Miss Universe zu sein

Veröffentlicht 02/04/2012 von Miss Universe

Miss Universe zu sein ist so ziemlich das Beste, was mir in den letzten Jahren passiert ist. Sie ist mein Alter Ego und vergrößert meinen Erfahrungshorizont um die gesamte Breite ihrer mittlerweile recht ausladenden Existenz. So ungefähr muss sich Clark Kent fühlen, wenn er den Superman-Umhang überwirft – naja, er müsste sich natürlich auch noch als Frau fühlen:
Sobald sie ins Paralleluniversum eintritt, ist sie ein Superheld. Sie hat ein Selbstbewusstsein bis zu den Sternen. Sie ist eine Sexgöttin; und jede Minute mit ihr ist erotisch aufgeladen. Sie ist zu allem bereit; und sie macht alles möglich. Es ist wie ein Auftritt (fast ;-)) ohne Publikum aber mit 110 % Bühnenadrenalin.

Miss Universe tut mit Leichtigkeit Dinge, die ich nie getan habe und höchstwahrscheinlich nicht tun würde. Sie kann von „Titten“ reden, ohne zu lachen. Sie kann ihren Lustknaben fesseln und ihm eine knallen, wenn er dann immer noch grinst. Sie kann obszön sein, beunruhigend dominant und grenzenlos unterwürfig. Sie reduziert sich gern auf ihren Körper und dessen Kräfte und Bedürfnisse. Es ist geradezu lächerlich, wie ihr Körper auf Schemen des Pseudorebells am Horizont konditioniert ist, wie schnell und automatisch sie feucht wird, wenn er vor ihr steht. Aber Miss Universe darf das. Sie muss nicht klug sein oder reflektiert oder vielschichtig. Sie ist einfach geil.

Dieses Gefühl von absoluter Sexyness und Unverwundbarkeit ist möglich aus so banalen Gründen wie der offensichtlichen Tatsache, dass es im Paralleluniversum eben keine Banalitäten und keinen Alltag zu geben braucht. Wenn einmal physikalische, räumliche oder zeitliche Randbedingungen vorkommen, dann sind es Herausforderungen, die mit Kreativität gemeistert werden. Jede Minute im Paralleluniversum ist aufgeladen, ist bedeutungsvoll, ist Spaß und Grenzerprobung.

Und Miss Universe existiert nur im Dialog. Würde der Pseudorebell sie nicht ansehen, als sei sie eine Offenbarung, gäbe es diesen monströsen Magnetismus zwischen den beiden nicht, wäre Miss Universe ohne Superkräfte.
So aber haftet ihr das überwältigende Gefühl von Unfehlbarkeit an. Sie kann alles tun, sie kann experimentieren, sie kann sogar scheitern dabei, sie hat die Gewissheit hinterher doch wieder in Augen mit diesem unbedingten Begehren zu blicken. Mit diesem Gefühl im Rücken oder unter dem Arsch oder auch nur im Hinterkopf kann man nicht nur alles mögliche ausprobieren, sondern es klappt auch fast alles. Mit diesem Geist sind wir an ungeahnte Ecken unserer Wünsche gelangt.

Und falls es mal nicht klappt: It’s just sex. Es ist nicht so, dass mir die Gefühle des Pseudorebells egal wären oder dass mich nicht juckte, welches Bild er von mir als Person im Kopf hat (eigentlich gar nicht, wir sind auf diesen Ebenen mittlerweile viel mehr verbunden, als ich es jemals für möglich gehalten hätte), aber es befreit so unglaublich, diesen ganzen wilden Unsinn gar nicht in Kongruenz bringen zu müssen mit allen Facetten meiner Stärken und Schwächen, die ich in einer „klassischen Beziehung“ alle untergebracht wissen will.

Das Faszinierende ist, dass Miss Universe in einem Kontinuum lebt. Ich hätte nie gedacht, dass man Bedingungen schaffen kann (oder vielleicht einfach erleben kann, denn ein großer Faktor scheint „Glück gehabt“ zu sein), unter denen diese Magie so lange anhält. Anstatt nach sechs, sieben Mal die Neugier befriedigt zu haben, lassen wir uns immer wieder neue wachsen.

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3 Kommentare zu “Miss Universe zu sein

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