Ohne Frühstück: Kind of Magic

Veröffentlicht 28/02/2014 von Miss Universe
Eine facettenreiche erste Runde liegt bereits hinter uns. Die anfängliche Anspannung ist verflogen. Durchs Blut rauscht ein Schwung feinster Endorphine. Die totale Aufmerksamkeit ist mit höchster Entspannung gepaart, als er sich mit den Seilen meinem Körper annähert. Schon dieser Moment ist grandios. Ich spüre seine ganze Präsenz, ohne dass sie mich erschlüge oder aufzuputschen versuchte. Er nimmt mich ein, ohne mich zu berühren. Ich stehe in seinem Bann stiller als unter jeder Fessel.
Seine Hand streicht über meine Schulter. War der Rest eines tänzelnden Rennpferdes in mir, dann hat er mit dieser Geste jegliches nervöse Vollblut zur Ruhe und gänzlich in seine stille Gewalt gebracht. Ich atme tief ein und schaue in den beinahe bodentiefen Spiegel. Es ist fast lächerlich, wieviel hübscher mein Körper unter seinen Seilen anzusehen ist. Fasziniert schaue ich auf durch das Licht akzentuierte, erstaunlich modellierte Oberschenkelmuskeln. Absurd halbkugelförmige Brüste wölben sich unter den erhobenen Armen.Dann muss ich die Augen wieder schließen, weil er ein langes Seil in aller Ruhe an meiner Vorderseite entlang laufen lässt. Diese perfekte Mischung aus Streicheln und Reibung über Sekunden, die mit dem Hüpfen des abgeflämmten Knotens seinen Höhepunkt erreicht, ist höchst sinnlich. Ich schaue wieder auf die schönen Finger, die meinen Kokon dieses Mal noch eine Nuance fester knüpfen, so dass er mich perfekt umschließt und hält wie eine Umarmung.

Er macht ein paar Bilder von der gelungenen Geometrie der Seilwege, die ich in diesem Moment vor lauter Genuss des Objekt seins gar nicht wahrnehmen kann. Dann beginnt er mit der gleichen Ruhe wie zuvor, die Seile zu lösen. Einerseits ist es wunderbar sanft streichend, wie er sie teils abstreift, teils wieder in langen Bahnen durchzieht. Andererseits empfinde ich den sich lösenden Druck der Stränge wie jedes Mal als Verlust.

Er weiß, dass er mich beinahe aufzufangen hat im Anschluss. Ich lande dankbar an seiner Brust, wühle meine Nase in sein weniges weiches Brusthaar und lasse mich einen Augenblick lang halten. Dann entsteht zwischen uns etwas, das im Gleichgewicht zwischen Zärtlichkeit und Lust liegt. Ein aufrichtiges Wollen keimt in mir, aufschießender Geilheit gar nicht unähnlich, aber umfassender. Es schlägt Wurzeln, treibt aus und blüht hemmungslos unter seinen Händen und Küssen.Das ist gerade kein Spiel. Es hat keinen Einschlag von Dominanz. Ich habe den Eindruck, noch nie so nackt in seinen Armen gewesen zu sein, aber gerade deshalb auch noch nie so ehrlich gewollt. Für ein paar Momente gibt es keine aufregende Dissonanz zwischen uns, keinen Sicherheitsabstand zwischen mir und meinem Körper. Wir wollen uns, ganz einfach, elementar. Ich spüre keine wilde Gier, wohl aber den beinahe existenziellen Wunsch, jegliche Grenze zwischen uns aufzuheben. Der Pseudorebell würde sagen: Es fühlt sich richtig an. So wunderbar beglückend richtig. Haut an Haut, Wunsch an Wunsch, und die Gnade, das tatsächlich teilen zu können.

Ich jauchze beinahe gegen ihn vor Freude über diese Empfindung, lasse mich betten und ihn über mich kommen. Eine kleine Ewigkeit dehnt er das Gefühl dieses Moments tatsächlich aus, indem er auf meinem Bauch liegt, ohne in mich zu kommen und trotzdem so nah. Ich spüre, wie ich mit jeder Faser diesen Mann will – auf ernstere Weise als die, mit der ich manchmal gewillt bin, um seinen Schwanz zu betteln.Als er sich tatsächlich in mich schiebt, ist es ein so absurd erfüllendes Erlebnis, dass ich mich nur an ihn klammere, überwältigt von der Schönheit dieses Gefühls. Unsere Körper teilen sich mit, teilen einander, ergeben ein Ganzes. Es ist genau richtig. Es ist so phantastisch, dass ich fast heule und er fast lacht. Und dann kommt sie doch noch, die große, pure Lust, und verleibt sich alles ein – bis ich irgendwann schnaufend wieder zu mir finde und mich doch wundern muss.

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3 Kommentare zu “Ohne Frühstück: Kind of Magic

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