Timing

Veröffentlicht 01/02/2014 von Miss Universe
Ich habe schon lange verstanden, dass der Pseudorebell eigentlich fast nur kommt, wenn er das will. Aber andersherum kann er offensichtlich auch seinen eigenen Höhepunkt auf Ansage herbeiführen.
Wir haben wieder betrunkenen Sex. Der ist immer noch ein bisschen wilder, willenloser und lauter als sonst. Das ist dieses Mal genauso – bis auf eine winzig kurze Begebenheit am Anfang, die mich so sehr staunen lässt, dass ich mich fast losreiße, um diese Beobachtung im Moment mitzuteilen: Als die Klamotten abgestrampelt sind, liegen wir nackt auf dem Bett des Stundenhotels. Das ist natürlich nicht neu, aber diesmal liegen wir für mehrere Sekunden seitlich einander zugewandt. Das klingt so banal und nach der offensichtlichsten Lagerung, um sich einander zu nähern. Gerade deshalb haut mich aus den Socken, dass ich es so noch nie mit dem Pseudorebell getan habe. Bei uns ist immer einer oben…

So geht es dann auch weiter. Wir wechseln uns ab, ungebremst und eilig, bis am Ende natürlich ich völlig fertig bin. Er hat mich gerade stöhnend und schwitzend eine weitere Runde stehend von hinten genommen mit einer Gewalt, die mich einerseits immer wieder fasziniert, andererseits vage zweifeln lässt, dass es heute noch einen Reiz geben kann, der ihm zu einem Orgasmus verhilft. Da dämmert mir, dass auch die halbe Stunde wohl ihrem Ende entgegen geht. Kurzerhand rupfe ich ihm das Kondom herunter. Was meistens geht, ist gute alte Handarbeit über meinem Dekolleté.

Willig rutsche ich zwischen seine Beine, damit er sich schön von oben verteilen kann. Da grinst er mich mit einer Mischung aus Belustigung und Bestimmerfreude an: „Du glaubst, du bist fertig, ne? Stimmt nicht.“ Mit der Seelenruhe und Selbstgewissheit, die ihm manchmal eigen und die ich noch nie so ausgeprägt in Kombination mit der völligen Abwesenheit von Ignoranz oder Dummheit erlebt habe, schnappt er sich den nächsten Präser und legt mich auf den Rücken.

Ob aus eigenem Antrieb oder nur um mir mein völliges Unrecht zu demonstrieren, bleibt unklar; er wechselt komplett das Tempo und kommt langsam und zärtlich über mich. Mein Körper reagiert zuverlässig beinahe wie auf einen Schalter. Von fröhlichem Ficken wechselt er umstandslos auf Liebe machen. Mein Kopf kuschelt an seine Brust, meine Arme umspannen seine Schultern, streicheln und streicheln über den Rücken. Ich bin bereit, mich noch einmal komplett fallen zu lassen, da klopft es an der Tür: Timeout.

Damit bin ich raus. Aber der Pseudorebell wäre nicht der Pseudorebell, wenn er nicht auch noch in diesem Moment die Übersicht behielte, seelenruhig weiter machte und nach wenigen Sekunden (vielleicht 30 😉 genau vor meiner Nase einen genüsslichen Orgasmus hinlegte. Ich muss schniefen und mich schnell anziehen.

Ähnlich beeindruckt er mich in der nächsten Mittagspause. Er hat sich gerade in meinem Mund entladen. Irgendwie wirkte es dieses Mal so lange angenehm, dass sein Schwanz noch immer dort steckt, als ich spüre, wie sich sofort wieder neues Leben regt. Es ist eigentlich schon spät, aber der Pseudorebell ist kaltschnäuzig genug, um auch unter Zeitdruck nicht nur den eigenen zweiten Orgasmus zu forcieren, sondern auch noch das Prinzip der Reziprozität zu wahren.

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4 Kommentare zu “Timing

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