Geschämt

Veröffentlicht 11/04/2013 von Miss Universe
Ich habe grundsätzlich Bock, aber ich bin nicht ganz so schnell wie der Pseudorebell, der, kaum hat er sich das Hemd aufgeknöpft und meine Zunge einmal an der Brust gespürt, schon mit einer monströsen heißen Erektion aufwartet. Ich schnüffel mich gerade in Stimmung, er ist schon ein einziges drängendes Begehren.

Vielleicht merkt er es, vielleicht ist es Zufall. Anstatt sich sofort in mich zu wühlen, kommt er über mich und beginnt, diese wahnsinnig zarte, feuchte Schwanzspitze an diesem heißen, harten Schaft über meinen Nippel gleiten zu lassen. Sofort flammen Millionen Nerven in Erregung auf. Die Köstlichkeit der Berührung durchzieht wie ein Netz aus Lichtstrahlen meinen Körper. Die Empfindung ist so intensiv, dass es fast unerträglich ist. Und er hört einfach nicht auf. Ich genieße, bis ich fast denke, mehr ginge nicht.

In dem Moment rutscht er nach unten und umschließt meine Brust mit dem Mund. Seine Zunge führt weiter, was seine Eichel begonnen. Es ist noch besser, und ich kann es tatsächlich noch ein bisschen aushalten, wenn ich stöhne vor Begeisterung. Der feuchte, weiche Muskel reizt meine Nerven noch mehr. Aber anstatt dass ich den Verstand verliere, formuliert derselbe plötzlich ein Bedürfnis. Ich will so dringlich seinen Schwanz in mir spüren, dass dieser Wunsch sich über das größte Vergnügen erhebt. Er drängt sich verheißungsvoll an meinen Venushügel und ich muss grinsen über dieses alternativlose Verlangen, das plötzlich mein Hirn füllt über alle schönen Empfindungen hinweg: Fick mich!

Ich komme nicht mehr dazu, es auch nach außen zu formulieren, als er mich bereits erlöst. Aber nur kurz ist es mir vergönnt, den dunkel verschwommenen Genuss der Verschmelzung auszukosten. Dann hat er meinen Fuß im Mund. Ich habe kein sehr inniges Verhältnis zu meinen Füßen, und man kommt sehr gut durchs Leben, ohne sich um sie zu kümmern. Ich ignoriere diese verschwitzten und verhornten Enden meines Körpers weitgehend. Wenn jemand sie ansieht oder berührt, ist es mir eher unangenehm. Aber das Feuerwerk an Empfindungen, das seine Zunge daran jetzt auslöst, lässt mich dumm dastehen. Unfassbar, wie intensive, auf höchste angenehme Reize sie empfangen und mir geben können. Meine Erregung brennt meine Scham aus. Wie geil!

Irgendwann ist auch mein Fuß wieder frei. Er ist immer noch über mir, und ich wickel meine Beine um seinen Rücken. Meine Hand umfasst seinen Po. Wir ficken aufs Schönste, planlos durcheinander wogend. Als ein Stück Abstand zwischen unseren Gesichtern entsteht, öffne ich versehentlich die Augen. Er ist wach, er ist erregt, er ist hübsch, er ist angestrengt, er ist geil – aber alles, was ich anstarren kann, ist diese pure, unverstellte Freude in seinem Gesicht. Wie kann man nur so glücklich aussehen! Wie kann man so strahlen! Wie schön muss es sein?! Es dreht sich mir alles um. Ich muss dringend wegsehen, und doch starre ich ungehemmt weiter.

Ich giere so intensiv nach diesem Ausdruck, dass ich mich plötzlich schäme. Das Gefühl der Scham ist erfreulich wenig präsent zwischen uns normalerweise. Unsere Körper sind sich so nahe, tauschen alle Flüssigkeiten mit so viel Begeisterung, dass ich mich fast nie schäme, nicht einmal vor Zuschauern. Aber die dreiste Begehrlichkeit, mit der ich versuche, möglichst viel seiner bahnbrechenden Freude in mich aufzusaugen, fühlt sich auf einmal peinlich und falsch an. Wie ein Gaffer beim Verkehrunfall an der Autobahn kann ich die Augen nicht abwenden von diesem Schauspiel, das ganz tiefe Gelüste in mir bedient. Ich fühle mich wie ein Vampir, der sich von abgesaugten Empfindungen anderer nährt. Mein Gefühl sagt mir deutlich, dass es verwerflich ist, Menschen bei so intimen Empfindungen ungehemmt zuzusehen. Die Scham brennt.

Irgendwann schaffe ich es, den Kopf wegzudrehen und die Augen wieder zu schließen. Der Moment ist schnell vorüber. Er nimmt mich von hinten, es gibt nichts zu sehen. Und doch bleiben mir diese paar Sekunden im Gedächtnis, vor allem ob ihrer Skurrilität. Der Pseudorebell schaut mir gerne zu, egal in welchem Extrem ich mich gerade befinde. Er würde das Ganze vielleicht Schaulust nennen und es ganz wunderbar finden. Mir ist es suspekt.

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Ein Kommentar zu “Geschämt

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