Miss Universe hat Publikum

Veröffentlicht 07/01/2013 von Miss Universe
Vor gut einem halben Jahr, als wir mit ein bisschen mehr Schmerzen und Dominanz zu spielen begannen, hatte ich noch halb im Scherz auf diesen Artikel über den Erstbesuch bei einer SM-Party verwiesen. Jetzt haben wir es selbst gemacht. Und gar nicht unähnlich erlebt.

Verglichen mit dem letzten Besuch im Tempel der Dunklen Lüste geht Miss Universe diesmal bereits ziemlich entspannt in ihrer Haut los. Ich entscheide mich, die Netzstrümpfe auf dem Weg zum Veranstaltungsort unter einer Hose zu verstecken, wofür ich mir in dem Moment heiß gratuliere, als ich in der Bahn einen Kollegen mit seiner Frau treffe. Aber ich weiß schon, dass ich vor Ort keine Probleme mit meinem Outfit haben werde und auch nicht, wenn ich es zwischenzeitlich ganz oder teilweise ablegen werde. Aber mir ist bewusst, dass ein Fesselfest etwas anderes ist als eine SM-Party, und bin sehr neugierig, was so geschehen wird.

Es beginnt wie alle Partys etwas schleppend. Wir sind früh da und es ist noch keine abendfüllende Beschäftigung, den anderen Freaks beim Einlaufen zuzusehen, obwohl es mich wieder teils fasziniert, teils belustigt, Männer nur bekleidet mit Ledermanschetten und Halsband oder mächtige Walküren mit aufgeschnürten Brüsten zu betrachten. Ich werde das Bild nicht vergessen, wie ein Herr den Raum durchquert: Er ist nackt, vor ihm baumeln eine führerlose Leine und sein Schwanz im Gleichtakt, in der Hand trägt er eine Suppentasse, deren Geruch den Raum ebenso durchzieht wie der wabernde Twin Peaks-Soundtrack.

Also müssen wir uns selbst beschäftigen. Der Pseudorebell interessiert sich für eine schöne große, an Ketten aufgehängte Schaukel, die so breit ist, dass neben seinem ausgestreckten Torso noch meine Knie Platz haben. Wir machen ein paar lustige Trockenübungen, damit ich mir vorstellen kann, wie das gehen könnte. Dann beschließe ich zu ignorieren, dass der Pseudorebell sich permanent den Hals nach vorbeiziehenden Gästen verdreht, und drücke ihn auf die Liegefläche. Das ganze Ding schwingt lustig unter meinen treibenden Schüben und ich kann mich an den Ketten schön in die Höhe ziehen.

Nachdem ich fertig bin, werde ich umgedreht und der Pseudorebell stellt sich vor die Schaukel. Aber die Höhe ist subobtimal und nach kurzer Zeit werde ich hoch gezerrt und erst im Stehen weiter gevögelt, dann rückwärts auf eins dieser ominösen Latexbetten drapiert, das zufällig daneben steht. Das wiederum hat genau die richtige Höhe! Der Pseudorebell zeichnet Winkelfunktionen, bis ich nicht mehr sagen kann, wie diese Session ausging.

Wir streifen weiter durch die Szenerie, halten Ausschau nach schönen Menschen und betrachten ihr Treiben. Dabei fällt auf, dass es außer uns eigentlich niemand treibt – im Sinne von penetrativem Geschlechtsverkehr. Hier und da werden Brüste geknetet, mal ansatzweise ein Blowjob verteilt, ein bisschen gefingert oder entspannt gewichst. Aber das Hauptaugenmerk liegt auf Schmerzen. Allerorts sind Menschen auf Böcken oder Streckbänken fixiert und werden mit Floggern, Paddeln, Gerten, Wartenbergrädern, Wachs und weiß der Teufel was noch alles traktiert. Wir schauen zu und stellen anschließend fest, dass keiner von uns dabei die Erregung spüren kann, die uns ergreift, wenn wir es selber tun. Bei einigen Behandlungen springt bei uns simultan und natürlich unnötigerweise Beschützerinstinkt und Mitleid an.

