Hinter Dir

Veröffentlicht 10/08/2012 von Miss Universe

Ich genieße unendlich, dass der Pseudorebell stark ist. Er ist rein körperlich schon groß, kräftig und athletisch. Aber er wohnt auch so überzeugend in seinem Körper, in seiner Gefühls- und Vorstellungswelt, dass ich überzeugt bin, dass er selbst noch im Weinen oder Fürchten stark auf mich wirken würde.

Es ist eine so tief verwurzelte Stärke, dass sie sich meist nicht beweisen muss. Sie kann mich sein lassen, erträgt mich neben sich in Gleichheit, in Gepose und in Unterordnung. Sie kann so herrlich beiläufig Hilfe anbieten, den entscheidenden Schubs geben oder weiter straucheln lassen. Diese Wahrnehmung ist essenziell für unser Tun. Ich habe diese Sehnsucht nach Kräftemessen und Unterwerfung, aber ich habe bei vielen Menschen Schwierigkeiten mich unterzuordnen. Beim Pseudorebellen ist das ganz einfach, er kann es mit so viel Grandezza und Würde annehmen.

In ganz kleinen Dosen weckt er auch das Bedürfnis nach Herrschaft in mir. Das Erlebnis wahrer Macht ist mir allerdings sehr selten vergönnt. Ich kann ihm die Arme fesseln, die Augen blenden, ihn unter mir ausstrecken, mit aller Kraft meines Beckens in Grund und Boden ficken und nebenbei noch auf seine Brust einschlagen – er wird mir genüsslich die Hüfte entgegen strecken und mich mit jedem verbleibenden Sinn so intensiv wahrnehmen, dass ich mich hinterher meiner Seele beraubt fühle. Er mag unten sein, er ist fast nie untergeordnet.

Ich habe eine Position gefunden, in der ich mich vollständig in der Gewalt über den Verlauf fühle. Wenn ich mich in seinem Rücken befinde, bin ich sowohl visuell als auch greifbar außer Reichweite. Ich kann mich mit Brüsten und Oberschenkeln an ihn schmiegen und vielleicht noch eine Hand auf seine Vorderseite wandern lassen, wenn mir danach ist. Das funktioniert, wenn ich ihn auf allen Vieren knien lasse, aber noch besser, wenn ich ihn auf die Seite drehe. Schiebe ich dann noch das obere Bein nach vorne, ist er gleichzeitig weiter auf der Matratze immobilisiert und gezwungen mir seinen Arsch darzubieten.

Möglicherweise bin ich diesbezüglich kulturell ein bisschen fehlgeprägt, aber ich stehe einfach auf Penetration – an mir selbst, und mich reizt dieses zarte Arschloch fürchterlich. Ich bin in der großartigen Lage, mit einem Fingerzeig Schmerzen oder mit einem Zungenstreich unbeschreibliche Wohltaten zu bereiten. Es klingt wie eine Demütigung, das Gesicht zwischen den Hinterbacken eines anderen zu vergraben, aber es ist die einzige Position, in der ich mich komplett in der Übermacht befinde.

Es ist berauschend, wenn er da halb auf dem Bauch hingestreckt liegt und bis auf leises Seufzen völlig hingegeben reglos empfängt. Er greift nicht nach mir, nicht nach seinem Schwanz. Ich habe nicht das Gefühl wie sonst oft, dass er mich machen lässt, halb abwartend, halb belustigt, gierig auf das Schauspiel und sehr genau wissend, warum er sich gerade still verhält. In diesem Moment ist er ohne Wunsch, ohne Erwartung, ohne Impuls – ganz meins, einzig der Empfindung ausgeliefert, die meine zärtliche Zunge ihm beschert. Das Gefühl, so etwas bewirken zu können, spült heiß durch die Adern und ist so viel stärker als das, was die danach dankbar glänzenden Augen auszulösen vermögen.

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