Wippe I

Veröffentlicht 03/06/2012 von Miss Universe

Ich stehe im Dunkeln an ihn gelehnt auf dem Spielplatz, den Hals nach hinten zu seinen Lippen verdreht, die Beine leicht ausgestellt für seine fleißigen Finger. Dank ausgedehnter Alkoholzufuhr schwankt meine Welt ein bisschen und in mein angenehm eingetrübtes Hirn sickert die Erkenntnis, dass mein Gleichgewichtssinn dieser Haltung gerade nicht mehr lange gewachsen sein wird.

Ich greife mir die Hand und zerre ihn in Richtung einer Wippe, selbstredend ohne weiteren Plan als die diffuse Idee, dort eine horizontalere Ausrichtung zu finden. Aber ich brauche keinen Plan, ich habe einen Pseudorebellen, der ist voll davon. Er schaut die Wippe an und stellt fest: „Das hat genau die richtige Höhe.“

Ich verstehe nicht sofort, aber das ist auch nicht notwendig; Hauptsache ich ziehe die Hose aus. Die Wippe hat in der Mitte eine überraschend große ebene Fläche. Ich komme auf dem Rücken dort zu liegen, die Beine angezogen, so dass sie vor dem Pseudorebellen aufragen, der vor mir im Sand kniet. Ich liebe diese Position, in der ich nichts weiter tun kann, als mich an der Tisch-, äh, Wippenkante festzuklammern und so gut wie möglich gegenzuhalten.

Der Mann kommt inwzischen eher im halben Liegestütz wie eine Naturgewalt über mich und nagelt meinen blanken Hintern auf die sandverdreckte harte Unterlage. Meine Welt schwankt, die Wippe wippt. Über mir die Sternbilder kralle ich mich an meine Nussschale und übereigne mich den Wellen.

Positionswechsel: Der Pseudorebell entledigt sich seiner Jacke, und ich will schon gerührt lächeln ob der freundlichen Anwandlung mir eine weichere Unterlage zu bescheren, als er sich selbst auf Jacke und Wippe bettet und mir bedeutet, dass ich die Nussschale jetzt auch noch reiten soll.

Es geht erstaunlich gut, zumindest in Anbetracht der Umstände. Meine Basisfunktionen schaffen es in keiner Form, sich der besonderen Physik einer Wippe lustbringend zu bedienen, aber ich bleibe immerhin im Sattel. Der Pseudorebell grinst mich erfreut von unten an und zeigt mit dem Finger in den Nachthimmel: „Sieh mal, ein Stern!“. Ich kann in seinem Mundwinkel sehen, dass er absichtlich versucht schön zu sein, und bestrafe ihn für diese emotionale Schamlosigkeit mit einer freundlichen Ohrfeige.

Mit noch ein paar Schlägen auf die Brust und ins Gesicht verausgabe mich mich, bis ich mit zitternden Beinen mühselig über seiner Hüfte aufstehen muss. Wie eine abgeschmackte Version von Sterntaler stehe ich auf der Wippe: auf über zwei Meter erhöht, oben immer noch mit der Bürobluse angetan, unten leuchtet mein weißer Arsch wahrscheinlich heller als der Mond in die Nachbarschaft. Aber es ist egal, jetzt bleibe ich so, denn ich habe eben die sieben Weltmeere im Dunkeln auf einer Nusschale befahren und der Pseudorebell versenkt gerade seinen Kopf zwischen meinen Beinen…

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