Wir beschäftigen uns wieder miteinander. Ich nötige den Pseudorebellen ein wenig auf einen Sofaplatz direkt neben einem spielenden Paar, drumherum ruhen noch ein paar Menschen. Damit er nicht so viel an die anderen denkt, baue ich mich auf seinem Schoß auf. Die Brüste sind schnell aus dem knappen Kleid befreit, ich lehne mich nach vorne. Der Pseudorebell kümmert sich mit einer Hingabe, seinen Lippen, seiner Zunge und seinen Fingern um meine Titten, dass ich schon dadurch komplett wahnsinnig werde. Ich stöhne immer heftiger, eher notgedrungen als absichtlich in sein Ohr. Dann raunt er mir zu: „Fick mich, bitte.“ Das kann er haben, ich bin sowas von heiß! Es ist erstaunlich, wie weit wir in dieser Sofasitzposition kommen…Diesmal sind schon ein paar Leute im Raum, alle in meinem Rücken, so dass ich nicht einschätzen kann, wie weit sie sich für uns interessieren. Mäßig und dezent nach späterer Aussage des Pseudorebellen. Der lässt sich erfreulicherweise nicht stören, so dass ich bald auf sein genießendes Gesicht herunterschauen darf.

Wir haben immer noch keinen Appetit auf die Salamiplatte und gequälte Schreie. Lediglich eine junge Frau im schwarzen Tütü, die ihren nur mit Halsband und Ledermanschetten bekleideten Freund in einen Käfig nach dem nächsten sperrt, ihn Getränke holen lässt und ihm verbietet zu sprechen, schlägt kurz unsere Aufmerksamkeit in ihren Bann. Nach einem Bier sehen wir uns selbst wieder in der Verantwortung für unseren Spaß zu sorgen.
Wir haben ein Bett ergattert, das in einer Ecke hinter einem Kordelvorhang steht. Vielleicht liegt es an der Location, vielleicht daran, dass die Stunde etwas vorgerückt ist. Jedenfalls dauert es keine zwei Minuten, bis wir in der Ecke gar nicht mehr allein sind. Der Pseudorebell hat sich diesmal freiwillig wohlig auf dem Rücken ausgetreckt. Ich widme mich seiner Vorderseite und habe schon wieder das gesamte Geschehen in meinem Rücken. Ich kann die Herren ganz gut ausblenden. Außerdem bin ich der weitaus größere Exhibitionist von uns beiden. Als ich seinen Schwanz in den Mund nehme, fürchte ich kurz, das könnte etwas zu viel äußere Aufmerksamkeit für den Pseudorebellen sein.
Aber das scheint nicht so zu sein. Die Erektion unter meinen Lippen wird immer härter, die Genussgeräusche lauter. Na,bitte, dann sollen die anderen auch ihren Spaß haben: Ich mache die Beine ein bisschen breiter als ohnehin schon. Mehr braucht es nicht. Mit vollem Köpereinsatz bin ich automatisch unterwegs. Und der Pseudorebell, bei dem ein Blowjob sonst beinahe strikt in die Kategorie Vorspiel fällt scheint es ebenfalls zu genießen.
Leicht irritiert registriere ich, dass zwei der Herren wirklich direkt hinter mir stehen, in erstaunlich geringem Abstand, und äußerst interessiert und ausgiebig mein Geschlecht mustern. Als ich zweimal hintereinander eine Berührung am Fuß spüre, drehe ich mich doch kurz um, um herauszufinden, was da vor sich geht. Es ist aber nur das Handgelenk eines besonders neugierigen – oder kurzsichtigen – Bewunderers, der sich auf dem Bett hinter mir aufstützt, um noch besser sehen zu können.
In dem Moment, wo ich mich frage, ob das eigentlich lustig, befremdlich oder geil ist, bekomme ich endgültig mit, dass der Pseudorebell findet, es sei geil. Ich hatte beim ersten Mal Hoffnung geschöpft, dass wir so gemeinsam Spaß haben könnten, und genau das tun wir gerade. Euphorisch stelle ich fest, wie wir ganz beeinander sein können und trotzdem eine Show abliefern. To be continued.
Überhaupt, weitermachen: Wir stellen auf dem Rückweg gleichklingend fest, dass das nicht die richtige Party für uns war. Was bleibt ist die Neugierde, genau so eine zu finden. Aber während ich mit diesem Ergebnis und überhaupt dem Abend ganz gut bedient bin, macht der Pseudorebell, was er eben tut, nämlich einfach weiter: In der U-Bahn phantasiert er pausenlos von Femdom, und als es eigentlich Zeit fürs Ende wäre, begleitet er mich noch einmal in den Keller und schenkt mir noch einen heftigen, intensiven Fick, bevor er sich, noch immer unschlüssig, ob’s genug ist, in die Nacht begibt.
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