Ganz klein

Veröffentlicht 16/06/2013 von Miss Universe
Ich habe diese Ideen schon mitgebracht. Und ich habe schnell gemerkt, dass der Pseudorebell zwar stark, aber mit einem herzensguten, geradezu reizenden Wesen ausgestattet ist. Er heißt vielleicht nicht ganz zufällig so. Eine willige, geile Schlampe im Bett zu haben, lag ihm nahe. Einen dominanteren Akt als vielleicht ein Facial hat er sich einfach nicht vorgestellt. Aber seine Stärke verleiht ihm die Offenheit, Dinge ausprobieren zu können, die außerhalb der eigenen Komfortzone und Kernkompetenz liegen.

Und auf einmal schreibt er Dinge wie „ich hab‘ Bock auf Dom“. Allein dieser Satz lässt mich in Erwartung erschauern. Dann lässt er durchblicken, dass er sich Gedanken für eine Session macht. Ich muss mich bereits in Geduld üben. Als er mich auffordert, schwarze Unterwäsche, schwarze Strümpfe und hohe Schuhe mitzubringen, bin ich erregt. Die Vorstellung, dass er sich ausmalt, in welchen Posen er mich sehen will, erzeugt ein Kribbeln zwischen meinen Beinen, das nicht mehr weg geht. Mir ist klar, dass er sonst auch Kopfkino mit meinem Körper macht. Aber schon die Vorstellung, wie er mich mental zum Objekt umbaut, macht mich noch einmal ganz anders an.

Dann stehe ich halb nackt vor ihm und starre auf den Boden. Wenn Miss Universe in diesem Aufzug an seiner Seite stolzierte, wäre sie sexy und selbstbewusst. So bin ich exponiert und unterwürfig. Die Augen nicht zu heben, bereitet mir keine Schwierigkeiten, denn nichts läge mir ferner. Überhaupt Raum einzunehmen und zu atmen, erscheint mir schon als Aufgabe. Zu sprechen nötigt mir Überwindung ab. Ich will mich auflösen oder wenigstens dienen. Ich bin klein, gepeinigt und unwürdig. Aber ich kann spüren, wie ich geradezu nass werde, während ich auf Anweisung versuche, möglichst anmutig mit dem Gesicht zur Wand auf dem Boden zu sitzen.

Er lässt mich ein paar Dinge tun. Ich hole einen Aschenbecher, diene als Fußbank, bereite Getränke und lecke seine Füße. Aber keine der freundlichen Aufgaben kann meinen Hunger nach Demütigung stillen. Schließlich stehe ich mit dem Rücken zu ihm und muss mich tief bücken. Ich soll die Pobacken auseinander ziehen und stelle mir vor, wie er direkt in mich hinein sieht. Die Einbildung, jetzt seinen drohenden Atem an meinen zarten, zur Schau gestellten Öffnungen zu spüren, lässt mich erschauern. Endlich fühle ich mich hilflos und ausgeliefert.

Nur noch in Strümpfen und hohen Schuhen werden meine Hände gefesselt. Als er die Arme an die Decke fesselt, frage ich mich kurz, wie lange ich das wohl aushalten kann. Dann denke ich nicht mehr über meinen Blutfluss nach. Er streicht mit dem Flogger über mein Schlüsselbein und über den Nacken. Und mehr braucht es nicht. Die reine Erwartung dessen, was kommen wird, lässt mich zittern. „Du hast doch nicht etwa Angst!“ Doch, und es ist wunderbar…

Es beginnt in kleinen, beinahe sanften Sätzen, so dass die Haut warm wird und nicht gleich vor Entsetzen schreit. Dann werden die Schläge härter und mein Fokus passt sich auf das jeweilige Ende eines Zyklus an. Irgendwann tut der Knall der von mir heiß geliebten Schläge zwischen die Schulterblätter sogar in den Ohren weh. Nach jedem Satz sehe ich auf und bedanke mich. Während er sich zum ersten Mal an meine Vorderseite heran traut, sehe ich ihm die ganze Zeit in die Augen und halte seinem Blick stand. Er setzt die Lederstreifen geschickt, nicht einer trifft mich so direkt und schmerzhaft wie die Wäscheklammer vorhin. Dann hat er meinen Rücken so weit, dass mir die Tränen in den Augen stehen.

Ich bedanke mich und meine, noch einen letzten Satz nehmen zu können, als er mich erlöst und in die Arme schließt. Ich torkel etwas unbeholfen hinter ihm her, wohl wissend, dass es vorbei ist. Meinen Händen geht es gut, nur meine Füße sind ganz steif geworden. Als ich kurz darauf unter seinen streichelnden Händen in Tränen ausbreche, komme ich nicht auf die Idee, dass das Ende vielleicht doch ganz gut gesetzt war.

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