Göttlich

Veröffentlicht 17/07/2013 von Miss Universe
Wir sind in der Öffentlichkeit und eigentlich anders beschäftigt. Aber der Zufall drängt uns in eine Ecke, und ich nutze die Gelegenheit, um nur ganz kurz meine Nase in seine Achsel zu stecken, das Gesicht in seine Schulter gelehnt. Ich atme ein und für einen winzigen Augenblick bin ich dort eingezogen.
„Gib mir einen Kuss„, kommt von oben ein Kommando mit großer Dringlichkeit. Ich richte mein Gesicht nach oben, und er kommt mit genau der Dringlichkeit über mich, die ich schon gehört habe. Eine der schönsten Wendungen, die der Pseudorebell je erfunden hat ist „bis zur Unkenntlichkeit scharf„. Genauso küsst er mich jetzt. Ohne jede Delikatesse. Er trifft nicht einmal richtig meinen Mund. Mit weit geöffneten Lippen, vorgereckter Zunge und beinahe schäumend nass stülpt er sich über mich. Die kräftigen Arme umschlingen meinen Körper, biegen ihn so, dass er sich noch näher und tiefer in mich drängen kann. Er hält mich fest und vermengt unseren Speichel. Es ist, als wollte er mich bei lebendigem Leib verdauen.
Ohne nachzudenken ergibt sich mein Körper diesem Wunsch nach Vereinigung. Beinahe sofort bin ich von meiner Einzelexistenz gelöst und in diesem Moment aufgegangen. Friss mich doch, ich will gern in Dir sein! Press mich an Dich, bis unsere Haut amalgamiert! Greif mit Deinen Fingern bis in meine Organe und in mein Herz! Irgendwann stellt er mich wieder auf die Füße, die Beine tragen aber gerade nicht mehr. „Gott, ich will dich!“ schleudert er mir entgegen mit diesem irren Blick, der nichts von seiner Dringlichkeit verloren hat. Gefühlt könnte er mich jetzt vom Boden auflecken…Ganz vorsichtig nehme ich die Umgebung wieder wahr. Niemand scheint beobachtet zu haben. Mein weggetretenes Bewusstsein klammert sich an den ersten Gedanken, den es wieder fassen kann, und das ist in diesem Fall: Warum nur bezieht sich ausgerechnet der Pseudorebell immer auf Gott, wenn es ihm ernst ist? Egal, solange er seinen Hunger auf Leben in dieser reizend blasphemischen Weise auf Miss Universe projeziert…

So ernst scheint es gar nicht zu sein. Fast wären wir an der Sturmunterkunft vorbei gegangen, scherzend darüber, dass „richtiger Sex“ aufgrund blutiger Umstände sowieso nicht drin ist. Ich will schon anfangen zu räsonieren, wir wären jetzt alt und vernünftig geworden, da biegt er plötzlich doch quer über den Rasen ab. Ich tapere hinterher, und sobald sich das Dunkel der Hütte um mich schließt, ist die elementare Anziehungskraft während dieses Monsterkusses wieder da. Irgendwie schaffen wir es, noch ein paar Klamotten zu entfernen, bevor unsere Körper kollidieren wie ineinander stürzende Planeten. Was eben noch sein Mund schaffte – mehr in mir zu sein als an meiner Oberfläche, wiederholte er jetzt mit den Händen. Er ergreift mich und umschließt mich. Mein Fleisch strebt ihm so sehr entgegen, dass es keine Grenze zwischen unseren Körpern mehr zu geben scheint. Und das, obwohl wir ausnahmsweise nicht ineinander stecken.

Wir sind eine heiße wogende Masse, bis der Pseudorebell beschließt, dass Orgasmen her müssen. Spiderwoman ist als erste dran. So hat er meine Brüste auf Mundhöhe und lässt nicht mehr davon ab. Dann werde ich zur Wand gedreht, er drängt sich von hinten gegen mich, zwirbelt meine Nippel und küsst mich über die Schulter. Meine Hand wird unsanft in meine Unterhose gestopft, damit er seine in meinen Bauch graben kann.

Dann stehe ich wieder vor ihm und diesmal werde ich nicht in meinem Impuls aufgehalten, in die Knie zu gehen. Meine Finger haben schon seinen Schwanz in den Händen, ihn gerieben. Die Hoden zucken in meinen Händen, ich will lecken, und ich darf. Zu wild gibt es für ihn nicht. Ich kann lecken, schlürfen, würgen, schlucken – er kommt nicht. Irgendwann legt er selber Hand an. „Zeig mir Deine Titten“ erscheint mir etwas sinnlos im Stockdunkeln, aber ich gebe mein Bestes zu zeigen, was ich habe, wenn ich nicht gerade wieder lecken will. Schließlich packt er meinen Kopf und positioniert ihn. Ich muss an die Mittagspause denken, in der ich meinen „praktischen Entsorgungsschlund“ angepriesen habe, dessen er sich jetzt bedient.

Er kann es haben, dass mein Mund bei ihm bleibt. Und da ich gerade nicht mit eingeschlafenen Beinen hocke, sondern recht bequem auf einem Balken der Sturmunterkunft sitze, lasse ich meine Lippen ihn weiter liebkosen. Ich umschließe auch wieder die Spitze, lasse ihn in meinen Hals wandern. Und ohne dass ich darauf gezielt hätte, richtet sich dieses Ding wieder auf, anstatt friedlich in sich zusammenzusinken. Innerhalb weniger Minuten liefert der Pseudorebell mir die dritte Eiweißportion des Tages. Und grinst mich durch das Dunkel strahlend an. Weil er es kann und weil er sich freut. Wie schön!

Wir schlüpfen zurück in die Klamotten. Draußen empfängt uns milde Luft und der letzte Schimmer der bereits untergegangen Sonne hinter den Baumwipfeln. Ich atme durch und schreite aus mit diesem Gefühl, das der Pseudorebell „frisch gefickt“ nennt. Es braucht gar nichts mehr. Aber neben mir grinst immer noch der Pseudorebell, guckt mich von der Seite an und stellt unnötigerweise fest: „Gott, ich will dich!“ Mir fällt nichts mehr dazu ein.

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