Szenario: Im Klischee-Kerker

Veröffentlicht 16/06/2013 von Miss Universe

Sie steht mit dem Rücken zur Wand. Hand- und Fußgelenke sind mit einem Andreaskreuz vertäut, sie kann sich kaum rühren. Der Raum ist so dunkel, dass sie seine Tiefe nicht erkennen kann. Als sie ihn betrat, war die Aufregung zu groß, um ihn aufmerksam zu erschließen. Jetzt weiß sie nicht einmal sicher, ob sie alleine hier ist.

Bis auf ihr schwarzes Höschen ist sie nackt. Dunkelheit, Steinwände und Fackelschein wollen ihr ein Kellerverlies suggerieren, aber es ist warm. Sie schwitzt nicht nur aus Angst. Wie lange sie hier schon steht, vermag sie nicht zu sagen. Nachdem er sie gefesselt hat, ist er verschwunden und hat sie mit der Geste, sie solle still sein, zurückgelassen.

Endlich kehrt er zurück. Wobei der Schatten, der aus der Dunkelheit tritt, nicht eindeutig zu erkennen ist. Er trägt eine Kapuze, und die Augen sind zusätzlich hinter einer Maske verborgen. Energischen Schrittes tritt er auf sie zu und packt sie am Unterkiefer. „Na, freust du dich schon?“ dröhnt er in ihr Ohr. Weder in der Stimme noch auf den Lippen ist ein Anflug von Reiz oder auch nur einer Frage zu erkennen. Sie starrt verunsichert auf die strenge Falte in seinem Mundwinkel.

Schneller als sie versteht, was geschieht, klingelt ihr das Ohr und ihre rechte Wange brennt heiß unter Wucht einer Ohrfeige, die sie nicht hat kommen sehen. „Ich habe dich etwas gefragt!“ knurrt er drohend, während die immer noch ihren Kiefer umschließende Hand ungeduldig ihren Kopf schüttelt, als würde die Antwort dadurch schneller heraus purzeln. Stattdessen leidet der unter dem Schlag ohnehin getrübte Gleichgewichtssinn weiter, und sie muss sich konzentrieren, um ein „Ja, Herr“ hervorzustoßen.

„Gut“, lässt er zufrieden hören, während er ihren Kopf achtlos aus der Hand fallen lässt. „Ich habe einiges vorbereitet.“ Als erstes zeigt er ihr einen kleinen Flogger. Die geschmeidigen Lederenden gleiten über ihr Dekolleté, so dass sie die Tierhaut riechen kann. Er beginnt an ihren Oberschenkeln, und er beginnt langsam. Die Schnüre prasseln erst wie heftiger Regen auf ihre Beine. Wie eine ausdedörrte Wiese öffnet sich ihre Haut dem Einschlag, wird rosig und warm. Sie schließt die Augen.

Der Regen wird stärker. Sie kann die Schläge hören und auch wie der Flogger durch die Luft schneidet, wenn er ausholt. Ihre Schenkel werden gleichmäßig versorgt und langsam lecken sie Striemen auch auf die empfindliche Innenseite. Der Schmerz durchzieht sie – ansteigend und beinahe angenehm. Der Radius weitet sich aus, und plötzlich spürt sie die ersten Lederzungen an ihren Lippen. Sie kann nur ahnen, dass der Regen etwas nachgelassen hat, denn nach dem ersten Zucken kann sie auch diesen Schmerz ertragen. Immer weiter wandert der Flogger über ihren Venushügel und den Bauch. Sie spürt die heißen Zungen in der weichen Taille und auf den exponierten Rippenbögen ihres Brustkorbs. Überall geht der Schauer der Lederenden über ihr nieder.

Wie durch ein Wunder trifft kein Streifen ihre empfindlichen Brustwarzen. Aber die Peitsche gibt keine Ruhe, bis auch ihr Dekolleté und ihre Schultern mit Striemen übersäht sind und hellrot brennen. Eine halbe Träne verschleiert ihren Blick. Dann spannt er die Lederenden und richtet darauf ihr Kinn nach oben. „Das gefällt dir, du kleine Schlampe, was?“ stellt er gönnerhaft fest. „Ja, Herr“, versucht sie aus Fehlern zu lernen. Er grinst. „Hast du gemerkt, dass ich deine Titten verschont habe?“ Sie schaut ihn aus großen, schreckgeweiteten Augen an und nickt.

