Macht

Veröffentlicht 28/05/2012 von Miss Universe

So sehr ich sonst im Leben das Gefühl hasse, nicht die volle Kontrolle über eine Situation zu haben, und mich häufig sogar aus diesem Grund risikoscheu verhalte, so deutlich habe ich schon länger gewusst, dass es in mir erotische Wünsche gibt, die genau damit zu tun haben die Selbstverantwortung abzugeben, die Kontrolle aufzugeben und mich vollkommen hinzugeben, auch im Schmerz.

Diese Neigung hat sich nie offenbart in der Sorte Beziehungen, die ich geführt habe, und mit den Männern, in die ich mich verliebt habe. Aber mit diesem Kerl habe ich eine andere Art Beziehung und dieser Teil meiner Wünsche kommt Stück für Stück zum Vorschein. Schnell und deutlich, weil ich das entscheidende Stück emotionalen Abstand UND grenzenloses Vertrauen habe, eher langsam und vorsichtig, weil wir ZWEI Suchende sind.

Ganz natürlich funktioniert seit geraumer Zeit, dass Miss Universe wenig Bedürfnis nach political correctness hat und sich einfach gerne auch hart ‚rannehmen lässt. Weil’s dem Pseudorebellen ähnlich geht, hat er wahrscheinlich auch weniger Hemmungen, sie herumzuwerfen und zu verbiegen, ihr mit drastischen Worten oder einem einzigen coolen Fingerzeig zu bedeuten, welche Position ihm als nächstes beliebt, oder sie stehend vollzuspritzen. Und er ist dabei so herrlich stark und entschlossen, dass ich mich dem manchmal nicht einmal mehr entgegen stemmen kann vor willenlos überwältigter Hingabe.

Eines Tages geraten wir aus reinem Übermut in ein Gerangel und ich merke, wie ich in vollen Zügen genieße, dass ich gegen diesen starken Mann nicht den Hauch einer Chance, aber den Kitzel des Widerstandes habe. Er kann mich unaufgeregt und völlig kontrolliert bewegungsunfähig machen. Ich kann mich auflehnen, abarbeiten und aufs Süßeste verlieren. Was habe ich mich gefreut, als er mir Tage später erzählt, wie überraschend stark ich gewesen wäre!

Da wir uns im Experimentiermodus befinden, reichen einige Andeutungen meiner Phantasien für den Einsatz von Augenbinde und der ersten Fesseln. Er bindet mich an und greift mir zwischen die Beine, er verschnürt mich und vögelt das breitbeinig fixierte Paket. Das ist die Demonstration seiner Macht, und das ist geil. Zumal nie außer Frage steht, wie sehr ich alles genieße, was passiert.

Er überwindet sich sogar, mir den Arsch zu versohlen – erst mit der flachen Hand und auf Bitten auch mit dem Gürtel. Eins der Geräusche des Jahres: wie der Gürtel aus den Hosenschlaufen gerissen wird und ich blind vornüber gebeugt weiß, was als nächstes passieren wird.

Nicht nur das am Folgetag erschreckend blaue Bild meiner Kehrseite bildet hier eine kleine Hürde: Es ist ein verdammt großer Schritt für einen so korrekt verdrahteten Menschen, einem anderen bewusst Schmerzen zuzufügen. Und es ist schwieriger zu lesen, wo der Schmerz noch geil ist, als bei anderen Betthandlungen zu erkennen, ob sie gerade gut tun oder einfach ein bisschen weniger gut. Ich schnappe fast über, als er eines Tages mit dem Vibrator meinen G-Punkt wieder und wieder traktiert, offensichtlich in Unkenntnis über das reale Verhältnis von Vergnügen und Schmerz, in dem ich mich unter ihm winde. Es war eine Qual; und es war sooo gut.

Wir sind unterwegs. Er kann mir befehlen. Er kann sich meinen Kiefer schnappen und mir einen Kuss aufzwingen. Er kann mich zu seinen Diensten verschnüren. Er kann mich ohrfeigen, dass die Ohren klingeln. Mir Geständnisse abnötigen, wie geil ich ihn und seinen Schwanz finde. Und ich will noch mehr: Ich will gewaltsam überwältigt werden, gedemütigt, vollständig zusammengeschnürt, gequält und benutzt. Auf diesem Weg sind noch so viele spannende Schritte zu gehen!

Und einen ganz spannenden habe ich auch schon gemacht: Er hat mit gezeigt, dass mich solche Szenarien auch andersherum erregen.

Ich kann sagen, wie ich es will. Oder ihn unter mir benutzen, wie es mir gerade in den Sinn kommt, mich auf sein Gesicht setzen, vorwärts oder rückwärts auf seinen Schwanz. Ich kann ihm die Hände wegbinden und ihn mit meinem viel zu langsamen Rhythmus quälen oder sie an meinen Hüften oder Brüsten einfordern, wie ich es brauche. Ich kann aus purem Enthusiasmus auf seine Brust trommeln, den Rücken kratzen oder anfeuernd auf den Arsch hauen. Ich kann immer wieder erfolglos versuchen, ihm das Grinsen aus dem Gesicht zu schlagen, bei dem nie ganz deutlich ist, ob’s Glück oder Belustigung ausdrückt.

Neulich habe ich endlich verstanden, dass für ihn Schmerzen genauso aufregend sein können wie für mich. Ich wollte, mitten in der Kneipe, nur kurz neckend in seine Brust beißen. Aber irgendetwas in seiner Reaktion hat mich im Biss verharren lassen. Und dann kam plötzlich ein sehr intensives Spiel zustande zwischen meinen Kaumuskeln und seinem fortstrebenden – um den Druck zu erhöhen – und doch angezogenen Brustkorb. Und als ich irgendwann aus seinem T-Shirt wieder auftauchte, folgte das legendär strahlende „Das war guuut!“

Ich arbeite daran, wirklich die Kontrolle zu übernehmen. Dafür brauche ich ein bisschen mehr Szenario, um fehlende körperliche Übermacht auszugleichen. Aber gerade das kann sehr geil sein. Es funktioniert, ich kann über diesen großen, starken Mann herrschen. Er hört auf mich, und wenn ich gut bin, grinst er auch nicht.

Als ich ihn neulich in einen Stuhl gefesselt unter mir benutzt und gequält hatte, sah ich für einen Moment in Augen ohne Boden, in eine so pure und offengelegte Seele, wie nie zuvor. (Und ich habe da einige Male hinein gesehen!) Wenn aus so einem Ungleichgewicht so eine Intimität entstehen kann, dann will ich erst recht mehr davon.

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