Blumenwohnung

Veröffentlicht 03/05/2012 von Miss Universe

Wir hatten schon ein bisschen Übung – mit dem Stundenhotel und mit den Aftershows. Obendrein hat der Pseudorebell so eine Art eingebauten, sehr praktischen Wecker, der es ihm ermöglicht, die gewünschte Anzahl an Orgasmen auf 60 Minuten zu timen und für mich rechtzeitig die „Komm zu Dir und zieh Dich an“-Phase einzuleiten. Trotzdem war schon mal einer auf die verwegene Idee gekommen zu äußern, wie ungemein inspirierend es sein könnte, sich einmal ohne zeitliche Begrenzung aneinander zu verausgaben und schwerelos zwischen Pre- und Aftershow hin- und herzugleiten.

Allerdings fiel mir erst einmal nichts ein außer hilfsbereit zuzusagen, als ein Freund mich bat während seines Urlaubs die Blumen zu gießen. Bis mir plötzlich auf der Treppe die Idee siedendheiß in alle Glieder fuhr: Das wäre ja ein geschützter Raum ohne Zeitlimit – und ich habe den Schlüssel!

Interessanterweise fühlt man sich noch deutlich schäbiger, wenn man die privaten Räume von Freunden ohne Zustimmung nutzt, als wenn man sich zum Sex im Stundenhotel trifft. Selbst wenn man ein Handtuch mitbringt, das Bett nicht einmal ansieht und keinerlei Spuren hinterlässt. Aber wieviel Freude macht es auch, die Füße auf einem schönen Parkett zu haben statt auf einem ranzigen Teppich! Mehr Raum zu haben als ein einzelnes Zimmer! Und besonders den ganzen Abend zur völlig freien Gestaltung!

Die Perfektion von Sommerabend fand auf dem Balkon der zu gießenden Pflanzen statt: Nach ausgiebiger Runde 1 durch die ganze Wohnung, mit Bier 2 in der Hand, in irgendein belangloses, aber sehr entspanntes Gespräch vertieft, sehen wir uns an und lassen es ganz langsam wiederkommen. Weder aus tagelangem Entzug getrieben noch aus planungtechnischen Gründen muss es diesmal schnell gehen.

Aber ein Kuss gibt den nächsten, mein Bein wechselt herüber, seine Hand gleitet den Oberschenkel hoch unter den Rock. Die Biere kommen irgendwo zu stehen und ich plötzlich auch – nämlich auf der Bank, wo der Pseudorebell sitzt, genau über ihm. Sofort habe ich seine heiße Zunge zwischen den Beinen. Meine Wange lehnt schwer atmend an der Wand, meine Finger krallen sich in den Beton, der die letzte Sonnenwärme abstrahlt. Sein Kopf ist komplett unter dem Sommerröckchen verschwunden, seine Zunge komplett in mir. Ich könnte so stehenbleiben, bis der Herbst kommt. Aber irgendwann taucht sein erhitztes Gesicht wieder auf, mit geöffneten Lippen die Luft wieder aufnehmend, das Kinn glänzend von meiner Feuchtigkeit: „Ich glaube, ich muss Dich noch mal flachlegen.“

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