„Nicht mehr“, packt er sich die linke und drückt zu. Sie saugt Luft ein, das tut weh. Er dreht das Handgelenk etwas und Tränen schießen ihr in die Augen. Sie macht einen erstickten fiepsenden Laut, wie als wolle sie um Gnade bitten. Sie starrt auf sein entschlossenes Kinn, das alles andere als Milde ausdrückt, während er eine Klammer an ihrem Nippel befestigt. „Aah“, bricht sich der Schmerz Luft. Für ein paar Sekunden spürt sie, wie sich seine Hand beruhigend auf ihr Schlüsselbein legt. Sie atmet dagegen und stellt fest, dass sie es aushalten kann.

Nach einigen Atemzügen hebt sie den Kopf und sieht ihn wieder an. „Noch eine.“ „Ja.“ Er wiederholt das Prozedere an ihrer rechten Brust. Das Wasser läuft ihr unterdessen aus den Augen. Der Schmerz hält sie fest umklammert. Aber es ist noch nicht vorbei. Er geht vor ihr in die Knie. Sie kann ihn kaum sehen, und die Nähe seiner Aufmerksamkeit zu ihren empfindlichsten Stellen kriecht als Gänsehaut ihren feucht gewordenen Rücken hinauf.

Einen kurzen Moment meint sie etwas kühles Metallisches an ihrem Bauch zu spüren. Dann folgt ein seltsames Geräusch. Erst als sie auch spüren kann wie ihr Höschen nachgibt, ahnt sie, dass er es gerade mit einer Klinge zerstört und der Ton in ihrem Ohr von reißendem Gewebe herührt. Da drückt sich das kalte Metall wieder gegen ihre erhitzte Haut. Sie zuckt. Ein gleitendes Gefühl, ein reißendes Geräusch, dann rutscht ihr Höschen zu Boden.

Etwas berührt ihre Lippe. Es ist nicht seine Hand, und nach kurzer Zeit sendet es einen heißen Schmerz aus. Sie stöhnt. Der Reiz rast durch ihr Rückmark und kribbelt bis unter ihre Kopfhaut. Auch hier scheint es ein Pärchen zu geben. Ein weiterer Schmerzpunkt kommt dazu. Die Radien überlappen sich. Ihre Wahrnehmung ist in Aufruhr, sie schwitzt wie verrückt.

Da richtet er sich wieder auf und kommt über sie. Eine Hand greift ihre malträtierte Brust. Sie starrt auf sein entschlossenes Kinn und spürt die Klinge kaum, die einen sauberen Schnitt zieht in die weiche Haut ganz oben am Brustansatz. Ein paar Tropfen ihres wild pulsierenden Blutes laufen hinunter. Und auch hier muss Symmetrie hergestellt werden. Sie weiß nicht, ob es ihre Tränen oder ihr Schweiß sind, die sich salzig in die Wunde bohren. Was sie alles fühlen kann.

Dann löst er plötzlich schnell und geschickt die Klemmen. Der latente Schmerz bäumt sich auf zu einer schwindelnden Übermacht, als das Blut unter ihre Haut zurückschießt. Sie schreit. Sie windet sich, ohne sich bewegen zu können. Sie ist außer sich. Sie ist am Ende. Sie hat keinen Halt mehr.

Plötzlich sind auch ihre Arme wieder frei und er umfängt ihren zusammensackenden Oberkörper. Zum ersten Mal spürt sie seine Haut. Sie fühlt seine ruhigen Finger in ihrem Nacken. Sie sinkt in seine breite Brust. „Es ist vorbei“, streichelt er über ihren Rücken. Erleichterung und Dankbarkeit durchströmen sie im gleichen Maße wie eben noch die Monarchie des Schmerzes. Tränenbäche waschen sie rein. Lange Zeit hält er sie fest, bis er ihre Stirne küsst und die Fesseln an den Füßen öffnet.

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