Golden Shower

Veröffentlicht 12/12/2013 von Miss Universe

Wir sind ein bisschen betrunken, zumindest ich. Das hält mich aber nicht davon ab, noch ziemlich gut zu registrieren, wie gut sich das alles anfühlt, was sich im Stundenhotel zwischen unseren Körpern abspielt. Ich genieße sehr seine Hände überall auf meiner Haut. Als er sagt „Steh mal auf“, ist das erst einmal nichts Unerwartetes. Es heißt meistens: „Ich will dich von hinten.“

Als ich mich drehen will, bugsiert er mich aber überraschend in Richtung der Nasszellennische. Ich bin klar genug, dass ich in diesem Moment verstehe, was er vorhat. Folgsam steige ich rückwärts in die gekachelte Duschwanne. Ich schaue ihn an, und es braucht kaum einen Wink mehr, damit ich in die Knie gehe. Ich hocke in der Schummerbeleuchtung auf den schlecht verfugten Fliesen und tue nichts weiter, als zu ihm aufzuschauen. Meinen Augen erlaube ich nicht den Hauch eines Zweifels, welchen ich vielleicht nüchterner oder nur weniger unterwürfig empfinden würde.

Er grinst ein bisschen, aber ich beschließe, dass das nur Unsicherheit ist und er mich jetzt nicht als Komplizin braucht. Also schaue ich ihn weiter mit unverwandtem Ernst von unten herauf an. Und er bekommt es tatsächlich hin. Ein warmer Strahl trifft zuerst mein Brustbein und benetzt dann mit einer erstaunlichen Stetigkeit meine gesamte Vorderseite. Meine Augen hängen immer noch an seinen und ich wundere mich, wie wenig mit mir passiert. Ich erwarte ein Gefühl der Demütigung, wie wenn er mir unvorbereitet zwischen die Beine greift oder mir ins Gesicht schlägt. Aber ich empfinde nichts dergleichen. Ich empfinde die gleiche langmütige Hingabe wie immer, wenn ich vor ihm kniee. Dies ist nur ein weiterer seiner Säfte, der mich trifft. Die warme Berührung ist angenehm. Ich empfinde keinerlei Ekel, nicht einmal Befremden.

Noch immer regnet es auf mich nieder. Ich öffne die Lippen und er versteht. Der Saft läuft über meine Lippen und auf meine Zunge. Auch dies löst nicht einmal in Spuren Abscheu aus. Ich schlucke, und nichts daran fühlt sich erschreckend, fremd, falsch oder auch nur seltsam an. Selbst wenn ich mir bewusst mache, was ich gerade tue, befällt mich höchstens eine leichte Verwunderung. Ich muss ein wenig husten, weil Schlucken mit offenem Mund und in den Nacken gelegtem Kopf zu schwierig war, und denke etwas belustigt, dass ich so vielleicht etwas schockierter wirke als ich bin.

Irgendwann ist auch die Blase des Pseudorebellen leer. Er duscht mich ab und trocknet mich. Wir ficken inniglich, als wäre nichts gewesen, und es war wohl auch nichts. Ich hatte es mir nur anders vorgestellt.

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