Spielplatz

Veröffentlicht 01/06/2012 von Miss Universe

Eigentlich ist das ganze Paralleluniversum ein Spielplatz. Wir treffen uns zum Spielen. Das hier ist nicht der Ernst des Lebens. Es geht um nichts als den Spaß an der Sache, ums Entdecken. Es gibt nichts zu verlieren und unendlich viel zu gewinnen. Der Pseudorebell hat das mal sehr schön resümiert:

„Du bist Add-On, das Bonus-Level in dem ich frei spielen darf, ganz ohne Endgegner. Du bist nicht mein Ankommen und ich nutze Dich auch nicht als weiteres Betäubungsmittel oder bilde mir ein, Zufriedenheit und Glück nur noch bei Dir zu finden. Aber Du bist sowas wie mein Ego-Verstärker. Einer der Selbstbewusstsein spendet und mich tolle Dinge tun lässt.“

Ganz praktisch sind Spielplätze aber auch Orte, an denen man an lauen Sommernächten nicht im Blickfeld eines jeden Passanten ist. Wir sind ein paar mal auf welchen gelandet nach irgendwelchen Trinkgelagen, die uns heiß und übermütig und den ganzen Abend lang scharf aufeinander gemacht haben.

Dann haben wir es irgendwie geschafft, gemeinsam den Absprung zu kriegen. Oder uns in vermeintlichen logistischen Meisterleistungen draußen wiederzutreffen. Wir haben mehrere Stationen U-Bahn hinter uns, um unsere Augen einander erzählen zu lassen, wie sehr wir uns gerade wollen, und um garantiert mindestens einmal die „Nicht in der U-Bahn“-Regel zu brechen.

Der Blick ins inzwischen nicht nur von Alkohol, sondern auch vom alles überstrahlenden Begehren getrübt. Wir stehen also vor irgend einer Haltestelle und wissen nicht wohin. Nur, dass es sein muss. Jetzt. In diesen Sitatuationen entwickelt man plötzlich auch als Kinderloser diesen Blick für Spielplätze: Die haben immer ein paar sichtschützende Büsche außen und Bänke und so tolle Geräte…

Aufgrund der genannten Kombination aus später Nacht, Alkoholpegel und besinnungsloser Gier – und natürlich weil so lange kein Spielplatzwetter war – kann ich gar kein komplettes Szenario wiedergeben, aber zwei anekdotische Erinnerungen fallen mir dazu immer ein:

1. Der Morgen danach, als ich meine schwarze Hose vom Vorabend in den Wäschekorb befördern will und sie über und über mit so expliziten weißleuchtenden Mösenabdrücken verziert ist, dass man das unwillkürlich für ein Designerstück einer jungen feministischen Künstlerin aus London hält. Dabei war sie nur hinderlich bei den Fingerübungen und diente als Unterlage auf der Holzbank. Priceless, leider kein Foto gemacht.

2. Der Abend, an dem wir beide noch knapp zurechnungsfähig genug waren zu realisieren, dass keine Verhütungsmittel greifbar waren, und der Pseudorebell mich kurzerhand nach vorne über die Wippe klappte, um den Traum der Vereinigung über die Hintertür zu realisieren. Irrsinnig geil.

Advertisements

2 Kommentare zu “Spielplatz

Kommentar verfassen

Bitte logge dich mit einer dieser Methoden ein, um deinen Kommentar zu veröffentlichen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: