Zuschauer

Veröffentlicht 22/09/2012 von Miss Universe

Wir sind uneins, ob es der letzte Sonnentag in diesem Jahr ist, aber gleichermaßen froh, die gestreifte Decke noch einmal im Gebüsch ausgebreitet zu haben. Außer uns haben sehr viele andere Menschen bemerkt, dass die Spätsommersonne sich nach Kräften bemüht, und sind draußen unterwegs. Zuerst haben wir ein Fleckchen, wo mir sogar noch einige Strahlen ins Gesicht leuchten. Der Pseudorebell schenkt mir einen von diesen endlosen Küssen, die es nur draußen zu geben scheint, taucht ein Stück über mein Gesicht auf mit diesem intensiv vernebeltem Tunnelblick: „Ich will Dich jetzt.“

Was er meint, aber nicht sagt: Hier können alle zuschauen, das geht nicht. In der Nähe tönt eine Kinderhupe. Wir raffen uns also auf und verschieben unseren Lagerplatz ein wenig tiefer ins Gebüsch. Ich habe den BH gleich ganz weggelassen und längst kein Höschen mehr an unter meinem weitesten Rock. Wenn ich über dem Pseudorebell hocke, ist nicht einmal mehr zu sehen, dass er die Hose geöffnet hat, geschweige denn wie tief wir ineinander stecken. Nichtsdestotrotz entschuldigt sich die Frau mit dem Hündchen, die eher halbversehentlich hinzutritt, als wir schon fertig sind, und macht auf der Hacke kehrt.

Ein wenig später streift ein Typ durch den gleichen Busch. Wir halten kurz inne, etwas uneins, was wir mit ihm anfangen sollen. Er wirkt nicht schockiert wie die Dame mit Hündchen, sondern eher so, als bliebe er in der Nähe in der nicht ganz unberechtigten Hoffnung, dass es noch etwas zu sehen gibt. Natürlich kommt es dazu. Ich knie auf der Decke, der Pseudorebell nimmt mich von hinten. Erst wundere ich mich unterbewusst, dass er beschützend am Röckchen zupft. Nach einer Weile komme ich auf den Gedanken zur Seite zu schauen und sehe aus den Augenwinkeln, wie der Typ zuschaut und mit seinem eigenen Schwanz beschäftigt ist. In diesem Zustand ist mir sowieso alles egal. Wiederum registriert nur mein Unterbewusstsein, wie ich an den Schultern nach oben gezogen werde und der Pseudorebell so heftig zustößt, dass ich beinahe schreien muss.

Er hält inne und scheucht den masturbierenden Typen verbal zurück ins Gebüsch. Man müsse wegen Videos extrem vorsichtig sein, merkt er vollkommen zurecht an. Erst am Tag danach puzzele ich mir langsam zusammen, dass wir den Thrill der Dunklen Ecke erlebt haben und mein Lover mich tatsächlich ein bisschen vorgeführt hat.

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3 Kommentare zu “Zuschauer

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