Spiel mit der Angst

Veröffentlicht 27/09/2013 von Miss Universe
Ich fühle mich wieder bemüßigt, eine Warnung voranzustellen. In diesem Text geht es nicht nur um die reine Fleischeslust, sondern auch um die Lust an der Angst, an der Macht und an der Schwäche, an Schmerz und Gewalt und Kontrollverlust. Diese Eindrücke werden hier verstärkt wiedergegeben, weil ich sie genieße – wohl wissend, dass ich sie in einer vollkommen sicheren Situation erlebe. Wer sich nicht so sicher fühlt, möge das bitte einfach nicht lesen.============================

Ich soll mich umziehen, und es ist bemerkenswert, wie unsexy ich mich dabei fühle. Miss Universe wäre in der Lage, sich durchaus aufreizend und selbstbewusst grinsend die Netzstrümpfe überzustreifen. Aber das hier hat nichts mit Verführung zu tun. Es wird wehtun, und ich habe jetzt schon Angst und einen gewissen Unwillen. Außerdem habe ich den Eindruck, dass der Pseudorebell gerade das Gefälle zwischen uns aufbaut; und Sexyness ohne Selbstbewusstsein funktioniert nicht.

Offensichtlich übersetzt sich meine Unsicherheit sofort in meine Körperhaltung. „Stell dich mal gerade hin! Schultern zurück, Kopf hoch“, werde ich angeherrscht. Ich befolge die Anweisung, ebenso wie die folgende, ich möge ihm die Schuhe ausziehen. Bei dieser Art von Aufgaben vermindert sich meine Furcht. Ich kann mich ganz auf einen Service zurück ziehen, den ich leisten kann. Meine Finger knüpfen geschickt die Senkel auf. Sogar die Socken lassen sich leicht lösen. Und es ist keine Herausforderung ihm die Füße zu küssen. Die riechen nicht einmal 😉 Einfach.

Er spürt, dass ich ihm ergeben bin, aber das ist nicht alles, um das es geht. Ich muss aufstehen und er lässt mich auf hohen Schuhen durch den Raum stolpern. Dann habe ich die Wand im Rücken und ihn vor mir. Es gibt keinen Platz mehr auszuweichen. Die breite Brust, gegen die man zuweilen beinahe gegen den eigenen Willen zu sinken bereit ist, schwebt auf einmal drohend über mir. Er legt mir den Unterarm quer über die Kehle und drängt mich weiter gegen die Wand. Wie sehr ich mir plötzlich über die Zerbrechlichkeit der eigenen Anatomie im Klaren bin. Ich kann kaum schlucken, und der fein dosierte Druck müsste nur ein bisschen ansteigen, damit mir wirklich die Luft wegbliebe. Stattdessen nimmt er mir den Atem, indem er Klemmen an meinen Brustwarzen anbringt. Ich spüre, wie mir der Schweiß am Rücken ausbricht.
Ein paar ganz leichte Ohrfeigen reichen aus, mir die Hilflosigkeit in Großbuchstaben auf die Stirn zu schreiben. Meine zu Fäusten verkrampften Hände pressen Halt suchend gegen die Wand. Wenn ich sie jetzt schützend erhebe, wird er mir seine Überlegenheit deutlicher demonstieren, werden die Schläge meine Wange härter treffen. Er dreht mich herum, die Wand ist nun vor, er hinter mir. In diesem Moment macht er in meinem Rücken eine große Bewegung, etwas passiert im Raum hinter mir. Ich scheue vor seinem erhobenem Arm, aber alles, was passiert, ist, dass er mir mit einem Shirt die Augen verbindet. Einerseits macht mich die Binde nun vollkommen blind. Andererseits schützt sie mein Gesicht, und sie riecht so abartig gut nach ihm, dass ich mich tatsächlich ein kleines bisschen weniger nackt und allein fühle.
Nunmehr blind werde ich wieder auf hohen Schuhen durch den Raum gezerrt. Ich muss mich vorbeugen und nach einem Bock greifen, was widerlich ist, weil ich befürchten muss, das Gleichgewicht zu verlieren. Ich bekomme etwas zu fassen und halte still, froh eine halbwegs stabile Position gefunden zu haben. Es beginnt eine Session mit dem Flogger auf meinem Hintern, die über das, was ich mir wünsche, hinaus geht. Dieses Mal sind es keine geschenkten, liebevollen Schläge. Diesmal tut es weh, weil es wehtun soll. Ich bin mehrmals kurz davor, dem Schmerz einen Laut zu geben und zu schreien. Im Nachhinein bin ich nicht sicher, ob ich still blieb aus Angst, es könnte aufhören oder aus Angst, das könnte es trotz meiner Bitten nicht. Auch die erlösende Berührung seiner Vorderseite auf meinem Rücken kommt spät, so spät, dass die traktierte Haut an meinem Po schon über den Schmerz hinaus taub geworden ist gegen Zärtlichkeit. Aber mein Rücken kann sie noch spüren.
Ich stehe wieder mit dem Rücken zur Wand. Der Schmerz, der von den Klemmen an meinen Brustwarzen ausgeht, liegt wie ein Schleier über meinem Bewusstsein. Ich nehme meinen Mut zusammen und bitte sie wegzunehmen. Erst tut er es nicht, wie um mir zu demonstrieren, dass es so einfach nicht ist. Dann nimmt er diejenige ab, die nicht ganz so schlimm drückt. Ich nehme noch einmal den weiten Weg auf mich, ihm verbal mitzuteilen, dass es schmerzt. Sie bleibt dran.Stattdessen schiebt er mir die Finger zwischen die Beine. Als erstes stelle ich nur verwundert fest, wie unwahrscheinlich feucht ich bin. Es ist, als hätte sich meine Pussy an der allgemeinen Produktion von Angstschweiß beteiligt. Dann spüre ich, dass trotz der vordergründigen Schmerzen und obwohl ich noch immer Angst habe vor dem, was als nächstes passieren könnte, diese Berührung plötzlich ganz bewusst mein Lustzentrum aktiviert. Die Schmerzens- und Angstlaute habe ich zurückhalten können, das verlangende Seufzen entringt sich mir. Ich fühle, wie sich seine Schwanzspitze in der überbordenden Feuchtigkeit suhlt. Langsam aber sicher gewinnt die Lust über den Schmerz.

Da reißt er mich von der Wand und wirft mich aufs Bett. „Jetzt will ich zugucken“, drückt er mir einen Vibrator in die Hand. Das kann ich auch in meiner Blindheit. Bevor er sich am Fußende mit Blick zwischen meine Beine positioniert, kommt er noch einmal an mich heran. Ich habe Angst – erst recht, als er sich meinem Nippel nähert. Es dauert lange, bis ich verstanden habe, dass der Schmerz, der mich mit voller Wucht durchfährt, daraus entstanden ist, dass er die Klemme abgenommen hat. Dieses eine Mal habe ich den Schrei nicht unterdrücken können, und er wird mir später noch dreimal davon vorschwärmen, wie gut man Angst und Schmerz in diesem Laut hören konnte.

Ich tue wie mir geheißen ist, und der kleine Apparat tut sein übriges. Der Pseudorebell hat mir oft genug zugesehen, um mir exakt rechtzeitig vor dem Orgasmus den Vibrator zu entreißen und sich mit den Worten „du willst doch jetzt einen richtigen Schwanz spüren“ in mich zu drängen. Ein paar Momente lang lasse ich mich überwältigen, dann fällt mir auf, dass er Recht hat. Das Tuch verschwindet, wir sehen uns in die Augen, und wir ficken.

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