20 Minuten

Veröffentlicht 30/07/2012 von Miss Universe

Wir haben schon wieder einen ganzen braven Abend mit den Kollegen verbracht, mit Ausnahme ein paar schneller kühler Finger, die mir im Dunkeln eilig, aber zielstrebig unter das Röckchen geschlüpft sind.

Jetzt wird mir bewusst, dass der Pseudorebell heute ausreichend Bier verschüttet und nicht getrunken hat, um einen Heimweg für alle zu deichseln, der uns zu zweit an der Bushaltestelle landen lässt. Mein Bus geht in 4 Minuten – oder in 24.
Wir brauchen nicht eine davon, um die Entscheidung zu treffen, dass wir noch für 20 Minuten zu tun haben, und eilen kichernd Richtung Park.

Die erste Bank ist gut genug für uns. Synchron ziehe ich mir die Sandalen von den Füßen, und der Pseudorebell öffnet Platz nehmend schon mal den Gürtel. Es ist klar, dass er jetzt erwartet, dass ich mich im Röckchen auf seinem Schoß niederlasse. Also balanciere ich auf der Bank stehend, um mich des Höschens zu entledigen – bis mir bewusst wird, dass ich nicht zum ersten Mal auf einer Bank über ihm stehe. Es ist ganz einfach und genau die richtige Höhe, um sich breitbeinig quasi in sein Gesicht zu stellen.

Ich weiß nicht, ob er Nackenschmerzen hat; für mich ist diese Position äußerst angenehm: Ich kann recht bequem stehen und gleichzeitig sehr fein steuern, wo und wie fest ich mich seiner gierigen Zunge aussetzen will – bis ich den magischen Modus gefunden habe, wo sogar der Pseudorebell still hält und mich einfach über ihm kreisen und tanzen lässt.

Das hält ihn natürlich nicht davon ab, schon einmal Hand anzulegen; und ich nehme den ursprünglichen Plan wieder auf. Ich gehe in die Hocke und stülpe mich einfach über ihn. Mit den Händen kann ich mich an der Lehne festhalten und so mit viel mehr Druck und Ausdauer weitertanzen – diesmal stärker auf und ab, aber gelegentlich auch mit Wucht in die Sitzfläche hineinschiebend. Das dunkle T-Shirt wird wieder eine hübsche Randverzierung erhalten. Ich habe seine Hände an den Hüften und trotzdem die volle Gewalt, wie ich ihn spüren will. Erster.

Der Pseudorebell erlaubt mir abzusteigen und zieht mich auf der Sitzfläche in Position. Er träumt von Winkelfunktionen, als ein nächtlicher Spaziergänger in einigem Abstand vorbei läuft. Unnötigerweise packt der Pseudorebell ein. Ich schaue ihn an und sage „Egal!“ und tatsächlich beschließt er, dass kein Unglück geschieht, wenn dieser Mann dahinten unzweifelhaft sieht, wie er mitgeöffneter Hose vor der Bank kniet, wo meine Unterschenkel über seinen Schultern aufragen.

Er fickt mich heftig und irgendwas ist dran an seiner Geometriebetrachtung: Ich weiß von nicht mehr viel, als ich langsam wieder zu mir komme und meine Sachen einsammle. „Das waren jetzt mehr als 20 Minuten, oder?“ Aber nein, das Wunder neben mir liefert mich zufrieden grinsend pünktlich an der Bushaltestelle ab: „Der Typ hat die ganze Zeit zugeguckt. Komm gut nach Hause.“

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