Anders gedient

Veröffentlicht 01/07/2013 von Miss Universe

Eigentlich will ich noch fragen, wie wir anfangen wollen. Aber dann fängt er schon an, hat eine Hand auf meine Schulter gelegt. Ich lasse mich heran ziehen und richte mein Gesicht zu ihm auf. Er wird mich gleich in Grund und Boden küssen.

Entgegen meiner Erwartung stürzt er nicht auf meine einladend geöffneten Lippen. Stattdessen streicht er mit den Fingern ganz sachte durch mein Haar und an meinem Hals entlang. Eine winzige Sekunde bin ich an unseren – beinahe hätte ich geschrieben: ersten, aber es war wohl eher der erste halbwegs nüchterne – ersten Kuss erinnert. Auch da hat er diese Bewegung, beinahe nur ein Luftzug, knapp unterhalb meines Ohrs ausgeführt, und mich dadurch augenblicklich – wie mit einem Handkantenschlag – gefühlsmäßig in die Horizontale gestreckt. Nicht, dass der Pseudorebell jemals so etwas wie Scheu empfände. Es ist reine Berechnung. Aber das tut dem Erfolg keinen Abbruch.

Eine Gänsehaut überzieht mich, als er über meine Schultern streicht. Ruhig positioniert er sich in meinem Rücken. Auch hier weiß er genau, was er bei mir auslöst. Ich könnte schon vergehen beim Gefühl seiner an meinen Hinterkopf gelehnten Augenhöhle und der Empfindung seines tiefen, sinnlichen Atems in meinem Nacken. Er liftet meine Arme über den Kopf, fährt ganz ruhig auch an diesen hoch und runter, bevor er mir das Shirt über den Kopf zieht. Der BH fällt und seine Hände gleiten von unten an meine Brüste.

Würde er sie nur halten, wäre es in diesem Moment schon extrem erregend. Als er sie jetzt fest umschließt und in genau der richtigen Stärke meine Nippel reibt, kann ich nicht mehr still genießen. Ich muss in die konzentrierte Stille stöhnen. Aber still halten, das kann ich gut, weil mir trotz völligen Genusses glasklar vor Augen steht, dass er es mir gerade mit aller Kennerschaft meiner Vorlieben ganz gezielt macht. Ich muss nichts tun, er weiß genau, was er tut und wie es weitergehen soll.

Eine Hand beginnt sanft, die Haut an meinem Unterbauch zu verschieben. Ich bin so empfindsam, dass selbst diese Liebkosung mich beinahe extrem reizt. Und auch hier sucht sich sein Finger nicht wissend und drängend den Weg zur Nektarquelle, sondern verweilt in unendlicher Geduld auf den fünf Quadratzentimetern Haut, die sich gerade anfühlen, als wären es ganze Fußballfelder voller Sensoren. Ich schwinge und summe so lange gegen seine warmen, ruhigen Kosereien, bis ich ihn beinahe angebrüllt hätte: „Ich tropfe gleich auf den Teppich!“

Da lässt er ab von mir und schiebt mich zum Fenster, durch das Sonnenlicht fällt. Die Sicherheit und Ruhe bricht nicht eine Sekunde, während er mich in seine Seile spinnt. Wie in einer Choreographie entfernt er sich von mir, immer durch ein gespanntes Seil verbunden, und nähert sich wieder bis auf die Haut. Wie im schönsten Wechselbad knotet er bald mich ganz dicht umfassend; bald schreitet er nach außen, sein Werk betrachtend. Er umkreist mich wie ein Araberhengst an der Longe, nur von weniger fahriger Schönheit. Das Seil legt sich passgenau um meinen Körper, so dass ich es trotz über den Kopf auf den Rücken gefesselter Hände wieder als äußerst angenehm und beinahe schützend empfinde. Wobei ich vor nichts zu schützen wäre. Ich habe die Sonne, den Pseudorebell und seine Seile auf der Haut. Ich habe alle Poren für diese Empfindungen geöffnet. Mir kann nichts Böses geschehen.

Nicht einmal, als er mich derartig verschnürt über sie Sessellehne hängt und endlich nachsichtig fragt: „Na, willst du meinen Schwanz in dir spüren?“, empfinde ich einen Hauch von Unterwerfung. Ich mag aussehen, als würde ich gefesselt, vornüber gebeugt, mit dem Gesicht in einer Sessellehne von hinten genommen werden. Aber es besteht gar kein Zweifel: Ich bin eine Königin, der gerade in absoluter Perfektion gedient wird. Mein Willen ist nicht mehr spürbar, aber ihm wird vorauseilend Folge geleistet. Er macht es mir gerade so unfassbar gut, dass ich es fast nicht mehr mitbekomme. Und im Nachhinein zweifle ich sogar noch an seinem Willensakt.

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