Komplementär

Veröffentlicht 08/09/2012 von Miss Universe

Ich mag es von hinten genommen zu werden. Während A Tergo in mir immer ein großes Gefühl von Intimität schafft, weil ich es ungemein schön finde, auf der ganzen Länge meines Körpers einen anderen zu spüren, der mich umschlingt und beschützt, überzeugt Doggy Style durch gegensätzliche Qualitäten: Ich verwandele mich in eine Art Sportgerät, das ohne Ansehen der Person benutzt werden kann.

Aufgebockt habe ich nichts weiter zu tun, als den Arsch in die Höhe zu recken und mich mit den Händen irgendwo festzukrallen, um möglichst gut gegenhalten zu können. Bis auf Hände, die meine Hüften gepackt halten oder sich in meine Arschbacken  graben, besteht der einzige Körperkontakt in dieser Position darin, dass sein Schwanz sich mühelos im optimalen Winkel in mich hineinschrauben kann, gefühlt bis ins Rückenmark. Und er hat die größtmögliche Bewegungsfreiheit, unsere Hüften mit aller Gewalt gegeneinander zu schmettern. Manchmal trifft er in aller Heftigkeit die richtigen Punkte, so dass ich schreien muss. Manchmal genieße ich es, der beinahe grimmigen Entschlossenheit der unsichtbaren Bestie hinter mir ausgeliefert zu sein. Ich bin vollkommen wehrlos, werde überrollt von einer entfesselten Wildheit, die keine Angst hat mir weh zu tun, die nur ihrer eigenen Lust gehorcht und nicht versucht es mir Recht zu machen. Ich spüre nur die Kollisionen unserer Körper, höre gepressten, bisweilen stockenden Atem, manchmal gar dunkles Knurren. Ich sehe nichts, ich bin ein Gefäß. Wenn er mir doch einen Gefallen tun will, landen ein paar Schläge auf meinem Arsch.

So wild und heftig, wie er sich austobt, ohne mir ins Gesicht schauen zu müssen, kommt er irgendwann. Noch wenn er sich zurückzieht, genieße ich mein Objektdasein. Kniend, den Arsch als höchsten Punkt, mein  Geschlecht nach hinten darbietend, den Rücken durchgebogen, Kopf und Schulter schief in die Unterlage gedrückt, fühle ich mich wie ein billiges Pornoabziehbild, während er wahrscheinlich pragmatisch die Hose hochzieht und wieder einpackt.

Dann geschieht das Unerwartete: Er beginnt meinen Hintern zu streicheln, mit ganzen Händen symmetrisch erst über die Pobacken, dann weiter über die Schenkel und den Rücken kreisend. Seine Hände gleiten auf diese friedvolle Weise über meinen Körper, die weder neckt noch fordert. Er will mich nicht zupackend scharf machen und nicht mit Mikrobewegungen auf der Haut um den Verstand bringen. Er streichelt mich nicht aus Verlangen, nicht aus Dankbarkeit, nicht einmal gedankenverloren. Völlig ohne Anlass streifen seine Hände immer wieder über meine Rückseite, nachgerade andächtig.

Genau genommen, habe ich keine Ahnung, was er da tut bzw. warum. Am meisten erinnert es noch in seiner feierlichen Ruhe an den Knotentanz. Aber ich spüre überaus deutlich, was es mit mir tut, gerade in der schon frühherbstlichen Kühle des Abends: Ich werde langsam und geduldig aufgewärmt aus meiner Gerätestarre. So viel Haut an Haut ohne die Hitze des Begehrens suggeriert mir beinahe grenzenlose Wertschätzung. Die großflächige Berührung gibt mir meine Menschlichkeit zurück. So gern ich mich reduziert habe, so wohl tut es jetzt darüber empor gehoben zu werden. So wonnevoll ich eben der Prellbock war, so großartig kann jetzt diese Geste empfangen. Es ist die Kehrseite.

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2 Kommentare zu “Komplementär

  • Du machst Dir immer noch keine Vorstellung davon, wie Dein Arsch auf mich wirkt. Ich mag, dass er so fest ist, das ist beim Streicheln ein wahnsinning gutes Gefühl. Ich mag, dass er so weiß ist – nicht nur, weil man die Handabdrücke so schön darauf sieht – es gefällt mir einfach. Ich mag die Laute die Du von Dir gibst, wenn ich ihne berühre und merke, dass ich Dir damit was Angenehmes tue. Und ich mag, wenn Du ihn mir auffordernd entgegen reckst und ich meine Zunge vom Venushügel bis zum Steißbein darin verlieren kann…

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