Angezündet und auf kleiner Flamme gegart

Veröffentlicht 18/01/2013 von Miss Universe

Mein Leib steht entblößt vor Dir, nackt, aber alles andere als schutzlos oder kalt. Er bebt in der Spannung, die zwischen unseren Körpern entsteht, und ist doch ohne jede Bewegung. Nur das Blut rast durch die Adern, heizt alles auf, malt auf die Haut schon jetzt wildrote Flecken. Es schäumt die Lippen geradezu auf, die beginnen zu prickeln in der drängenden Vorahnung einer Berührung. Ein dunkelsüßes Ziehen in den Leisten lässt keinen Zweifel, was dieser ganze Organismus will: Dich berühren, sich an Dir reiben, sich in Dich wühlen, bis es näher nicht mehr geht.

Ich kann Deinen Atem an meinem Hals spüren, er setzt sich wie ein elektrischer Schlag über das Rückgrat durch den ganzen Körper fort. Eine Gänsehaut überzieht die gesamte Körperhälfte, die Nippel stellen sich auf wie Blitzableiter. Ich spüre, wie das erregende Kitzeln in meinem Schoß zusammenläuft und sich saftig zwischen meine Schenkel ergießt. Auch zwischen den Schulterblättern beginne ich zu schwitzen. Wenn Du mich nicht augenblicklich nimmst, werde ich verglühen in Deinem Orbit.

Aber Du hast Zeit. Dein Atem geht weiter verheißungsvoll an meinem Hals. Deine Augen wandern erst genauestes über meine Oberfläche – schon so steigt das Rauschen in mir an – und versenken sich dann ausgiebig in meinen.
Du musst mich jetzt küssen, Du musst! Ich will Dich in mir spüren jetzt! Du musst mit mir den Rausch austrinken, den Du entfachst, sonst zerspringe ich!

Aber als Du mich schließlich mit den Fingerkuppen leicht am Schlüsselbein streichelst, ist es nicht der ersehnte Funken an einer eh schon viel zu kurzen Zündschnur: “Komm, sag mir ganz genau, wie Du es haben willst.“
Und ich muss für meine Erlösung arbeiten, Schritt für Schritt, gezwungen alles einzeln zu wünschen, zu benennen und zu durchleben. Es fühlt sich an wie Erkenntnis.

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