Aus der Tiefe des Raumes

Veröffentlicht 21/12/2012 von Miss Universe

Dieser Raum ist anders als das Stundenhotel. Er ist groß und weit. Und er hat kein Bett.

Der große Kerl will unterlegen sein. Klug und praktisch wie er ist, hat er, während ich mich umgezogen habe, mal eben eine Aufhängung für sich selbst an den Dachbalken gefertigt. Ein Blick auf die Seile offenbart auch mir endlich das Potenzial dieser Stelle: Er wird nachher mit ausgebreiteten Armen an diese Balken gefesselt schutzlos mitten im breiten Raum stehen.

Aber erst einmal muss ich ihn physisch kleiner machen. Es gibt Stühle; ich stelle einen unter die Spots. Und es gibt einen stabilen Holztisch, auf dem ich fast auf seiner Augenhöhe liegen kann, wenn er sitzt. Er hockt brav auf seinem Stuhl und muss aufschauen. Wenn ich ihn nur mit der Gerte berühre und sage, was er zu tun hat, ist dieser Blick von unten so dermaßen ergeben, dass er fast wieder hypnotische Macht über mich gewinnt. Aber das ist mein Spiel.

Er soll mich wollen. Das ist nicht schwer. Ich lasse ihn sitzen und bewege mich ein Stück von ihm fort, damit er meinen ganzen Körper sehen kann, der sich unter dem Spielkleid überdeutlich abzeichnet. Meine Hände wandern darüber, teils um mich selbst zu streicheln, teils um ihm die Vorzüge noch deutlicher herauszukehren. Es braucht nicht viel.

Er soll mich nicht kriegen. Anstatt mich an ihm zu reiben, lege ich mich rückwärts auf den Tisch. Soll er nur schön zusehen, wie ich es mir breitbeinig mit dem Vibrator besorge. Ich hebe den Arsch noch ein wenig an, damit er nur noch geradeaus schauen muss und spreize die Lippen mehr als ich müsste. Mit dem Elektromotor komme ich schnell.

Ich trete wieder heran und setze mich vor ihm auf den Tisch. So überrage ich ihn weiter. Ich lege meinen linken Fuß über seine Schulter. Mit der Gerte bedeute ich ihm, dass er mich knapp über dem Knie küssen soll. Er tut tatsächlich nur, was ich sage. Er hat so viel Respekt, dass selbst während ich ihn durch Vorschieben meines Fußes quasi in meinen Schritt nötige, kein freudiges Vorwärtsstürmen zu spüren ist wie sonst, sondern fast ein wenig Zurückhaltung.

Das einzige an Berührung, was ich ihm erlaube, ist mir den Slip auszuziehen. Das muss als Vorwand herhalten ihn zu bestrafen. Ich bin scharf darauf, ihn dort gefesselt mitten im Raum stehen zu haben. Die ausgebreiteten Arme geben mir den nackten Oberkörper von allen Seiten preis. Ich kann herumgehen und es mir aus jedem Winkel betrachten. Ich kann meine kleine Peitsche von überall herabsausen lassen. Und ich höre nicht auf, bis überall rote Striemen sind.

Dann wärme ich ihn auf. Ich lecke seine Eier und seinen Schwanz. Ich bin jetzt zärtlich und heiß und blitzschnell habe ich eine Erektion im Mund, die mich herausfordert. Ich bitte ihn noch tiefer zu kommen und er stößt tatsächlich in meinen Kopf auf der Tischplatte, bis ich genug habe.

Jetzt will ich endlich gefickt werden und zwar auf dem Tisch. Er nimmt mich erst rückwärts, dann vorwärts. Die Höhe ist ungewohnt, und so lasse ich meine in die Luft ragenden Beine langsam an seiner Brust hoch und über seine Schulter wandern. Der Rest meines Körpers muss dann höher kommen und ich finde mich nur auf die Hände gestützt auf dem Tisch wieder. Seine Hände haben meinen Arsch fest umschlossen. Wir kommen so unglaublich tief und intensiv zusammen, dass nur ein winziger Teil meines Bewusstseins in der Lage ist, diese seltsame Stellung überhaupt zu registrieren und sich zu wundern, wie gut sie trotz der akrobatischen Herausforderung ist.

Ich weiß nicht mehr, wie viele Winkel wir auf diesem Tisch finden. Er lässt sich von mir in den Boden ficken. Ich schiebe ihm den Dildo in den Arsch, während er auf der Tischplatte kauert. Er will es so heftig, dass ich den Ellenbogen in die Hüfte stützen muss, um gegenzuhalten.

Irgendwann hocken wir Seite an Seite auf dem Tisch mitten im Raum und ruhen. Die Bilder tauchen wieder auf und setzen sich langsam ab. Wir schweben nebeneinander über den Dingen, und es fühlt sich an wie das friedliche Treiben auf einer Rettungsinsel. Dann verwandelt sich der Ozean in eine Ringerarena und wir toben über die große Fläche, bis wir schwer atmend auf dem Boden zu liegen kommen.

Er schenkt mir noch einen ruhigen Versuch, die starke Pseudorebellenfaust in mir zu versenken. Am Ende schließe ich die Tür, erschöpft aber glücklich, wieder mal überwältigt von der Feststellung, was Raum und Zeit aus uns herausholen. Oder anders herum.

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