Ein Kunstwerk

Veröffentlicht 04/10/2013 von Pseudorebell

„Na komm mal her“ raune ich ihr zu. Die Szenerie des vorherigen Spiels hat sich beinah vollständig gesenkt und unsere vom Höhepunkt durchfluteten Leiber lagen bis gerade nebeneinander. Ich fasse ihr Hand. Durch Zufall habe ich beim letzen Mal einen ihrer Arme eingewickelt und das sah sehr schön aus. Vielleicht wegen der Unsymetrie – ich weiß es nicht. Darum beginne ich nun nicht mit symetrischen roten Bahnen um ihren Körper sondern umschlinge das Handgelenkt des rechten Arms. Eine Längstrebe ziehe ich über ihren Unterarm bis kurz vor die Ellbogenbeuge und ziehe dort den ersten Sicherungsring. Den zweiten kurz darüber. Und noch einen in ihrer Achsel. Und plötzlich geht es wie von allein. Ein Seil liegt diagonal über ihrem Oberkörper, schlingt von dort um den weichen Bauch und zieht auf der anderen Seite wieder diagonal eine rote Linie über ihre weiße Haut. Am Rücken lasse ich es herunterlaufen und verschnüre es an der rechten Seite um ihren festen Schenkel. Von dort aus läuft es ihr Bein herunter, über und unter dem Kniegelenk gesichert und am Fußgelenk fest gezurrt.

Ich trete zurück und möchte sie angrinsen wie ich es meist tue. Da verschägt es mir den Atem, mein Herz pocht und ich schlucke einen Klos runter. Es ist wunderbar geworden, sieht so unglaublich hübsch aus. Und es scheint perfekt zur ihr zu passen. Ich umkreise und betrachte sie von allen Seiten und bedaure, dass sie es nicht sehen kann. Später versichert sie mir, sie hätte in meinen Augen gesehen, wie hübsch es sei. Natürlich habe ich keine Kamera dabei und mein Telefon Schnappschüsse von dem Werk machen, die dem Orginal nicht im Ansatz das Wasser reichen können. Dieses Bild wird mir in den nächsten Tagen bis heute immer wieder im Kopf herumschwirren – die schönste Fesslung bis hier.

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2 Kommentare zu “Ein Kunstwerk

  • Wenn ich diesen Text lese, bin ich gewillt zurückzunehmen, was ich sonst immer sage, dass das Beste daran das Stückchen Ewigkeit ist, das man sich erkauft. Das beste daran ist die dokumentierte Rückversicherung, dass es so verdammt real ist, weil wir beide das gleiche erleben. Ich empfinde es als zutiefst beglückend zu begreifen, dass das alles nicht nur in meinem Kopf, sondern wirklich zwischen uns stattfindet. Dass Menschen auf diese Weise so gut, so treffend und bereichernd miteinander kommunizieren können, ohne sonst viel voneinander zu wissen, war mir nicht klar und verbessert tatsächlich mein Weltbild.

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