Cache-Cache

Veröffentlicht 18/06/2012 von Miss Universe

Das Paralleluniversum ist per Definition meistens nicht von dieser Welt. Aber unsere Körper irgendwie schon. Und das führt manchmal zu seltsamen, manchmal zu albern aufregenden Versteckspielen.

Es gibt außer dem Stundenhotel keinen Ort, an dem wir regelmäßig ungestört sein könnten. Aber manchmal reichen ja auch ein paar Minuten, bevor man entdeckt wird.
Ich habe ein ganz neues Auge entwickelt für z. B. Spielplätze für nächtliche Abstecher oder die Eignung von Kneipentoiletten für eine schnelle Nummer. Meine Gedanken geraten auf Abwege, wenn ich Tiefgaragen und Hinterhöfe sehe, in die man sich drängen könnte.
Und wir ziehen beide einen zusätzlichen Nervenkitzel aus der ständigen Bedrohung gestört zu werden.

Immer wieder hübsch ist der lustige Reigen, wenn wir mit gemeinsamen Bekannten unterwegs sind, die nichts vom Paralleluniversum wissen sollen. Spätestens nach dem zweiten Bier ist der erste nicht mehr allein auf dem Gang zum Klo – wobei die Kunst natürlich darin besteht, möglichst nicht gleichzeitig aufzubrechen oder in zu offensichtlicher Abfolge, aber trotzdem genug Zeit für einen gestohlenen Kuss auf der Damentoilette oder im Getränkelager zu haben. Und wie oft kann man das am Abend machen, ohne dass sich die ersten wundern? Und wie schafft man es, sich für einen gemeinsamen Heimweg – oder vielmehr einen gemeinsamen Abstecher vom selben – zu synchronisieren, ohne dass es so aussieht, als ginge man miteinander nach Hause?
Wir kichern wie eine vergnügte Miss Marple und fühlen uns so gewieft wie Inspector Columbo, wenn wir es wieder einmal geschafft haben, uns hinter irgendeiner Häuserecke zu treffen und uns als vereinter Mr. X aus dem Staub machen.

Hoffentlich stolpert nie jemand in meiner Tasche über Fesseln oder Vibrator.
Ich freue mich jedes Mal daran, wenn ich meinen Apfel auspacke.

Ich bin der festen Überzeugung, dass der Putzplan für die Dusche geändert wurde, weil wir nicht gänzlich unbemerkt blieben.
Ich empfinde stille Dankbarkeit gegenüber der guten Frau, die es uns gönnt anstatt es zu unterbinden.

Manchmal hinterlassen Zähne, Seile oder andere Instrumente Male, die verborgen werden müssen.
Wir schicken uns Handybilder unserer Tropheen.

Wenn man ein Project Threesome hat, kann man nicht warten, bis einem ein Einhorn in den Vorgarten läuft.
Mindestens der Pseudorebell hat enorme Fähigkeiten und vor allem Spaß daran entwickelt aktiv eins zu fangen. Wir bewegen uns sichtbar und tastend durch unsere Jagdgründe.

Früher hätte ich heimlich jeden als eitlen Fatzke verunglimpft, der beim Sex nicht in sich selber oder wenigstens die Augen des anderen, sondern auf Spiegel schaut. Heute bin ich fasziniert von der ungeahnten Schönheit, die die Vereinigung unserer Körper auch nach außen strahlt. Wir haben schöne Leiber, und wie sie sich aneinander freuen und erregen, ist tatsächlich wunderhübsch anzusehen. Ich möchte, dass jemand zusieht. Ich möchte meine Lust noch weiter teilen.

So schwingt das gemeinsame Erleben zwischen verschwörerischer Heimlichtuerei und kühnem Vorwagen in die anonyme Öffentlichkeit. Beides hat seinen Reiz.

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