Unfertig

Veröffentlicht 02/05/2013 von Miss Universe
Das Schicksal hat uns einen Raum beschert, und wir feiern Bescherung. Ich bekomme eine Galagarderobe, und ich liebe es. Einmal streicht das rote Seil auf ganzer Länge über mein Dekolleté. Der Ton ist fast so aufregend gut wie die sanfte reibende Berührung. Zwei Lagen umklammern kurz meine Brustwarze. Dann spannen seine Hände das Seil um meinen Oberkörper. Er strahlt dabei Ruhe und Sicherheit aus. Wie angegossen entsteht ein Panzer um mich herum, der mich aufrecht hält, schön und geschützt. Gefühlt strahle ich Wärme ab. Bedächtig wird der Lauf des Seils über mein Schulterblatt korrigiert. Ich bin nie so hübsch wie in diesem Moment. Mein Körper ist Teil eines Kunstwerks.

Eine Seillage umfasst meine Taille, genau eng genug, um mich die ganze Zeit zu berühren, und doch passgenau fest, wie um mich zu halten. Eine weitere wickelt sich um meine Hüfte, umspannt meinen Bauch, der unter dieser Berührung leicht zu kribbeln beginnt. Mein linkes Bein bekommt ebenfalls eine Dekoration. Er kniet dazu mit diesem seltsamen Fokus auf meine unterste Körperhälfte, küsst mein Schienbein. Dann tritt er zurück, nimmt Abstand und betrachtet sein Werk. Mein Panzer hält mich stolz und aufrecht. Ich bin Teil des Werkes, und so würde es mich nicht aus der Ruhe bringen, betrachtete er dies für immer.

Aber der Pseudorebell will keine Ewigkeit, er will die Dachbalken benutzen. So richtig zum Aufhängen eignen sie sich nicht. Aber er baut meine Fesselung um, so dass ich mit ausgebreiteten Armen stehen muss, die nach außen festgebunden sind. Hat er mir bislang nur das Schauspiel seines nackten Oberkörpers geboten, zieht er sich jetzt ganz aus. Er greift in meine aufgebundenen Brüste, biegt meinen Körper im kleinen Radius seiner Aufhängung gegen seinen. Ich bin so eingeschränkt in meinen Bewegungen, dass ich beginne meine Fesseln als solche wahrzunehmen. Ich möchte umarmen und kann nicht. Ich will herantreten, und es es geht nicht. Und zunehmend will ich ihn in mir. Sein aufgerichteter Schwanz streicht heiß zwischen meine Beine, liebkost meine Lippen, drückt prüfend dazwischen, dass ich beginne zu tropfen vor Sehnsucht.

Aber er entzieht sich mir und setzt sich auf einen Stuhl. Er kann genau sehen, dass ich wahnsinnig bin vor Verlangen, wild vor Gier. Er wichst seinen ohnehin steil aufgerichtet Schwanz, sieht mich von unten herausfordernd an und sagt: „Möchtest gern anfassen, ne?“ Großäugiges Nicken. Er löst einen Arm aus der Halterung, und zu meiner Überraschung reicht das aus, damit ich mich auf seinem Schoß niederlassen kann. Endlich dringt sein Schwanz in mich. Endlich kann ich mich an ihm reiben, Gesicht an Gesicht. Der Stuhl schabt über den Boden unter dem Drängen meines wiegenden Beckens. Ich schiebe mich gegen ihn, hebe mich über ihn. Mit einer Hand noch immer nach oben verschnürt, darf ich mir so viel holen, wie ich mag.

Dann knüpft er mich los. Ich muss mich rückwärts auf einen Tisch legen, wehrlos wie ein Käfer und vor allem diesem Winkel ausgelierfert, in dem er mich so fiese ficken kann. Das grenzt jedes Mal an Exorzismus. Er stößt in mich, bis ich den Kopf auf der Platte hin und her werfe, hirnlos schreiend, den Rücken durchgedrückt, mich winde unter einem Reiz, der viel zu stark zum Genießen ist. Hätte ich einen Funken Geist übrig, könnte ich vielleicht sehen, wie er sich an meiner Haltlosigkeit erfreut. So rollen meine Augäpfel einfach nach hinten.

