Kräfteverhältnis

Veröffentlicht 22/01/2013 von Miss Universe

Ich hatte meinen Luxus der Passivität. Einerseits beschämt es mich immer wieder selber, wie gern, schnell und beinahe von alleine das wehrlose Mädchen in mir zum Vorschein kommt, das sich alles sagen lässt und das vor allem alles geschehen lässt. Andererseits weiß ich auch, dass es für den Pseudorebellen nicht ganz einfach ist, seiner freundlichen Natur zuwider zu handeln und sich des scheuen Dings ganz ohne Zustimmung und bestätigende Rückmeldung zu bedienen. Stattdessen steht er fürchterlich auf die Inkarnation von Miss Universe, die sich umgekehrt seiner bedient, ohne nach irgendetwas zu fragen.

Aber es war so, und es war gut gewesen. Er ist über mich gekommen und hat mir jede Handlung einzeln aufgetragen, mir erzählt, was er tut, und mich aufs Angenehmste jeder Mündigkeit beraubt. Aber er hat mich nicht rücksichtslos benutzt. Stattdessen hat er mich zu seiner Erbauung von einem Höhepunkt zum nächsten gescheucht, mir die Sinne mit voller Absicht und viel zu guter Kenntnis meiner Trigger geraubt.

Jetzt ist es höchste Zeit zu gehen, nachdem er seinen Orgasmus kennerhaft auf die letzte Minute getimet hat. Ich werde aus dem Bett getrieben und er lacht ob meiner offensichtlichen Orientierungslosigkeit in einer Welt, wo ich plötzlich eigenständig meine Kleider wiederfinden und mich anziehen soll. Bis eben war ich ohne eigenen Willen, abgetaucht in meiner Lust, ausgeliefert seinen Ideen. Jetzt soll ich schnell meine Klamotten überstreifen, zurück in die Kälte und eigentverantwortlich funktionieren. Ich bin überfordert, und er lacht. Er macht sich nicht wirklich lustig über das hilflose Ding, aber es amüsiert ihn, in welchen Zustand er mich versetzt hat.

In dem Moment findet mein Unterbewusstsein einen Weg, die Situation für mich wieder in die Gewalt zu bekommen. Ich schwinge das Hemd, eben noch nutzlos in meiner Hand, weil ich vorher den BH hätte finden und anziehen müssen, und ziehe es ihm über den Rücken. Der Stoff ist mir nicht stark genug, und ich fange an, ihn mit der flachen Hand zu vertrimmen. Ich verdresche seine Schultern und wenig korrekt auch seinen unteren Rücken. Über den Arsch hat er dummerweise schon seine Jeans gezogen. Er dreht sich um und ich mache angefeuert weiter. Meine Hand klatscht auf seine Brust, sooft ich zum Zuge komme.

Irgendwann muss er aufhören sich zu amüsieren und kriegt meine Handgelenke zu fassen. Wir ringen kurz, bis er mich in eine Position manövriert hat, in der ich ihm nicht mehr wehtun kann. Schnaufend stehe ich da, von seinen Schraubzwingenarmen in Schach gehalten. Aber überall auf seinem Oberkörper leuchten hellrot die Schmetterlinge aus meinen Handabdrücken. Ich funkel ihn an, und obwohl ich realistisch betrachtet nicht den Hauch einer Chance habe, fühle ich meine Wehrhaftigkeit wieder hergestellt. Jetzt kann ich mich auch anziehen.

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