Hellicht

Veröffentlicht 05/05/2013 von Miss Universe

Es ist mitten am Tag. Die Sonne scheint, wärmt ungemein und erhellt alles in gleißendem Licht. Frühling draußen und in unseren Adern. Ich habe das vielleicht gar nicht mal so falsche Gefühl, ihn ewig nicht so ausgeleuchtet betrachtet zu haben. Unsere Treffen finden in Tiefgaragen, schummerigen Stundenhotels oder Kneipenecken statt, irgendwo in der Grauzone. Heute mitten im Licht.

Wir kompensieren die Entschleunigung der letzten Male und fallen geradezu übereinander her. Er treibt mich in den Winkel. Ich turne vorwärts und rückwärts über ihm, bis meine Oberschenkel brennen. Er nimmt mich von hinten, kniend, stehend, vor dem Spiegel. Wir vögeln hirnlos – passend zum Wetter ohne Nuancen, herrlich direkt, bei voller Beleuchtung und laut.

Nach kürzester Zeit stehe ich in Schweiß. Zunächst merke ich es nicht, aber dann fährt der Pseudorebell demonstrativ mit der Handfläche durch den ungebrochenen Schweißfilm entlang meiner Wirbelsäule. Ich liebe es, wie er das tut – anerkennend bis aufgegeilt. Irgendwie kriegt er es hin, dass ich meinen ganzen Körper inklusive Ausscheidungen als begehrenswert empfinde. Ein unwahrscheinlicher Zustand, alles andere als überzeugend, aber ich glaube so gern daran.

Ich komme auf seinem Schoß zu sitzen und schiebe mich gegen ihn, dass mir der Atem stockt, so deutlich spüre ich ihn in mir. Und obwohl mir viel zu heiß ist und der Spiegel mir schon vor einigen Minuten meine rot erhitzte Birne anzeigte, spüre ich seine warme Brust als etwas äußerst Angenehmes an meiner Vorderseite. Wie konnte ich vergessen, wie gut Körperwärme auch im Sommer tut? Mir ist heiß, mir ist heiß, aber deck mich zu mit Deiner Wärme.

Ich überschlage mich an dieser Mischung aus Freude, Überraschung und Nähe, so dass er mich auffangen und rückwärts ablegen muss. Er kommt über mich und in mir, während ich bestaune, wie seine hellen Augen, die er nie schließen will, komplett durchleuchtet und beinahe transparent werden.

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