Irgendwann lässt er von mir ab. Niemand ist gekommen. Er setzt sich erneut auf einen Stuhl, lässt mich vor ihm knien und sagt: „Jetzt blas mir einen.“ Ich tue das gern. So tief, so fest, so schnell es geht. Mir läuft der Speichel aus den Mundwinkeln, die Augen tränen schon wieder, Schluck- und Würgereiz wechseln sich ab. Sein Schwanz steckt so tief in meinem Rachen, dass mir langsam die Luft ausgeht. Aber er hat gerade den Teufel gefickt, er kommt jetzt nicht so leicht. Vielleicht zeigt auch die Mittagspause noch Wirkung. Ich nehme die Hand zur Hilfe, massiere die nasse Spitze, und jetzt verdreht auch er die Augen unter dem extremen Reiz. Ich nehme ihn wieder in den Mund, und er kommt dort – zu meiner Überraschung. Vielleicht ist das die Antwort auf meine kürzliche Frage, ob er das nicht gerne tut, weil es so selten passiert.

Ich bin fertig. Fesseln reibt mich emotional auf. Winkelexorzismus ist Extremsport. Beim Blowjob geht mir die Luft aus. Aber ich bin glücklich. Der Pseudorebell lagert statuengleich auf dem Tisch. Ich nähere mich vom Boden seinem Fuß und beginne zu lecken. Mein Mund schließt sich um einzelne Zehen, dann mehrere. Die Zunge kitzelt die Unterseite. Ich weiß, dass er das mag und ich kann es hören. Aber ich bin erstaunt, als er nach kürzester Zeit aufsteht, die Hose wieder aufknöpft und mich umstandslos vorwärts über den Tisch legt. Mit Macht dringt er in mich, greift sich ein Bein, dreht es nach oben weg und stößt mich gegen den Tisch. Er ist so tief in mir unterwegs, dass es schmerzt – leise, aber tief und dunkel. Ausnahmsweise ist mein Sprachzentrum noch aktiv. Unter Stöhnen erzähle ich ihm, dass er gerade zu groß für mich ist und mir weh tut. Ich weiß nicht, wie er das macht, aber ich weiß aus Erfahrung, dass er einfach versteht, wann er aufhören soll und wann nicht. Jetzt nicht. Jetzt will ich Opfer sein. Und ich weiß, dass es ihn anmacht, wenn ich ihm erzähle, was sein Schwanz gerade in mir anrichtet. Er findet es so geil, dass er kommt.

„Jetzt kann ich wirklich nicht mehr“, eröffnet er mir. „Machst Du es mir dann noch einmal, ganz friedlich?“ frage ich ihn, der Antwort schon gewiss. „Klar.“ Meine Wahl fällt auf die einfachste Weise: Ich strecke mich auf dem Rücken am Boden aus, die rechte Hand zwischen den Beinen. Seine fleißige Zunge umsorgt meinen linken Nippel. Wenn er jetzt noch meinen Bauch berührt, ist das beinahe unfehlbar. Er weiß so genau, wie er dort küssen muss. Ich komme schön und heftig.

Die Sonne ist untergegangen. Wir haben wieder stundenlang Sex gehabt, bis keiner mehr kann. Ich ruhe kurz zufrieden auf meinem Rücken. Da kommt er tatsächlich noch einmal über mich. Ich bin doch eh schon auf. Ich bin doch sowieso schon glücklich. Aber irgendwie ist es erstaunlicherweise noch steigerungsfähig. Es rühert mich, wenn der eben noch nach eigener Aussage ausgepumpte Pseudorebell noch einmal Lust entwickelt. Und wenn diese Lust naturgemäß weniger heiß, wild und geil ist als die Male zuvor, entsteht eine besondere Form der Nähe, die sich noch einmal verstärkt, weil er auf ganzer Länger über mir ist. Wir machen so eine Art Liebe, genießen den Hautkontakt und das Wissen darum, dass es gut ist.

Es ist dunkel geworden, aber keiner hat das Bedürfnis Licht zu machen. Wir räumen auf, niemand soll sehen, dass wir hier waren. Ich stehe geschäftig mit einem Lappen im Raum, dankbar, dass ich mich in Ruhe darauf vorbereiten kann, die Welt da draußen wieder zu betreten. Da packt er mich im Vorbeigehen noch einmal, umschlingt meinen Körper und gibt mir so einen Clark Gable-Kuss, der nach Absolutheit schmeckt. Auch das Paralleluniversum hat unendliche Weiten.
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2 Kommentare zu “Unfertig

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