Nasse Wangen

Veröffentlicht 09/02/2014 von Miss Universe

Wir haben ein bisschen Zeit und Raum, und die Vorfreude spült schäumend durchs Nervensystem. Erst auf dem Weg fällt mir ein, dass ich bei so einer Gelegenheit die Nachbarin mitbringen wollte – also als Rollenspiel, für einen Dreier habe ich leider keine geeignete. Zwei Nachrichten später ist sie da.

Es funktioniert ganz gut. Die Rolle des überrumpelten, aber aufgeschlossenen Beutestücks liegt nicht weit neben der Natur des Pseudorebells. Mir fällt es nicht schwer, ihm gegenüber das Maß an Aufdringlichkeit zu steigern. Ein paar Minuten lang ist die hemmungslose Verführung überzeugend, sexy und aufregend. Es entstehen diese Momente, die nur beim Spielen passieren: Er berührt zum ersten Mal noch vorsichtig meinen Rücken. Diese weder originelle noch sonst besonders schöne Berührung macht mir unheimlichen Spaß, weil wir sie in dieser Art schon so lange hinter uns gelassen haben und das tastend Schüchterne so gar nicht zum Verhaltensrepertoire des Pseudorebells gehört.
Die Nachbarin bedrängt ihn, er solle sie lecken – und dann verlieren wir sie. Wir sind so verdammt scharf aufeinander, wir wollen uns mit einer solchen direkten, unreflektierten, haltlosen Lust, dass nichts und niemand mehr dazwischen passt. Als er das erste Mal zwischen meinen Beinen aufschaut, sieht er nur noch mich. Und spätestens in diesem Moment ist auch der Pseudorebell angezündet. Es gibt kein Spiel mehr, es gibt nur noch scharfen Ernst. Ich klettere über ihn, und wir ficken, bis ich nicht mehr kann.
Erst liegt er unter mir, dann sitzt er unter mir. An genauere Details kann ich mich nicht erinnern, weil ich so weggetreten bin, wie es nur möglich ist, wenn ich ganz da bin. Irgendwann bin ich so durch, dass er mich kurzerhand auf den Rücken packt und vor der Bettkante kniend nimmt. Mein Körper findet die Spannung wieder, den Oberkörper halb aufzurichten, so dass ich ihn in diesem unglaublich guten Winkel spüren kann. Bis ich auch hier schreiend vergehe. Der Pseudorebell brennt.
Er wuchtet mich nach vorne, so dass ich nun endgültig auf dem Rücken liege, kommt über mich und macht weiter. Irgendwo findet mein Körper noch Energie, ein weiteres Mal mitzugehen. Er steht mittlerweile im Schweiß. Auf den Wangen funkeln winzige aus den Poren hervor geschossene Perlen. Er heißt mich umzudrehen. Seine Hände graben sich lustvoll in meinen Arsch, während er mich von hinten nimmt. An der Art und Weise, wie er mein Fleisch präzise forschend fasst, erkenne ich, wie frisch und hungrig er immer noch ist. Ich brülle, bis mir die Umgebung wieder einfällt. Der Pseudorebell brennt.
Er kommt wieder über mich, und ich liege nur noch da, ein heißer durchgerührter Pudding, und schaue ihn an, wie er sich immer noch freut und mit ungebremster Lust, Intensität, Konzentration bei der Sache ist. Sein Gesicht leuchtet und der so hübsch in kleinen Blasen austgetretene Schweiß läuft zu Tropfen zusammen, die es zum Glänzen durchnässen, bevor sie auf mich herabfallen. Ich habe nicht den Hauch einer Ahnung, wieviel Zeit vergangen ist, aber ich habe den Verdacht, dass seine Flamme noch länger trüge, läge ich nicht in so verglimmender Glut unter ihm. Er packt meine Hand und ich darf ihn wichsen, bis er sich in einem ergiebigen Schuss von meinem Ohr bis zu meinem Bauchnabel verteilt.
Wir ziehen uns an. Der Pseudorebell raucht, während ich bewegungslos in den Seilen hänge und nachspüre, wie bemerkenswert leer und erschöpft ich bin. Er kommt wieder und kniet sich zwischen meine Beine. Die schönen Finger greifen in meinen Schritt. Aber sie tun es jetzt ohne jede Gier. Meine Stoffhose bleibt, wo sie ist. Seine Fingerkuppen fangen nicht an zu wühlen, zu graben, mir die Klamotten vom Leib oder den Verstand aus der Seele zu ziehen. Sie spüren nur milimeterweise nach meinen Reaktionen.
Ich bin nicht geil, ich kann gar nicht mehr. Aber mein Körper ist immer noch voller Nerven, und er spricht zu ihnen. Ich spüre seine allumfassende Aufmerksamkeit. Nur ist diese anders als zuvor nicht vom pseudorebellischen Energiestrudel überstrahlt, dem ich mich sonst so gern anheim gebe. Überhaupt ist sein Körper in diesem Moment merkwürdig gar nicht präsent – bis auf diese Fingerkuppe an meinem Lustpunkt. Ich muss grinsen, als er mir später erzählt, sein Bein sei tatsächlich eingeschlafen. Was ich aber immer noch in immensem Ausmaß wahrnehme, ist seine Konzentration – auf mich.
Und dann passiert etwas Seltsames. Diese winzige, quadratzentimetergroße Bewegung – zugegeben an der richtigen Stelle – schwingt durch meinen Körper. Vielleicht liegt es daran, dass meine Lust zuvor so gründlich ausgetrieben wurde. Jedenfalls schwillt und wächst mit diesen Berührungen in Wellen nicht meine Geilheit, aber meine Hingabe und mein Wohlgefühl. Es geschieht ganz still, fast ohne Bewegung. Ich fühle mich wie unter dem Vergrößerungsglas seiner Aufmerksamkeit, die durch nichts getrübt ist, nur auf mich und diesen einen Punkt gerichtet.Sie macht mir keine Angst, sie macht mir keine Scham. Ich genieße sie, ich kann mich davon anrühren lassen. Die Empfindung erfüllt mich, ohne im mindesten esktatisch zu sein. Aber sie wächst immer weiter und wird irgendwann zu groß. Wo ich sonst anfangen würde zu stöhnen und mich zu winden, finde ich dieses Mal Erleichterung, indem das Gefühl in Form von Tränen über mein Gesicht abfließt. Und auch das ist schön. Ich weiß, dass er nicht versteht. Aber ich weiß auch, dass ihm genügt zu wissen, dass es gut ist.

Advertisements

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: