehen durfte.

Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: