Mit Sahne

Veröffentlicht 09/07/2013 von Miss Universe

„Du willst gekickt werden“, hat er mich neulich treffend analysiert. Und es stimmt: Ich will diese Geschichten erleben. Ich will Sex in den unmöglichsten Positionen, an abgefahrenen Orten, mit unmäßiger Verruchtheit, jeden Mist ausprobieren, Fetisch, Schmerzen, Grenzsituationen… Alles das. Und es passiert – beinahe automatisch, wenn ich mich mit dem Pseudorebell herumtreibe.

Aber man setze uns bei Sonnenschein auf eine Wiese. Dann leuchten unsere weißen, nackten Körper in aller Unschuld inmitten der Natur. Dann brechen sich sanfte Strahlen in den Goldlöckchen des Pseudorebells. Dann sind unsere Augen so hell erleuchtet und klar, dass man bis auf den Grund sehen kann, der still und unerschüttert da liegt. Dann lege ich meine Nase zwischen seine Schulterblätter und atme diese Mischung aus Mensch und Wärme und Gras. Dann streichen meine Hände über seine Haut, und ich kann spüren, dass er es tatsächlich als angenehm empfindet.

In diesem Moment rutschen unsere Körper aneinander, ohne große Aufregung, ohne Drängen und Not, beinahe ohne Plan. Wir sind nackter als nackt, arglos und ironiefrei. Diese Körper kennen sich. Sie müssen nichts wissen, sie müssen nicht nachdenken. Und sie brauchen gar keinen Trigger. Sie tun das vermeintlich Einfachste der Welt, sie tun sich nur gut. So simpel und doch so phantastisch. Sonne auf der Haut, der Geruch von angewärmtem Gras und körperliche Nähe erzeugen eine so elementare Form von Glück, dass ich für einige Zeit nicht nachvollziehen kann, wie immer alles so kompliziert wird.

Wir haben wie eigentlich immer stundenlang Sex und wenig Unterhaltung, aber es fühlt sich nicht nach durchgeknalltem explosivem Paralleluniversum an, sondern harmloser als die Geschichte von den Bienen und den Blümchen. Es ist so friedlich, so einvernehmlich, so einfach, dass ich nicht fassen kann, wie glücklich es mich macht. Und es berührt mich kurz seltsam, das mit dem Pseudorebell zu erleben, der doch eigentlich für das Gegenteil steht und das Biest in mir zu füttern und zu kicken hat. Dabei sollte ich eigentlich langsam mal wissen, dass genau das die Grundlage ist für alle Möglichkeiten.

„Am Ende habe ich Dich, den blauen Himmel und die angeleuchteten Blätter gesehen…“

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2 Kommentare zu “Mit Sahne

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